Ergebnisse

LL VfK Lünen-Süd (v) RG Erkenschwick/ Westerfilde

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Geschrieben von Oliver Stach
Mit 24:15 gewann die erste Mannschaft des VfK Lünen Süd auf heimischer Matte gegen den Landesligaaufsteiger des letzten Jahres der Ringkampfgemeinschaft Erkenschwick/ Westerfilde. Ohne größere Überraschungen gingen vor gut 70 Zuschauern die neun ausgetragenen Kämpfe über die Matte — die nicht vollständig angetretenen Gäste ließen den Lünener Punktesammler Vladimir Kreps in ihrer Aufstellung leer laufen — entsprechend hoch war auch die Punkteausbeute auf der Matte.
Uzun — Brunschede
Kampfrichter Michael Sternkopf machte eine gute Figur und brachte den Landesligakampf ohne Probleme über die Matte.

In der 55 Kilo Klasse gingen mit den jeweils 14 Jährigen Muhammet Uzun und Justin Brunschede die jeweils jüngsten Vertreter ihrer Mannschaften auf die Matte — entsprechend unverhersehnbar, experimentierfreudig und unterhaltsam war der Kampfverlauf. Hierbei waren zunächst die Vorteile auf Seiten des Lüneners. Zwar konnte Brunschede sich zunächst in Folge eines zu schnellen Entfaltens der Uzun Power mit Punktgewinn einmal hinter den Lünener bringen, doch beim zweiten Mal Anschub von Uzun ging Brunschede rücklinks in die Bodenlage. Pech für den Lünener, dass die Aktion mehr oder weniger bereits ausserhalb der Kampffläche verlief, sodass Brunschede hier nicht in Gefahr war, mit Höchststrafe von der Matte geschickt zu werden. Die Runde ging aber mit 4:2 an Uzun. Doch in Runde zwei kam der bisher durch eine Zwangspausierung von der Matte ferngehaltene Brunschede besser in den Kampf: clever nutzte der Westerfilder nun den eifrigen Mattenschub von Uzun für seine eigenen Aktionen, wahlweise rechts-vorbei oder links-vorbei und Brunschede hatte seine Punkte im Sack. Uzun lies
Zimmermann — Blum
hiervon nicht belehren, sodass Brunschede kurz vor Ende der zweiten Runde noch einmal Torrero spielen konnte, diesmal seinen Gegner aber seinen Gegner über den rechten Arm abfangen konnte und Uzun kurz und schmerzlos auf die Schulter legte. Pech diesmal für Brunschede: zwar kopfte Kampfrichter Sternkopf den Kampf zum Schultersieg ab; doch die das schmalbrüstige Lünener Pausensignal kam gegen die Anfeuerungsrufe der Zuschauer nicht an, sodass bis auf den Zeitnehmer alle hier das Rundenende verpassten. Also ging es in eine dritte Runde, indem sich Brunschede zunächst in einem Doppelbeinangriff versuchte, welchen Uzun jedoch aufnehmen konnte. In Folge gegenseitiger Abwehrmaßnahmen gingen die beiden zu Boden, wobei sich Uzun weit über Brunschede bringen konnte. Im Glauben den fälligen Punkt noch verhindern zu können, richtete sich Brunschede auf und verfing sich hierbei in den breiten Armen seines Lünener Gegers. Dieser drehte Brunschede kurzerhand sehr aussichtsreicht auf den Rücken, allerdings wiederum
Bieber — Zito
mit zuviel Uzun. Brunschede konnte locker übertragen, Uzun fixieren und den Kampf an dieser Stelle mit einem Schultersieg für sich entscheiden.

Weiter ging es im Schwergewicht mit dem griechisch-römischen Kampf zwischen dem für die Kampfgemeinschaft startenden Markus Blum und dem auf die Matte zurückgekehrten Jörg Zimmermann. In dem von Zimmermann mit guten Gefühl für das Taktische machbare geführte Kampf, dosierte der Lünener seine Kraft in den ersten beiden Runden passend für die entscheidenen Punkte und machte dann zu. Blum konnte trotz Gewichtsvorteil sich diesem Diktat nicht entziehen, sodass Zimmermann dem etwas ratlosen Blum die ersten beiden Runden mit 3:0 1:0 abnehmen konnte. In Runde drei wurde dann aber bei Zimmermann die Luft reichlich knapp; mit Kopfschutzzupfen hier und Extra Schrittchen da sägte sich der Lünener noch ein zwei Extra Päuschen aus der Kampfzeit. Zwar hart an der Akzeptanzgrenze von Kampfrichter Sternkopf aber alles im Rahmen. Blum konnte sich gegen die Passivwand aber dennoch nicht entscheidend durchsetzen, erzwang aber durch Wahl der nun bequemeren Bodenlage mit seinem 0:1 Rundengewinn die Runde vier. Hier setzte
Arendt — Aksu
sich das Blockadewerk von Zimmermann erst einmal fort, wobei diesmal Blum sich mit einer Wertung in Vorteil bringen konnte. Doch beim Anpfiff zur Bodenlage ging Zimmermann dann noch einmal aus sich heraus: Blum — etwas spät in den Kampf gekommen — konnte es nicht verhindern, dass Zimmermann sich aus der Bodenlage aufstehen, über den sich noch auf den Knieen befindelichen Blum greifen konnte und mit Hilfe des sich aufrichtenden Westerfilders diesen mit einer schönen Schleuder[?HelpMe?] auf die Matte kacheln konnte: Blum kam aus der gefährlichen Lage mit Glück heraus, rettete so seinen Punkt für die Mannschaftskasse, verlor aber den Kampf mit 3:1 nach Punkten.

Nicht viel drin war dann im nachfolgenden Kampf für Benedetto Zito gegen den Lünener Altmeister Frank Bieber. Dies hatte sich das wohl schon fest im Kopf des Erkenschwickers verankert: etwas zu breitwillig gab Zito die Punkte ab. Die drei Runden waren daher auch eher gleich: Bieber zupfte sich Zito in die Bodenlage, suchte den Blickkontakt zu Mattenleiter Sternkopf und drehte sich solange über die Matte, bis er
Uzun — Iflazoglu
die notwendigen Punkte zusammen hatte. Mit 6:0, 7:0, 7:0 gingen vier Punkte an den Gastgeber.

Vier weitere Punkte gab es für Lünen in der 96 Kilo Klasse. Vladimier Kreps erhielt diese für sein Antreten, da die Kampfgemeinschaft keinen Gegner stellen konnte.

Seinen ersten Mattenauftritt hatte anschließend letzten Kampf vor der Pause der Erkenschwicker Ebubekir Aksu. Mit nicht mal einem halben Jahr Training war dann aber auch gegen den Freistil Spezialisten Alex Arendt nun mal gar nichts drin. Nur klappte das mit dem Bock-2-Bock Protokoll zunächst nicht ganz so gut, sodass sich Arendt erst mal selber ein Bild von der Leistungsklasse seines Gegners machen musste. Unmittelbar hatte Arendt daher sich beide Beine von Aksu unter Kontrolle und fegte seinem Gegner mit einigen fotogenen Freilufthelis über die Matte. Allerdings war spätestens jetzt auch Arendt die Unterklassigkeit seines Gegners selber klar und sehr sportlich schaltete der Lünener auf das hierfür notwendige Maß zurück: mit 7:0 ging Runde eins an Lünen. Eher behutsam ging Arendt dann mit seinem Gegner in die Runde zwei um: Wieder über die Beine ging der Angriff des Lüneners, welcher dann aber seinem Gegner die Wurfpuppe ersparte:
Dogan — Demir
Schonend faltete Arendt Aksu zu einem praktischen Knie-An-Ohr Paket zusammen und beendete den Kampf mit einem Schultersieg.

Nach einem kurzen Saisonausflug in die Dortmunder Stadtmitte, kehrte der Lünener Faruk Uzun wieder zum angestammten Lünener Heimatverein zurück. In den Kampf gegen den Erkenschwicker Malik Iflazoglu ging Uzun durchaus favorisiert in den Kampf, doch Iflazoglu erwies sich auf der Matte als überaus sperrig: Gleich zweimal konnte Iflazoglu dann in der ersten Runde Uzun überwinden sodass mit einem Punkt Rückstand Uzun in die Unterlage kam. Doch Uzun konnte sich mit einer ruckartigen Vor-Zurück Nummer seinen Gegner vom Rücken schütteln, stieg mit Drehung über diesen hinweg und holte sich mit einer Zwei noch mit 3:2 die Runde zurück. Die zweite Runde war im Standkampf durch viel Abwehrkampf geprägt, wobei sich Uzun hieraus zwei Punkte Vorsprung incl. Oberlage erkämpfen konnte. Hier konnte der Lünener nun sehr schön eine Doppelnelson ansetzen, aber gegen den muskelbepakten Iflazoglu reichte das nicht. Mit gesenkten Kopf hing Iflazoglu die
Gülec — Iflazoglu
beiden die vollen Dreissig Sekunden über der Matte — den Griff konnte der Erkenschwicker erfolgreich abwehren, den Verlust der Runde aber nicht. Offen der Standkampf auch in der dritten Runde, beim Stand von 1:1 musste Uzun in die Unterlage. Iflazoglu konnte jetzt aber seinen Vorteil nicht nutzen: der körperlange Uzun schlängelte sich aus seinen Griff, bekam zunächst die Beine nach vorn, dann den Oberkörper seitlich an Iflazoglu vorbei und holte sich mit dieser sehr schönen Aktion kurz vor Ende der dritten Runde den notwendigen Punkt zum 3:2, 2:0, 2:1 Punktsieg.

Erst schlug der Erkenschwicker Ferhat Demir sich die Matte auf die Stirn, anschließend glättete er sich mit beiden Händen die Sorgenfalten auf selbiger, wie tapsig er sich nur in den ersten 10 Sekunden des Kampfes anstellen konnte. Gegen den Lünener Ali Dogan ging Demir als klarer Favorit forsch auf die Matte, wollte entsprechend den Lünener auch gleich mit einem schönen
Uzun — Jacobs
griechisch-römischen Wurf auf die Matte legen und — landete mit Dogan auf dem Bauch auf dem Rücken. Zwar konnte sich Demir mit zwei kräftigen Doppelbeinschüben von der Matte bringen — allerdings brauchte Demir dann noch mal eine Sekunde Tarnkappe, um seinen fulminaten Kaltstart so richtig einzusortieren. Danach machte der Erkenschwicker jedoch alles richtig: Mit den Armen fest um Dogans Kopf gingen die beiden zu Boden: einen Vollkreisel später war der Kampf mit einem Schultersieg für Demir gewonnen.

Einen sehenswerten fünf Runden Kampf legten in der anschließenden 84 Kilo Kampf der Erkenschwicker Ali Iflazoglu und Murat Gülec auf die Matte. In den Kampf zweier gleichwertiger Ringer liessen die Beiden auf der Matte mit gesunder Härte im Freien Stil dem jeweilig anderen freiwillig kein Stück Matte; es wurde in der kompletten Kampfzeit gut gepowert, sodass die beiden in Summe am Ende sicherlich mehr als ein Kilo weniger auf die Waage gebracht hätten. Wechselseitig nahmen sich
Tautz — Yilmaz
die Beiden die Runden ab: Iflazoglu legte ein Runde vor, Gülec zog nach. Heftig die Runde drei, welche sich beim Stand von 4:4 Iflazoglu auf Grund der höheren Wertung für sich sichern konnte. Knapp ging dann auch der Kampf dann für Gülec verloren: zwar konnte sich kurz vor Schluß der fünften Runde Gülec noch einmal seinen Gegner über das linke Bein zur Brust ziehen, aber für Mehrwertpunktaktionen reichte dann die Zeit nicht mehr: Iflazoglu gewann diese Fünfte Runde mit 1:2 und holte somit einen 2:3 Punktsieg für Erkenschwick/ Westerfilde.

Einiges an Lehrgeld legte der gerade 14 Jährige Erkenschwicker Tom Jacobs im Kampf gegen den Lünener Freistilspezialisten Harun Uzun auf die Matte. Uzun schätzte den Sachstand dann auch gleich richtig ein und suchte gleich ein schnelles Ende. Den Ersten Versuch von Uzun seinen Gegner zum Frankieren auf die Matte zu stempeln, konnte Jacobs noch abwehren. Beim zweiten Mal war Uzun mit diesem Griff jedoch erfolgreich und beendete diesen etwas ungleichen Kampf in unter einer Minute mit einem Schultersieg.

Beim Zwischenstand von nun 20:12 war der Ausgang des letzten Kampfes hinsichtlich des Mannschaftskampfergebnisses von eher statistischer Bedeutung. Eher minimalistisch ging daher der favorisierte Westerfilder Erhan Yilmaz in den im griechisch-römischen Stil ausgetragenen Kampf der 74 Kio Klasse gegen den Lünener David Tautz. Nach jeweils einem oder zwei Sicherheitspunkten war der clevere Yilmaz dann eher darauf bedacht, den Armen des kräftigen Lüneners möglichst punkteschonend auszuweichen. Dies gelang ganz gut sodass Yilmaz Runde eins und zwei zwar etwas trocken aber dennoch mit 0:1 0:2 sicher für sich entscheiden konnte. Tautz musste daher nun mehr riskieren, was auch gleich von Yilmaz genutzt wurde. Mit einer herrlichen (und schön zur Kamera geworfenen :) Drei legte Yilmaz seinen Gegner auf die Matte. Der für seine oft auch in unmöglichen Lagen gezeigte Willens/Kraft berühmte Lünener, konnte sich mal wieder aus der Gefahrenlage der Kategorie 'Unsinkbar' befreien — immer wieder erstaunlich, woher der Junge die Kraft dafür nimmt — der Kampf war aber damit zu Grunsten von Yilmaz entschieden.