Ergebnisse

OL TSG Herdecke (v) KSV Witten II

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Geschrieben von Oliver Stach
Mit 25:11 gewann am vergangenen Samstag die TSG Herdecke den Oberliga Vergleich gegen die zweite Mannschaft des KSV Witten 07 am Ende doch recht deutlich. Dabei gingen beide Mannschaften nicht gerade ohne Aufstellungsorgen auf die Matte: So stellte Witten hier Andreas Eisenkrein in der 55 Kilo (...) Klasse auf die Matte. Hierdurch schlossen die Wittener zwar recht leicht ihre Aufstellungslücke in der 74 Kilo Klasse aber gleichsam beschwerlich war dann auch der Weg bis zur Waage für die leichten Wittener Jungs, welche alle durchweg um eine Gewichtsklasse aufschwimmen mussten.
Michael Faller
Aber auch Herdecke stopfte in der 66 Kilo Klasse mit Felix Althoff einen Ringer der zweiten Mannschaft in das Aufgebot der Ersten, wodurch den gut 200 Zuschauern des Ruhrtalklassikers somit das Duell zwischen Stephan Thoß und Akaki Kuntchulia in der 74(!) Kg Gewichtsklasse geboten wurde: sicherlich ein Pluspunkt für den Kampfabend. Als Mattenleiter war die Wahl des Bundesligaschiedsrichters Michael Faller eine sehr gute Idee: ohne große Unsicherheiten ging das Prestigeduell so über die Bühne.

Im ersten Kampf des Abends standen sich in der 66 Kilo Klasse griechisch-römisch für Herdecke Igor Domovets und für Witten Emre
Domovets — Yilmaz
Yilmaz gegenüber. In dem vorgezogenen Kampf waren die Vorteile klar auf der Hand des Herdeckers: Vor allem in den Bodenlagen konnte sich Domovets sehr deutlich durchsetzen und drehte hier seinen Wittener Gegner mehrfach von der Matte. Auch kleinere Beinhakeleien nutzen Yilmaz hier nicht viel: Mattenleiter Faller strafte diese Nummern recht konsequent ab. Selbst in Oberlage konnte Yilmaz seinem Gegner nicht gefährlich werden. Entsprechend eindeutig fiel mit 7:0, 2:0, 5:0 am Ende das Ergebnis für den Herdecker aus: mit dem technisch überlegenen Punktsieg brachte Domovets sein Team gleich mit vier Punkten in Führung.

Seinen ersten Auftritt im NRW Ligensystem hatte der Wittener Jugendringer Andreas Eisenkrein im nachfolgenden 55 Kilo Freistil Kampf. Eisenkrein — mit durchaus mit realen 5 Kilo Gewichtsdefizit gegenüber seinem Herdecker Gegner Daniel Beucke
Beucke — Eisenkrein
— ging in die erste Runde leicht übermotiviert und überlies mit einigen leichtfüßigen Angriffen seinem Gegner recht viel Raum für deutliche Punktegewinne. Dabei hatte der junge Wittener auch noch Glück den Kampf nicht schon in der Ersten Runde an Beucke abgeben zu müssen: Beucke hatte Eisenkrein nach etwa 90 Sekunden in aussichtsreicher Lage auf den Rücken gedreht. Jedoch ging dem Herdecker für ein erfolgreiches Ende der Aktion dann doch die Zeit aus: Eisenkrein verteidigte sich auch auf dem Rücken liegend recht gut und kam so über die Zeit. In der zweiten und dritten Runde zeigten die Beiden dann einen sehr schönen Kampf, wobei Beucke seinen Gewichtsvorteil nutzen konnte, einen kleinen Punkt wirksam über die
Fiedler2
Zeit zu bringen. Eisenkrein zwar lief mit viel Biss und Risko diesem Punkt hinterher, brachte sich aber hierbei in einige verzwickte Situationen. Diese konnte der Wittener dann aber auch hervorragend lösen konnte und gab keine weiteren Punkte an Beucke ab. Daher gingen auch diese beiden Runden recht sicher an Beucke, sodass Eisenkrein dann doch noch schwer schlucken musste, ohne einen Mannschaftspunkt diesen Kampf mit 7:0, 1:0, 1:0 an seinen Herdecker Gegner abgeben zu müssen.

Fiedler gegen Fiedler hiess das Bruderduell in dem nachfolgenden Kampf in der 120 Kilo Klasse (Was mich nun vor das Problem stellt, hier einen verständlichen Bericht zu schreiben ... Daher ich ausnahmsweise den Bericht per Vornamen fortführe) Im Kampf zwischen Sven und Sebastian waren die Karten erwartungsgemäß recht eindeutig verteilt.
Kern — Eisenkrein
Sven vertraute ganz auf seine Fähigkeiten im Bodenkampf: die Beiden kennen sich halt auch zu gut, als dass etwas Wirksames im Stand hätte passieren können. In der Bodenlage kippte dann Sven seinen Bruder Sebastian mehrfach über die Schulter, sodass Runde Eins und Zwei mit 6:0 resp 5:0 recht deutlich an Sven gingen. In der dritten Runde leistete sich Sven durchaus im Stand das ein oder andere Päuschen, sodass Sebastian zuerst in die Oberlage durfte. Doch dies nutzte Sebastian recht wenig: Sven verteidigte sich auch in dieser Runde so gut, dass sein Bruder hier keine Aktion durchbringen konnte. Selbst in Oberlage holte sich Sven dann mit einem schönen Durchdreher noch mal zwei Punkte und gewann die Runde mit 3:0. Durch seine vier Punkte lagen Herdecker bereits mit 11:0 Punkten in Führung.

Die ersten Punkte für Witten konnte dann Arthur Eisenkrein in der 60 Kilo Klasse griechisch-römisch holen. Sein Gegner Michael Kern — durchaus 1,5 Ringergeneration älter als sein Gegner — hielt sehr gut mit und nahm Eisenkrein den ein oder anderen Punkt ab. Nachdem Eisenkrein Runde eins etwas schlummerig mit 2:2 knapp gewinnen konnte, platzte dann in Runde zwei nach Rückstand und einer Kopfnuss beim Wittener der Kragen. Eisenkrein bekam mal einen Pelz, mutierte zum Eisenbein und öffnete so sein ganzes Ringerpotential. Mit einigen
Meyer — Kayar
schönen Ankippern beherrschte der Wittener nun den Kampf und liess Kern nur noch recht wenig Platz auf der Matte: Runde Zwei ging mit 3:5 und Runde Drei dann technisch überlegen mit 0:6 an Eisenkrein. Der Wittener Bank wäre es sicherlich lieber gewesen diese Tatkraft gleich von Beginn gesehen zu haben; letztendlich verhinderte Kern durch seinen guten Einsatz in den ersten beien Runden einen vierten Mannschaftspunkt für Witten.

Auch im letzten Kampf vor der Pause leistete sich der Wittener Mesut Kayar diesen Luxus. Im Kampf gegen den Herdecker Manuel Meyer hatte es der Wittener durchaus in der Hand mit vier Mannschaftspunkten aus dem Kampf zu gehen: zu schnell war Kayar in dem in freien Stil ausgetragenen Kampf an den Meyerschen Fesseln, hob ihn entsprechend von der Matte und drehte Meyer per Beinschraube über die Matte. Allerdings schaltete Kayar, nachdem er Runde eins vorzeitig mit 0:6 für sich entscheiden konnte, in der zweiten und dritten Runde nach einem Punktgewinn, mindestens zwei Gänge zurück und zuckelte die Punkte und die Runde dann ungefährdet nach Haus: hier legte sich dem
Lübking — Baumjohann
Wittener vermutlich bereits sein geplanter Einsatz in der Bundesliga am nächsten Vormittag auf die Arme. Mit seinen 6:0, 1:0, 2:0 Rundengewinnen fehlten daher Kayar am Ende 2 Punkte für einen technisch überlegenen Punktsieg. Diese wären aber durchaus machbar gewesen.

Keinen Kampf gab es in der nachfolgenden Ansetzung in der 66 Kilo Klasse. Der Wittener Amir Darvischi konnte zwar noch seinen Herdecker Felx Althof einmal von der Matte aufpicken, doch weiter kam Darvischi nicht: Althof gab an dieser Stelle bereits den Kampf auf und Witten kam hierdurch bis auf einen Punkt auf 11:10 an die führenden Herdecker heran.

Durchaus eine EPa bezog der zur Zeit durch die Bundeswehr vom Ringen abgehaltene Wittener Christian Baumjohann durch den Herdecker Philipp Lübking. Mit Training wäre die
Demjanow — Daghighian
Partie sicherlich um einiges nahrhafter gewesen, doch an diesem Abend war der Herdecker in dem im griechisch-römischen Stil ausgetragenen Kampf von Baumjohann nicht zu gefährden. Lübking hielt seinen Gegner dabei sowohl im Stand als auch in der Bodenlage attraktiv unter Dampf: entsprechend eindeutig das Ergebnis: mit 7:1, 4:2, 4:0 holte sich Lübking mit 13 Punkte Differenz einen technisch überlegenen Punktsieg.

Etwas einpunktig war hingegen der nachfolgende Kampf in der 84 Kilo Freistil Klasse. Sowohl der Herdecker Pjotr Demjanow als auch der für Witten startende Aram Daghighian waren sich hierüber recht einig; etwas zäh war daher der Kampf. Demjanow hatte hierbei durchaus Vorteile, doch nachdem sich der Herdecker in den drei Runden über den linken Fuss beim Wittener punktewirksam bedient hatte, passierte bei beiden nicht mehr viel: mit 1:0, 1:0, 2:0 holte sich der Herdecker weitere vier Mannschaftspunkte.

Ganz anders war da schon der Kampf zwischen dem Herdecker Stephan Thoß und Akaki Kuntchulia. Im Kampf der beiden 66 Kilo Jungs hätten sicherlich die meisten Zuschauer ihre Wetten auf den Wittener
Thoß — Kuntchulia
abschlossen, jedoch der Herdecker Thoß zeigte mal wieder seine Steherqualitäten und erwies sich so in dem sehr spannenden Kampf als Quotenkiller. Nur in der ersten Runde konnte Kuntchulia seiner Favoritenrolle gerecht werden: mit 1:3 ging die Runde nach Witten. In der zweiten Runde kam schon der Ausgleich: Lang lag Kuntchulia hier in Führung. Kurz vor Ende der Kampfzeit gingen dann beide Aktive bei einer Aktion des Witteners über den Mattenrand: Mattenleiter Faller sah Kuntchulia — sehr zu dessemm Mißfallen — hier als Erstes aussen und gab den Rundenausgleich an Thoß. Hiervon etwas angefressen ging der Wittener nun in Runde drei: viel zu deftig waren daher die Aktionen von Kuntchulia; Mattenleiter Faller rief den Wittener Ringer zur Ordnung. Entschieden wurde diese Runde wieder am Mattenrand: In einer verwurstelten Situation verliessen wieder beide Ringer die Matte; Faller sah auch bei dieser Aktion den Wittener als erstes ausserhalb. Hier hätte man durchaus auch anders entscheiden können. In der vierten Runde ging der bis hierhin eher auf Konter
Kauer — Kashakashvili
ringende Herdecker dann mehr in die Offensive. Schön trotze Thoß zwei Punkte dem Wittener zur Führung ab. Allerdings schaffte es Kuntchulia knapp 10 Sekunden vor Ende der Runde noch einen trickreichen Doppelbein Angriff, hob seinen Herdecker Gegner von der Matte und versuchte — das linke Bein seines Gegners festumschlossen — Thoß mit dem Rücken über die Matten zu führen. Gut drehte sich der Herdecker aus dem Andruck, verhinderte so die Zwei und holte sich hierdurch Runde Vier und einen 1:3 Punktsieg.

Im letzten Kampf des Abends hatte der Herdecker Sebastian Kauer seine Punkte bereits auf dem Wiegezettel gewonnen. Sein Wittener Gegner Nodari Kashakashvili ging hier als dritter Ausländer über die Waage und war daher nicht Punkteberechtigt. Der angesetzte Einlagekampf dauerte allerdings nur knapp eine halbe Minute: nach etwas Standkampfgeplänkel, konnte Kauer seine Arme fest um den Kopf und den linken Arm schließen, knickte nach unten weg und legte so seinen Gegner kurzerhand auf die Schultern.