Ergebnisse

LL KSV Krefeld II (v) KSV Hohenlimburg II

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  • Geschrieben von Oliver Stach
    Vor gut 50 Zuschauern trennten sich am vergangenen Freitag mit einem leistungsgerechten 19:19 Unentschieden die beiden zweiten Mannschaften des KSV Hohenlimburg und des KSV Germania Krefeld. Mit Ergebnis der Punkteteilung im Landesligakampf der Abstiegsrunde können die beiden Mannschaften durchaus zufrieden sein. Die Gäste aus Hohenlimburg bunkern sich hierdurch mindestens den zweiten Platz in der mit nur noch vier Mannschaften recht übersichtlich besetzen Runde. Der Gastgeber aus Krefeld zieht an seinem Mitkonkurrenten der Mannschaft des VfL Kemminghausen vorbei und verbessert sich hierdurch um einem Platz.
    Hubolov — Busch
    Dabei hatten in dem durch Mattenleiter Georg Neumeyer gut über die Matte gebrachten Begegnungen beide Mannschaften durchaus die Gelegenheit den Kampfabend für sich zu entscheiden. Doch die Krefelder vermochten bei einem Stand von 19:8 vor den letzten drei Kämpfen keinen Punkt mehr für sich gewinnen und die Hohenlimburger verpassten die Optimalausbeute von 12 Punkten sodass am Ende die Partie doch noch einmal recht spannend wurde.

    Los ging es zunächst mit dem vorgezogenen Kampf in der 66 Kilo Freistil Klasse: für Hohenlimburg startete Tobias Busch, für Krefeld ging Eldar Hubolov auf die Matte. Dem Kampf konnte Busch in der von ihm ungeliebten Stilart deutlich den Stempel aufdrücken: Mit den Vorteilen einer längeren Armreichweite nahm Busch konsequent die Fahrt
    Dumins — Hausegger
    aus dem Kampf und hielt hierdurch seinen Gegner als auch seine Niederlage unter Kontrolle. Hubolov konnte sich bei der Armwand nur in der ersten Runde deutlich mit 4:0 durchsetzen; in Runde zwei und drei reichte dann die nachlassende Kraft beim Krefelder nur noch für jeweils für einen 1:0, 2:0 Rundengewinn und somit in der Mannschaftswertung nur für einen einfachen Punktsieg.

    Einen spritzigen Kampf zeigte bei seinem ersten Auftritt in den NRW Ligen der gerade 14 Jahre gewordene Nils Hausegger in der 55 Kilo Freistil Klasse. Sein Krefelder Gegner Mike Dumins staunte wohl nicht schlecht, denn kaum war der Anpfiff von Mattenleiter Neumeyer verklungen, da klebte schon Hausegger an der Hüfte seines Krefelder Gegners und legte diesen sauber auf den Schultern ab. Dumins hatte Glück nicht schon hier den Kampf vorzeitig abgegeben zu müssen. Hausegger bliebt bei dem Angriffsmuster; wieder ein Doppelbeinangriff; diesmal rollte Dumins mit den Schultern über die Matte; kam aber diesmal nicht wirklich in die Bodenlage. Hausegger konnte seinen Gegner noch mal über das linke Bein gefährlich auf die Matte bringen: Dumins brauchte schon viel Kraft um hier wieder heraus kommen. Die Runde war aber dennoch mit 0:7 an Hausegger verloren. Einen exakt gleichen Verlauf und somit das gleiche Ergebnis hatte Runde zwei:
    Brodziak — Oral
    Dumins konnte sich den flitzigen Hausegger nicht schnell genug von den Beinen schütteln und musste so flott wieder von der Matte. Die dritte Runde begann der Hohenlimburger ähnlich eindrucksvoll, nur dass er diesmal seinen Gegner auf der Matte fixieren konnte. Beim Stand von 0:4 holte sich Hausegger sich noch einen Schultersieg.

    Als zu leicht entpuppte sich der Krefelder Sebastian Brodziak mit seinen 86 Kilo gegen den Hohenlimburger Pfundskerl Cansun Oral in der 120 Kilo Klasse griechisch-römisch. Mit seinen 30 Kilo Gewichtsvorteil zog sich Oral seinen Gegner schön zur Brust um dann diesen, derartig aus dem Gleichgewicht gebracht, unter sich begraben zu können. Beim ersten Mattenplätter drehte sich Brodziak noch aus
    Jansen — Schön
    der Falllinie. Beim zweiten Ansatz konnte dann Oral beide Arme seines Gegners vor dem Fall festhalten, sodass es hier in Folge des Bodenkampfes für den Krefelder nichts mehr zu holen gab: noch vor Ablauf der ersten Kampfminute musste Brodziak seine Schulterniederlage hinnehmen.

    Mit Sanny Jansen und Valerian Schön standen dann im nachfolgenden Kampf in der 60 Kilo Klasse griechisch-römisch zwei Jugendringer auf der Matte, welche beide eine gewisse Neigung zu gröberen Mattenschnitzern haben als auch oder gerade deswegen stets für spektakuläre Aktionen gut sind. Entsprechend furios und unterhaltsam war dann auch der Kampf der Beiden. Die erste Runde ging so zunächst eindeutig an den Hohenlimburger. Schön konnte seinen Gegner gleich umlaufen und brachte sich unmittelbar hinter Jansen. Mit dem linken Arm fest eingeschlossen, ging es nun drei mal für Jansen auf die Matte. Dreimal konnte Schön seinen Gegner im Griff halten und setzte zum Schultern an. Dreimal kam der Krefelder wieder aus der selbst gezimmerten Lage wieder heraus. 0:8 Rundengewinn für Schön. Komplett anders nun Runde zwei: Diemal liess sich Schön so richtig schön von Jansen mit dem Kopf zu Boden drücken, sodass sich Jansen an
    Stockmann — Suberg
    der rechten Seite von Schön festsetzen konnte und noch bevor sich der Hohenlimburger versah, dieser in die Unterlage musste. Hier setzte Jansen von der Seite einen Nelson an, was Schön dazu bewegte sich über den Körper seines Gegners hinweg der Krafteinwirkung zu entziehen. Doch Jansen packte sich so auch noch den anderen Arm von Schön, klemmte ab und zog Schön über sich hinweg in die Brücke. Zwar konnte Schön diese erst einmal in maximaler Aufrichthöhe auf die Matte bringen und hatte somit auch genügend Spielraum gleich mehere Versuche zu unternehmen, sich wieder zurück über Jansen zu rollen. Doch Jansen
    Pesch — Kulakac
    konnte bei jedem dieser Ausbruchsversuche seinen Gegner tiefer packen und hierdurch noch vor Ablauf der zweiten Kampfminute Schön auf die Schultern legen.

    Kurz war der Kampf vor der Pause. Holger "Kante" Suberg verzichtete bei seiner lädierten Schulter und über 15 Kilo Gewichtsunterschied zu seinem Gegner Markus Stockmann auf einen Kampf und gab so vier weitere Punkte an Krefeld ab.

    Recht klare Verhältnisse brachte der Kampf zwischen dem Krefelder Matthias Pesch und Arslan Kulakac in der 84 Kilo Klasse griechisch-römisch. Zwar waren beide Jungs auf der Matte für die Klasse deutlich zu leicht, doch der Krefelder Pesch hatte vor allem in der Bodenlage deutliche Vorteile und drehte Kulakac gleich mehrfach durch. Entsprechend eindeutig auch das Ergebnis mit 6:0, 6:0, 6:0 für Pesch.

    Auch im nächsten Kampf gab es für die Hohenlimburger Gäste nicht viel zu holen. Jugendringer Patryk Woznicki hatte im Kampf gegen den Krefelder Waldemar Tagner viel zu wenig Boden unter den Füßen, musste
    Tagner — Woznicki
    gleich zum Begin des Kampfes Tagner passieren lassen, was diesem eine Kontrolle und einen Durchdreher ermöglichte. Mit den so gewonnen Punkten gab es für Tagner dann auch die erste Oberlage, was der Krefelder nutze seinen jugendlichen Gegner schwer aus der Bank zuheben und so mit fetten drei Punkten wieder auf der Matte abzulegen. Vorzeitiger Rundengewinn für Tagner. Ähnlich die Verhältnisse in Runde zwei. Auch hier bekam Tagner gleich den Rücken von Woznicki unter seine Hände und drehte Woznicki über die Matte. Der Hohenlimburger konnte sich aber in der Drehung halten und versuchte durch Gegendrehung sich der Punkteabgabe zu entziehen. Allerdings war dies dann gleich ein doppelter Fehler: Zum einen hatte Mattenleiter Neumeyer die beiden Punkte bereits dem Krefelder zugesprochen und zum anderen drehte sich Woznicki so selbst breitwillig in die ausgebreiteten Arme seines Gegners. Tagner musste nur noch zupacken und schulterte seinen Gegner in der zweiten Runde.

    Einen recht merkwürdigen Verlauf nahm der nachfolgende Kampf in der 84 Kilo Freistil Klasse. In der ersten Runde war der Hohenlimburger Viktor Nowikowski der technisch bessere Ringer auf der Matte;
    Bekmezci — Nowikowski
    beherrschte so seinen Krefelder Gegner Ibrahim Bekmezci recht sicher mit 1:5. Aber in der zweiten Runde riss bei Nowikowski komplett der Faden: Recht schnell hatte sich Bekmezci einen Punkt erkämpft und verteidigte diesen kleinen Vorsprung über eine sehr lange Zeit. Nowikowski kam gar nicht gut mit dem Rückstand zurecht. Erst in letzter Sekunde vor Ende der zweiten Runde konnte sich der Hohenlimburger sich noch einmal hinter Bekmezci bringen und entschied nach einigen Versuchen so die Runde doch noch für sich. In Runde drei zollte dann auch Bekmezci der Anstrengung des bisherigen Kampfverlaufs Tribut und musste Nowikowski wieder die Matte überlassen. Punkt für Punkt näherte sich nun der Hohenlimburger Jugendringer bedrohlich der sechs Punkte Marke, welche diesem einen technisch überlegenen Punktsieg ermöglicht hätte. Doch Bekmezci konnte sich in den letzten 15 Sekunden des Kampfes noch einmal fangen und verhinderte —
    Wagner — Akouh
    trotz einiger recht aussichtsreicher Langen für Nowikowski — diese entscheidende Punktabgabe. Mit 1:5, 1:1, 0:5 gewann dann der Hohenlimburger den Kampf dennoch recht deutlich, konnte aber nur 10 Wertungspunkte zwischen sich und Bekmezci bringen, was somit nur 3 Mannschaftspunkte für ihn bedeuteten.

    Ebenfalls an der Schulter verletzt aber im Vergleich zum Sportkameraden Suberg recht uneinsichtig ging der Krefelder Eugen Wagner in den Kampf gegen den Hohenlimburger Mohamed Akouh. Statt wie geplant den Kampf gleich besser aufzugeben, ging Wagner erst einmal 20 Sekunden mit. Doch bei einer aus einer Standardsituation entwickelten völlig harmlosen Kampflage, zog der Hohenlimburger seinen Gegner an der Schulter hoch, was Wagner dann schmerzverzerrt den Kampf aufgeben lies. Besser also beim nächsten Mal nicht. Auch um seinem Gegner hier die unangenehme Situation zu ersparen, bei sich nach Gründen eines verpatzten Fehlgriffes suchen zu müssen, wo kein solcher Fehlgriff war.

    Somit hatten sich die Hohenlimburger Gäste bis auf vier Punkte den Krefeldern vor dem letzten Kampf genähert. Der 74 Kilo Kampf griechisch-römisch zwischen Tobias Hausegger und dem Krefelder
    Bentele — Hausegger
    2 Christoph Bentele musste somit die Begegnung entscheiden. Die beiden Ringer, welche mit fast zwei Kopf Größenunterschied zwei komplett unterschiedliche Raumfüllkonzepte mit auf die Matte brachten, gingen gleich zur Sache: Hausegger brachte den kurzbeinigen Bentele gleich über die Arme zu Boden, konnte aber hier den dreh freudigen Krefelder nicht halten, sodass sich dieser nun durch seine Körpermaße bevorteilt flott um seine eigene Achse drehen konnte und Hausegger seinerseits mit dem Rücken über die Matte drehen konnte. So richtig saß der Griff von Bentele nicht; Hausegger kam wieder auf den Bauch: 3:2 Führung nach dieser turbulenten Eröffnungssequenz. Wieder im Stand konnte dann aber Hausegger den Kampf vorzeitig für sich entscheiden. Von oben drückte er seinen Gegner in die Knie und setzte einen sauberen Nackenhebel an. Gut 3 Sekunden konnte Bentele den Andruck trotz schon deutlich gebeugter Kopflage halten, musste dann aber doch sich dem Hebel von Hausegger beugen und wurde von diesem auf die Schultern gedreht. Aus dieser Lage kam Bentele nicht mehr heraus: Hausegger holte mit seinem schnellen Schultersieg die notwendigen vier Punkte für den Ausgleich.