Mattensplitter

Bundesligisten stehen in den Startboxen

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Geschrieben von Thomas Meyer

Am Samstag (3.10.) wird es losgehen: Die Ringer-Bundesliga wird mit ihrem ersten Kampftag in die so sehnlich erwartete Saison starten. Die Frage, ob die Wettbewerbe in unserer Eliteliga nach all den mühsamen Planungen tatsächlich stattfinden können und würden, ist somit auf positive Art und Weise beantwortet. Für das Sportlerherz ist der Tag der Deutschen Einheit also im doppelten Sinne ein Feiertag.

Nach sieben Monaten ohne irgendeine Form von Wettkampf wird es auch in NRW wieder kräftig zur Sache gehen: Zwei unserer Vereine nämlich sind für das Oberhaus gemeldet, die damit in gewisser Weise auch die Farben unseres Landesverbandes im nationalen Vergleich vertreten werden.

Unser jahrzehntelanges Flaggschiff KSV Witten 07, welches mit einem Heimkampf gegen den Vorjahres-Halbfinalisten SV Alemannia Nackenheim beginnen sollte, hatte jedoch am Mittwoch eine wahre Hiobsbotschaft erhalten: Einer seiner Sportler ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Somit sind die KSV-Verantwortlichen gezwungen, den Auftakt nach hinten zu verschieben, und sind hierbei auf die Kooperationsbereitschaft des DRB sowie der gegnerischen Clubs angewiesen.

Lassen wir hoffen, dass die Saison für den Traditionsverein nicht vorbei ist, bevor sie überhaupt angefangen hat. Es wäre sowohl dem KSV samt seinen Anhängern als auch dem gesamten Ringkampfsport zu gönnen. Wir vom RV NRW drücken feste die Daumen und wünschen nur das Beste!!

Dabei war die Vorfreude der Ruhrstädter vor dem Auftakt gegen die Rheinland-Pfälzer ausgesprochen groß: „Die Mannschaft ist voll im Training... die Aufstellung ist geplant! Die Tickets für unsere internationalen Ringer gebucht! Nächste Woche versammelt sich ein Wittener Team, wie wir es lange nicht hatten. Eigengewächse, schlagkräftige Sportler mit deutschem Status und nationalen/internationalen Erfolgen, sowie ausländischen Ringern, fast durchweg mit internationalen Erfolgen. Da freuen wir uns alle drauf...“, schrieb der KSV-Vorsitzende Thomas Altstadt noch am 25.9. via Facebook und sorgte damit für große Neugier, aber vermutlich auch für gewisse Erwartungen vonseiten der Fans.

Dass das Team grundsätzlich schlagfertig ist, steht außer Frage. Eines von vielen Dingen, die dies untermauern, wäre beispielsweise die Verpflichtung von Weltklasse-Superschwergewichtler Eduard Popp, der sich nicht nur zum Punktegaranten, sondern auch zum Publikumsmagneten entwickeln dürfte.

Seine Bundesliga-Rückkehr nach acht Jahren feiert am Samstag der KSK Konkordia Neuss. Man darf gespannt sein, wie sich die „jungen Wilden“, mit denen der Club den Sprung in Liga 1 gewagt hat, schlagen werden. Doch man darf optimistisch sein aus Sicht der Neusser, zumal einige namhafte Neuzugänge das bestehende Gerüst sinnvoll ergänzen werden. Exemplarisch sei der 26-jährige Ex-Walheimer Zviad Metreveli genannt, der die im Vorjahr doch deutlich klaffende Lücke in den oberen Gewichtsklassen schließen wird.

Die Jungs vom KSK werden in eigener Halle die erste Möglichkeit erhalten sich auszuzeichnen. Der Gegner heißt Wrestling Tigers Rhein/Nahe und wird vom ehemaligen Wittener Ringer Karl-Heinz Helbing trainiert. Auch in Neuss ist die Vorfreude groß, wobei die Rückkehr ins Oberhaus in den regionalen Medien wie der Neuss-Grevenbroicher Zeitung gebührend angekündigt wurde.

Die Corona-Krise liegt aber wie ein dunkler Schatten über den Kämpfen, und das nicht ausschließlich wegen des hoffentlich nur vorläufigen Ausfalls des KSV Witten 07. Eingeschränkte Zuschauerzahlen, Hygienekonzepte, Maskenpflicht etc. sind selbstredend auch für das Ringen eine Bürde. Dinge wie eine Siegerehrung ohne Körperkontakt (dafür aber mit 1,5 Meter Sicherheitsabstand) oder der ausbleibende Handschlag zwischen Ringer und gegnerischem Trainer dürften auf den ein oder anderen Zuschauer etwas befremdlich wirken.

Doch sollte man nicht vorab schon tiefstapeln oder gar resignieren, sondern eher positiv nach vorne blicken. Vielleicht beschert uns die ungewohnte und in weiten Teilen auch unangenehme Situation ja sogar zusätzliche Spannung, denn durch die Krise ergaben und ergeben sich viele neue Situationen und Konstellationen. Für den Außenstehenden ist schwer zu überblicken, welcher gestandene Club nun möglicherweise mit vielen Nachwuchskämpfern auflaufen wird. Wer ist trotz Corona-Krise liquide? Wem blieben sämtliche Sponsorengelder erhalten, wem dagegen nicht? Wer holt seine ausländischen Ringer, wer jedoch verzichtet darauf? Möglicherweise erleben wir durch derartige Unwägbarkeiten die eine oder andere Überraschung, die für zusätzliche Spannung sorgen könnte.

 Lasst uns die Kämpfe freudig erwarten und unseren lange vermissten Sport genießen! Lasst uns die Bundesligasaison als ersten Meilenstein hin zur Normalität betrachten, auch wenn letztere wohl noch etwas auf sich warten lassen wird. Hoffen wir abschließend das Beste für unsere beiden Vertreter: Alles Gute und viel Erfolg, KSV und KSK!

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