Ergebnisse

LL VfK Lünen-Süd (v) ASV Atlas Bielefeld

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Geschrieben von Oliver Stach
Mit 25:14 gewann die Mannschaft des VfK Lünen-Süd recht deutlich gegen die Mannschaft des ASV Atlas Bielefeld und unterstrich mit dem dritten Sieg in Folge ihre Führungsrolle in der Landesliga Ost. Die Gäste aus Ostwestfalen traten hierbei nur mit neun Ringern auf der Matte an und brachten den Lünernern gleich vier Punkte als Gastgeschenk mit. Allerdings täuscht das eindeutige Ergebnis doch recht stark über die tatsächlichen Leistungen auf der Matte hinweg: immerhin 27 Runden Ringkampf und damit fast spannende 2 Stunden konnten die Zuschauer an der Dammwiese miterleben: die Bielefelder verkauften sich eigentlich recht gut, jedoch gingen den Jungs aus Ostwestfalen in den entscheidenden Kämpfen die Puste aus und kassierten dann trotz einer guten Leistung noch eindeutige Niederlagen.
Michael Sternkopf
Auch hatte Lünen bei dem Ergebnis zudem ein wenig Glück, als der Lünener Harum Uzun in Folge einer schnellen Aktion des Bielefelders Zdenek Havlik für den an diesem Abend recht sicheren Mattenleiter Michael Sternkopf nicht sichtbar mit beiden Schultern über die Matte ging. Sternkopf wollte daher hier keinen Schultersieg geben: Auf das Kampfergebnis hatte dieser Kampf jedoch schon keinen Einfluss mehr: Lünen hatte den Vergleich bereits nach dem achten Kampf für sich entschieden.

In der 55 Kilo Klasse standen sich die beiden Jugendringer Eugen Gensch und Cihan Oruc gegenüber. Der Lünener Oruc traute sich zunächst gar nichts gegen den stark auftretenden Gensch zu und gab doch recht bereitwillig Punkte ab. Einige halbgare Angriffe konnte Gensch locker in Punkte wandeln
Oruc — Gensch
und ging schnell mit 0:5 in Führung. Erst als sich Oruc in Folge einer recht stürmischen Kampfsituation gegen seinen Bielefelder Gegner durchsetzen konnte, öffnete sich wohl das Kämpferherz und Oruc rang nun mit: die Runde war zwar mit 3:8 verloren aber Gensch hatte es nicht nicht so leicht wie in der ersten Minute des Kampfes. In der zweiten Runde waren dann die beiden auf gleicher Augenhöhe: Gensch konnte zwar sich zunächst mit einem Doppelbeinangriff durchsetzen und punkten: doch nun hielt Oruc dagegen: eine im Knielage ausgeführte Schleuder brachte Gensch in die recht kritische 10 vor 2 Lage und nur mit hoher Körperspannkraft (und wohl einiger Hundert Klappmesserübungen) konnte sich der junge Bielefelder aus der Lage wieder befreien. Schön gemacht! Die Runde ging mit 4:3 an Oruc. In der dritten Runde war dann doch wieder recht eindeutig: zu viel Kraft hatte Oruc in der zweiten Runde investiert und stand nun doch schon etwas wackelig auf den Beinen. Gensch nutzte dies
Bieber — Legbaum
recht gut, holte sich den Lünener mit einem Doppelbeinangriff auf die Matte, drehte Oruc kurz auf den Rücken und beendete den Kampf an dieser Stelle mit einem Schultersieg.

Kurz war der Kampf in der 120 Kilo Klasse. Da Bielefeld hier keinen Gegner stellte, holte sich Ali Aydogan kampflos vier Punkte für Lünen und konnte so den Punktestand wieder ausgleichen.

Recht machtlos stand der gewiss nicht schlechte Jugendringer Wladislaw Legbaum gegen den sehr erfahrenden Frank Bieber in der 60 Kilo Klasse griechisch-römisch auf der Matte. Gegen seinen um einen Kopf kleineren aber flinkeren Gegner fand Legbaum keine Mittel und wurde so in jeder der drei Runden von Bieber im Standkampf in den ersten 10 Sekunden jeweils überwunden und gab gleich so Punkte ab. Im Bodenkampf holte dann Bieber seinen Bielefelder Gegner jeweils aus der Bank und kippte und drehte sich so seine Punkte zusammen. Mit 7:0, 6:0, 7:0 gingen vier Punkte für den technisch überlegenen Punktsieg an Lünen.

Nur für eine Runde reichte die Kondition des Lüneners Bedri Safa im Kampf gegen Alexander Zilke in der 96 Kilo Klasse. In dem im Freien Stil ausgeführten Kampf konnte Safa seinen Gegner in der ersten Runde doch mit für diese Gewichtsklasse recht selten gesehen Techniken überraschen und es ergab sich ein recht lebendiger Kampf. Zwar setzte sich Zilke am Ende der Runde mit 3:5 durch, doch konnte sich der knapp ein Jahr ringende Lünener dabei recht gut verkaufen. Runde zwei und drei waren dann doch
Safa — Zilke
etwas einseitiger; Safa war recht platt und zeigte dies auch deutlich: Zilke holte sich so Punkt für Punkt und hätte den Kampf um ein Haar auch noch auf Schultern gewonnen: Zilke hatte seinen Gegner bereits sicher im Griff, konnte aber die Abwanderbewegung von Safa nicht verhindern und der Lünener schaffte seinen Kopf ins Blaue. Vier Punkte gab es dennoch für Bielefeld: der technisch überlegene Punktsieg von Zilke brachte den Ostwestfalen hier den verdienten 8:8 zwischenzeitlichen Ausgleich.

Im letzten Kampf vor der Pause gingen im freien Stil Alex Arendt für Lünen und Ovhan Takanaev auf die Matte. In dem Kampf zweier technisch gleichwertiger Ringer entschied der Lünener Arendt den Kampf auf Grund seiner besseren Kondition: bis zur dritten Runde war der sehr hochwertige
Arendt — Takanaev
Kampf ausgeglichen; für eine vierte Runde hatte der Bielefelder allerdings nicht geplant und musste sich hier dann doch recht deutlich von Arendt beherrschen lassen. In Runde eins ging Arendt recht flott, noch ehe der Anpfiff von Mattenleiter Sternkopf in der Halle so richtig verklungen war, hatte der Bielefelder bereits Arendt an der Backe und musste in die Bodenlage. Ein weiteres Mal lies sich Takanaev allerdings nicht so überraschen: 1:0 für den Lünener. In der zweiten Runde war dann der Bielefelder am Zug: Arendt versuchte hier den Oberkörper mit beiden Armen zu umschließen, doch der Bielefelder war hier schneller, schaffte es seinen rechten Arm hinter den Kopf von Arendt zu schließen und legte den Lünener so sauber auf die Matte; die von Arendt angelegte Körperdrehung dankbar ausnutzend. Arendt versuchte hier nun noch einiges um sich die 2 Punkte wieder zurück zuholen; doch Takanaev lies keine weitere Aktion zu. Runde zwei ging an den Bielefelder. In der dritten Runde bekam dann Arendt so langsam Oberwasser: der Bielefelder zollte dem hohen Kampftempo Tribut und war nur noch in der Defensive. Kurz vor Ende der Runde schaffte Arendt dann noch einen Einsteiger, das Pausensignal bewarte Takanaev hier wohl vor einer vorzeitigen Niederlage. In der vierten Runde hatte dann Arendt den Kampf in der Hand: Takanaev gab allerdings nicht auf und versuchte trotz nachlassender Kräfte das ein oder andere. Seine Niederlage konnte der Bielefelder jedoch trotz der Mobilisierung letzter Reserven nicht mehr verhindern. Arendt zollte der sportlichen Einstellung seines Gegners hier auch die Anerkennung und half nach dem Kampf völlig ausgepumpten Gegner wieder auf die Beine. Ein schönes Bild.

Kreps — Zilke
Einen Ringerischen Leckerbissen hatte der der Kampfabend in der 84 Kilo Griechisch-römisch den anwesenden Zuschauern zu bieten. Im Kampf zwischen Vladimir Kreps und Alex Zilke hielten sich die Beiden im Standkampf mit feinen Grifftechniken, kleineren Finten und Gegenfinten recht gut in Schach sodass man als Zuschauer die fehlenden Punkte hier gar nicht vermisste. Im Bodenkampf war aber zur Freude der Lünener Fans Kreps seinem Bielefelder Gegner überlegen: in jeder
Erdogan — Takanaev
der drei Runden drehte Kreps Zilke einmal durch und konnte seinerseits alle Versuche von Zilke, dies ihm gleich zu tun, verhindern. Mit 3:0, 3:0, 3:0 konnte Kreps so einen Punktsieg für seine Lünener Mannschaft gutschreiben.

Einige Schwächen im Bodenkampf zeigte der Bielefelder Ansor Takamaev den Kampf gegen Ufuk Erdogan und musste so eine Schulterniederlage in der zweiten Runde hinnehmen. Im Standkampf konnte sich der Bielefelder in dem im griechisch-römischen Stil ausgeführten Kampf in der 66 Kilo Klasse zunächst recht gut verkaufen, machte den Kampf und Mattenleiter Sternkopf entschied zurecht dass Takamaev zuerst in die Oberlage durfte. Takamaev konnte hieraus nichts für sich gewinnen: zwar bekam der Bielefelder seinen Gegner recht gut zu fassen, so Erdogan schlüpfe Takamaev aus dem Griff und nahm sich so seinen ersten Punkt. In Unterlage hatte Takamaev jedoch hinsichtlich der Ankippern von Erdogan recht wenig Mittel, lies sich zweimal über die 90° kippen und gab die Runde mit 5:0 ab. Derartig beflügelt, ging dann in der zweiten Runde Erdogan mit viel mehr Druck: Punkte gab es nicht, aber die Oberlage konnte sich der Lünener so erkämpfen. Direkt aus dem Anpfiff konnte Erdogan in der angeordneten Bodenlage seinen Griff um die Hüfte von Takamaev schließen und drehte den Bielefelder zweimal
Kayar — Kayser
über die Matte. Bei einem dritten, allerdings nur angetäuschtem Durchdrehansatz, konnte Erdogan seinen Gegner dazu verlocken sich viel zu weit nach vorne zu legen, sodass Erdogan freien Zugriff für einen Hebel hatte. Takamaev wollte sich aus der Lage noch mit einer Rolle entziehen, doch der Griff von Erdogan sass fest: Mit beiden Beiden in der Luft ging der Bielefelder so auf die Schultern.

Einen schönen Freistilkampf gab es in der 84 Kilo Klasse zwischen dem Bielefelder Borys Kayser und Ersin Kayar zu sehen. In der ersten Runde tasteten sich die Beiden gegenseitig ab: nur einmal konnte Kayar seinen Gegner überraschen und holte sich so seinen Punkt für die erste Runde. In der zweiten Runde kam dann Kayser viel besser in den Kampf: zwei mal hatte der Bielefelder seinen Gegner in der gefährlichen Lage, Pech für Kayser dass beim ersten Mal hier beide Ringer aus der Kampfzone fielen und beim zweiten Mal sich Kayar, einen Daumen breit über der Mattenoberfläche gut 20 Sekunden halten und sich mit viel Kraft auch aus dieser Lage wieder entziehen konnte. Der Bielefelder gewann die Runde mit 0:5. Runde drei war dann recht spannend. Kayser lag zunächst scheinbar sicher mit 0:2 Punkten in Führung, doch der Lünener Kayar
Uzun — Havlik
schaltete dann schlafende Energie dazu (hier Übersetzunghilfe für die Kiddies) und holte sich konsequent Punkt für Punkt zum 3:2 Rundengewinn. In der vierten Runde war dann der Bielefelder schon zu erschöpft um sich noch einmal in den Kampf zu bringen. Aus zwei halbherzigen Angriffen von Kaysar konnte Kayar jeweils einen Punkt abstauben und sich auch diese Runde sichern. Durch seinen 3:1 Punktsieg stellte Kayar zudem den Gesamtsieg von Lünen sicher: bei einem Zwischenstand von 21:10 konnten die Bielefelder aus den letzten beiden Kämpfen nicht mehr genügend Punkte erzielen um der Heimmannschaft noch den Sieg zu nehmen.

Ergo ging es recht es recht locker in den 74 Kilo Freistilkampf zwischen Harun Uzun und dem Bielefelder Zdenek Havlik. In der ersten Runde versuchte der Bielefelder Havlik Uzun zunächst seine Angriffe über den linken Arm von Uzun zu gestalten, hatte allerdings hiermit weniger Glück. Alle Ansätze punktewirksamer Würfe konnte der Armlange Lünener geschickt abgreifen, in Folge der weiteren Kampfsituation Kontrolle über seinen Gegner erlangen und so erfolgreich punkten. Schön auch der aus der Banklage ausgeführte Durchdreher, mit dem Uzun Havlik völlig yberraschen konnte. Ergo änderte daher Havlik seine Taktik und attaktierte den Lünener über die Beine: Auch hier konnte Uzun sich gut halten und zog seinen Gegner mit einen Spaltgriff locker über sich hinweg: 6:0 der Rundengewinn für Uzun in Runde eins. In Runde zwei sprang Uzun geradezu in den Kampf und konnte sich so gleich einen Punkt sichern. In der Bodenlage verteidigte sich der Bielefelder allerdings sehr gut, sodass sich hieraus keine weiteren Punkte ergaben. Bei der Wiederaufnahme des Kampfes revangierte sich nun Havlik und legte Uzun mit einem Beinangriff auf die Matte: drei Versuche von Havlik einen Einsteiger anzusetzen musste nun Uzun abwehren, bis er wieder die Lage genügend unter Kontrolle hatte. War Knapp. Noch
Tautz — Engelgardt
knapper wurde es dann, als Uzun versuchte seinen Gegner aus der Banklage zu drehen. Havlik konnte hierbei das linke Bein von Uzun an sich ziehen und zog somit dem Lünener Jugendringer praktisch den Boden unter den Füßen weg: Uzun landete hierbei kurzzeitig voll auf den Schultern. Glück für ihn, dass ihn dies nur die Runde kostete. In der dritten Runde verlegte sich dann Uzun mit Erfolg auf einfachere Sachen. Ein schöner aus der Stellung herausgearbeiteter Doppelnelson brachte dann den gewünschten Erfolg: beim Stand von 0:4 musste Havlik seine Schulterniederlage akzeptieren.

Vorzeitig endete auch der letzte Kampf des Abends: im Kampf zwischen David Tautz und Evgenij Engelgardt musste der Lünener Jugendringer in der zweiten Runde auf die Schultern. Nach einer recht technisch hochwertigen ersten Runde, rutschte Tautz bei einem Versuch eines Armhebels völlig über seinen Gegner hinaus, sodass sich der Bielefelder mit einer Drehung über den Kopf Tautz mitziehen konnte und so. nach einer kompletten Wende. Tautz unter sich begraben konnte. Tautz versuchte mit einigen recht spektakulären Körperdrehungen den Bielefelder sich noch vom Bauch zu schieben; letztendlich vergeblich: aus der Lage gab es kein Entkommen. Mit seinem Schultersieg holte Engelgardt noch einmal vier Punkte für seine Mannschaft und stellte zum Endergebnis von 25:14 ein.