Mattensplitter

Eine Story aus der Klamottenkiste

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Geschrieben von Thomas Meyer

Das u.a. Foto stammt vom Vorbereitungslehrgang für die Deutschen Greco-Meisterschaften im Jahre 1993, welche seinerzeit vom KSV Mülheim-Styrum ausgerichtet wurden. In der Sportschule Hennef waren vom  5.-7. März unsere nominierten DM-Teilnehmer zusammengekommen, um sich unter Trainer Peter Nettekoven den letzten Schliff zu holen. Zu dieser Zeit galt Hennef noch als der uneingeschränkte Mittelpunkt in Ringerdeutschland, war es doch als Bundesleistungszentrum für Lehrgänge aller Art gesetzt. Sagenumwoben sind heute immer noch die harten Einheiten oder der oft erwähnte „Kotzberg“, welchen alle Ringer fürchteten, mussten sie diesen im Rahmen des Trainings hinaufsprinten.

Wenn auch damals nicht alle Athleten zum Lehrgang erscheinen konnten, war es insgesamt dennoch eine schlagfertige Truppe, die sich gut verstand und teils schon seit Jahren in den Stützpunkten miteinander trainiert hatte. Vielleicht war das Verhältnis untereinander zeitweise sogar zu gut, denn einige Sportler wurden – gegen ca. drei Uhr vom Diskobesuch zurückkehrend – nach ihrem nächtlichen Streifzug vom wenig gut gelaunten Trainer erwischt. Mit der Wanduhr im Hintergrund, welche man wohl oder übel passieren musste, wurden sie dann von Peter gar noch fotografiert – bessere Beweisfotos haben bisher noch keinem „Tatort“-Kommissar zur Verfügung gestanden.  Die Ausreißer nannten sich fortan „die glorreichen Sieben“, in Anlehnung an den berühmten Hollywood-Streifen aus früherer Zeit. Doch so kühn und verwegen sich dies anhören mag, so „bedröppelt“ und kleinlaut waren sie am Sonntag nach dem Frühstück schließlich abgereist. Für solche Abenteuer hatte der Trainer damals reichlich wenig Verständnis gehabt und die Jungs kurzerhand nach Hause geschickt - auch wenn der Ärger beim späteren Montagstraining wieder gänzlich verflogen war. 

Geschadet hatte dies letztlich nicht, denn die DM in Mülheim wurde eine erfolgreiche aus Sicht des Ringerverbandes NRW. Und sowohl das Ringen als auch die Sportschule Hennef waren immerhin um eine Anekdote reicher, die sich die Ausreißer auch heute – 27 Jahre später – noch so maches Mal erzählen, wenn sie sich an der Ringermatte wiedersehen.

 

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