Mattensplitter

Mannschaftssaison: Der Countdown läuft

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Geschrieben von Thomas Meyer

Anderthalb Wochen vor Beginn der diesjährigen Mannschaftssaison laufen die Vorbereitungen der nordrhein-westfälischen Ringervereine auf vollen Touren. Auch all diejenigen, welche bislang noch nicht von Vorfreude ergriffen worden waren, dürften mittlerweile wachgerüttelt worden sein. Bald ist es soweit, bald geht es los, der Countdown läuft. Nachdem die Pfeifen der Kampfrichter am 31. August erstmals wieder zur Waage gerufen haben werden, wird Woche für Woche wieder attraktiver Sport auf den Ringermatten geboten. Für die Offiziellen gilt es nun, für angemessene Rahmenbedingungen zu sorgen, während sich Trainer und Ringer um den letzten Schliff bemühen. Die Kampfrichter genießen noch die Ruhe vor dem Sturm, denn auch ihnen – oder vielleicht gerade ihnen - steht eine intensive und ereignisreiche Zeit bevor.

 

Zum zweiten Male werden die Wettkämpfe nach dem neuen Ligensystem ausgetragen werden. Die zweigeteilte Oberliga (Rheinland und Westfalen) steht hierbei natürlich besonders im Fokus, da aus ihr als aktuell zweithöchster deutscher Leistungsklasse ein möglicher Bundesliga-Aufsteiger hervorgehen wird. Doch welcher NRW-Club soll den Schritt wagen? Im vergangenen Jahr haben sich alle gegen einen Aufstieg geradezu gewehrt, Niederlagen (bzw. Siege) an der Waage gehörten in der entscheidenden Phase der Saison zum Alltag. Man sah sich finanziell einfach nicht gut genug aufgestellt und wollte seinen Club wirtschaftlich nicht gefährden – verdenken kann man dieses Vorgehen keinem. Auch sportlich dürfte das Unternehmen Bundesliga nur schwer zu schaffen sein: Bei allen Erfolgen, die der NRW-Nachwuchs in den vergangenen Jahren erzielen konnte, muss man feststellen, dass der Männerbereich mit Ausnahme einiger Lichtgestalten national noch nicht an der Spitze angekommen ist. Und Athleten aus anderen Bundesländern oder dem Ausland zu verpflichten, ist einerseits ein finanzieller Kraftakt und andererseits auch nicht jedermanns Sache. Ohne entsprechende Sponsoren und damit verbundene Mittel wird es also schwer, denn reich ist man in NRW wahrlich nicht. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Situation in 2019 nicht so entwickeln wird wie im Vorjahr: Ein sportlicher Wettkampf ohne Manipulationen wäre sehr wünschenswert.

Bei allen Befürchtungen verspricht die Oberliga jedoch auch Spannung: Die beiden mit je sechs Teams besetzten Staffeln haben einiges zu bieten. Der KSK Konkordia Neuss mit seinen zahlreichen Talenten wird hier wohl eine gewichtige Rolle spielen. Doch kann man die Neusser auch stoppen? Vermag dies vielleicht der niederländische KSV Simson Landgraaf, der 2018 nach einer überragenden Saison und einem überzeugenden Finalkampf die Meisterschaft gefeiert hatte? Welche Rolle spielen der bärenstarke TV Essen-Dellwig und der immer noch hochkarätig besetzte Bundesliga-Rückzieher TV Eintracht Walheim? Sind vielleicht die mit großteils eigenen Talenten besetzten AC Mülheim 92 und KSV Germania Krefeld in der Lage, ein gewichtiges Wort mitzureden? Und was macht die Reserve des KSV Witten 07, die, wenn sie komplett stehen sollte, schwer zu besiegen sein dürfte? Kristallisiert sich mit dem KSV Hohenlimburg, der RG Hürth/Rheinbach, der TSG Herdecke, dem KSV Kirchlinde oder dem VfK Lünen-Süd vielleicht auch ein Überraschungsteam heraus?

Gespannt sein darf man jedoch nicht nur auf die Oberliga. Im Vorjahr zeigten gerade die Landesligisten hervorragenden Ringkampfsport mit vielen attraktiven Begegnungen und einem überragenden Saisonfinale. Gleiches gilt für die Bezirksligisten, die dieses Jahr jedoch in nur zwei Staffeln (2018 waren es vier) wetteifern werden. Wer von ihnen kann den Sprung in die Landesliga schaffen?

Fragen über Fragen also, auf die es bald eine Antwort geben wird. Freuen wir uns auf eine ereignisreiche Zeit! 

 

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