Ergebnisse

BL KSV Krefeld (v) TKSV Bonn-Duisdorf

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Geschrieben von Oliver Stach
Mit 10:28 gewann in der zweiten Bundesliga der TKSV Bonn-Duisburg das NRW-Buli-zwo Derby gegen den KSV Germania Krefeld. Der TKSV hatte zwar die ein oder andere Aufstellungslücke, konnte aber gegen Krefeld in Summe eine bessere Mannschaft als im Kampf gegen dem Tabellenersten Seeheim stellen. Von den insgesamt neun ausgetragenen Kämpfen gewann daher die Gastmannschaft acht — was dann an diesem Abend durchaus dem Leistungsvermögen der jeweiligen Mannschaften entspricht .
Franz Maletic
Auch wenn es damit für Krefeld hinsichtlich des Verbleibs in der zweithöchsten Deutschen Liga wieder auf den letzten Kampftag ankommt, sollten beide Mannschaften mit dem Ergebnis aus sportlicher Sicht zufrieden sein; auch wenn die Stimmung nach dem Kampf bei den Krefeldern in Angesicht der hohen Niederlage an dem Abend nicht gerade überschäumte. Den Kampfabend leitete Franz Maletic vom Germania Altenessen
Wagner — Anderson


Los mit den Kämpfen ging es in der 55 Kilo Klasse mit einem Gastauftritt des Krefelders Sanny Jansen. Gute 6 Kilo hatte sich der Krefelder Jugendringer aus der zweiten Mannschaft von der Rippe geschwitzt um das Gewichtslimit bringen zu können. Allerdings gab es keinen Kampf für Jansen, da Bonn die Gewichtsklasse nicht besetzen konnte und so den Krefeldern an dieser Stelle vier Punkte schenkte. Es sollte das einzige Gastgeschenk an diesem Abend bleiben.

Überraschend die Aufstellung in der 120 Kilo Klasse. Gegen den 110 Kilo Grecco Ringer Daniel Anderson stellte Krefeld ihren 84 Kilo Mann Alexander Wagner und lies hierdurch das Spitzenduell gegen Islam Masaev leerlaufen. Im Freien Stil hatte der gut 30 Kilo leichtere Wagner durchaus eine gute Chance gegen Anderson. Wenn dieser seinen Gegner nicht festhalten konnte, kam Wagner gut mit dem Duisdorfer
Schiller — Gogiltan
Anderson zu recht und rang trotz einem Kopf Größenunterschied auf gleicher Augenhöhe mit. Vor allem in den ersten Runden war Wagner hierdurch sogar seinen Gegner überlegen: Runde eins ging mit einem einmaligen Umlaufen an Wagner und in Runde zwei hatte Wagner seinen Gegner nach einem schönen Doppelangriff sogar auf den Schultern; allerdings zu kurz für Mattenleiter Maletic, sodass Anderson hier mit Punktabgabe recht glimpflich davon kam. Derartig von Wagner motiviert holte sich Anderson dann aber die zweite Runde dennoch mit 4:5 zurück: Wagner liess sich von Anderson zu einer Kopfrolle überreden; mit der drei im Rücken holte sich der Duisdorfer dann recht sicher diese Runde. In Runde drei kam dann Wagner noch einmal zurück in den Kampf, zweimal musste Anderson hier von der Matte weichen und gab die Runde ab. In Runde Drei passierte im Stand erst mal zwei Minuten nichts, wobei Mattenleiter Maletic — nicht zur all zu großen Freude der Krefelders Fans — Anderson fassen liess: Anderson versenkte kurzer Hand zwei Punkte und ermöglichte sich so eine fünfte Runde.
Rips — Nettekoven
Hier machte sich dann der hohe Krafteinsatz bei Wagner bemerkbar und das Niveau des Kampfes flachte ein wenig ab. Der Duisdorfer Anderson konnte nun seinen Gegner mehrfach auf der Matte stellen und lies diesen mit seiner Körpermasse als Pfund über den Mattenrand tapsen. Wagner konnte sich diesen Aktionen nicht mehr entziehen und verlor nach großem Kampf den Vergleich mit 2:3 an Anderson. Gefeiert wurde er dennoch.

Überrasched gut hielt sich der Krefelder Artur Schiller im Kampf der 66 Kilo Klasse gegen den Duisdorfer Nicolae Gogiltan. Zwar kontrollierte Gogiltan Schiller in dem über drei Runden geführten Kampf unter dem Strich recht sicher, allerdings hielt Schiller mit
Grothe — van Voorst
0:2, 1:4, 2:3 seine Niederlage in Grenzen — ohne dabei einen trockenfaden Blockade Kampf abzuliefern: Frisch trumpfte Schiller hier auf und hätte in der dritten Runde fast den Kampf kippen können. Der Krefelder hatte sich seinen Gegner gut auf die Matte gestellt und versuchte diesen über den Arm zu drehen. Mattenleiter Maletic pfiff diese Aktion aber zurecht ab; zu steil setzte Schiller hier den Hebel über die Schulter an. Schiller führte dennoch hierdurch bis kurz vor Schluß der Runde mit 2:0 Punkten; doch brachte der Krefelder diese Führung nicht über die Zeit. Noch einmal konnte der Duisdorfer Gogiltan seinen Gegner dann doch noch zu Boden bringen und setzte kurz und trocken noch einen Durchdreher hinterher: 2:3 der Rundengewinn für Gogiltan, was diesem letztendlich aber nur drei Mannschaftspunkte einbrachte.

Nicht all zu viele Möglichkeiten hatte der Krefelder Jugendliche Michael Rips im 96 Kilo Kampf griechisch-römisch gegen den Duisdorfer Tim Nettekoven. Nur zwei Minuten benötigte Nettekoven für seinen 21 Punkte Sieg über Rips: Aus dem Standkampf holte Nettekoven seinen
Bekmezci — Masaev
Gegner gleich zu Boden und drehte diesen dann gleich mehrfach durch. Mit 0:7 gingen daher alle Runden vorzeitig an den Duisdorfer.

Noch einmal spannend wurde es dann im Kampf zwischen Michael Grothe und Tim van Voorst in 66 Kilo griechisch-römisch. Die erste Runde holte sich van Voorst sicher mit 0:4, Grothe zog in Runde zwei eben so sicher mit 3:0 gleich. In der dritten Runde passierte im Stand nicht viel; Grothe durfte in als Erstes fassen; van Voorst verteidigte sich gut und ging somit mit einem Punkt Führung in die Oberlage. Hier konnte Van Voorst Grothe aus der Bank heben, drehte diesen über den Kopf und legte diesen so per Überwurf wieder auf die Matte. Allerdings stütze sich Grothe im Blauen bereits mit den Händen auf der Matte auf und fiel hierdurch auch doch recht deutlich auf den Bauch. Zur allgemeinen Überraschung wertete Mattenleiter Maletic diese Aktion mit einer Fünf — eine Tatsachenentscheidung die es zu akzeptieren
Storck — Ursache
gilt (letztendlich ist an dieser Stelle aber auch das nachträgliche schön schlau Schreiben mit langem Studium des Bildmaterials um ein vielfaches einfacher ... :-) Entschieden wurde der Kampf dann in der vierten Runde: Grothe verstolperte einen Angriff und musste so einen Punkt an van Voorst abgeben. Diesen Punkt brachte van Voorst sicher über die Bodenlagen sodass am Ende dieser einen 1:3 Punktsieg und damit zum 7:13 Pausenstand einlochte.

Gegen den Duisdorfer Spitzenringer Isalm Masaev stellte sich aus der zweiten Mannschaft der Krefelder Ibrahin Bekmezci als Gegner auf die Matte. Masaev fakelte auch nicht lange und beendete den ungleichen Kampf bereits nach knapp 40 Sekunden mit einem Schultersieg.

Na Hola! Einen Top Kampf bekamen die 80 Zuschauer in dem nachfolgenden 66 Kilo Freistil Kampf von Alexander Storck und dem Duisdorfer Sergiu Ursache serviert. Gegen den sehr bissigen Ursache stellte sich ein glänzend aufgelegter Storck und holte sich in jeder der drei Runden aus recht coolen, bei 89° Schräglage ausgeführten Kontern seine Punkte. Ein bisschen Glück war zwar für Storck in Runde
Focken — van Rienen
zwei dann auch dabei, aber an dem 3:1, 4:3, 3:0 Punktsieg für den Krefelder gab es nicht viel zu diskutieren. (Offensichtlich gab es bei dem Kampf 81 Zuschauer; ich habe hier auch mehr zugeschaut als Bilder gemacht. Ergo sind es für meine Verhältnisse recht wenig; was allerdings auch das maximale Kompliment ist, was ich den Beiden für den Kampf machen kann ...)

Als zu sperrig erwies sich der Duisdorfer Kevin van Rienen im Kampf der 84 Kilo Klasse griechisch-römisch für den Krefelder Tim Focken. Während van Rienen seinen Gegner in der Bodenlage durchaus bewegen konnte, war für Focken an dieser Stelle nicht viel drin; zu gut verdrehte sich van Rienen in der Bodenlage und verhinderte so alle Aktionen. Die in Variation ausgeführten Aushebeversuche von Focken in
Schäfer — Mavua-Kazai
Runde zwei und drei blockte zudem van Rienen geschickt ab und brachte so seine Punkteführungen über die Zeit. Auch wenn es Mattenleiter Maletic in der zweiten Runde schlicht vergass, Focken eine fällige Eins zu geben (welche damit auch diese Runde für den Krefelder entschieden hätte), war am Ende der Punktsieg von van Rienen dennoch korrekt. Mit seinen Drei Punkte entschied van Rienen zudem bereits den Mannschaftsvergleich. Der Punktsieg brachte Duisdorf mit 10:20 uneinholbar in Führung.

Schöne Bilder lieferte der nachfolgende Kampf zwischen Waldemar Schäfer und dem Duisdorfer Ibrahim Mavua-Kazai. Allerdings waren
Jeschke — Steffen
hierbei auch die Verhältnisse auf der Matte sehr eindeutig. In allen drei Runden beherschte Mavua-Kazai seinen Gegner bereits im Standkampf recht deutlich, sodass dieser sich mit 2-3 Punkte Vorsprung hierdurch die Oberlage sichern konnte. Mit oder ohne Armeinschluß drehte dann Mavua-Kazai seinen Gegner fast nach Belieben über die Matte und holte sich so einen 0:7, 2:8, 0:8 technisch überlegenen Punktsieg.

Somit standen sich im letzten Kampf des Abends in der 74 Kilo Freistil Klasse der Krefelder Vitali Jeschke und der Duisdorfer Jens Steffen gegenüber. Drei Runden lieferten sich die beiden einen sehr ausgeglichenen Kampf, den der Steffen jeweils mit keinen Vorteilen für sich entscheiden konnte. In Runde drei stecke aber Jeschke etwas vorsichtig unter die Arme von Steffen und wurde promt mit dessen Spezialgriff zur Höchststrafe verdonnert: Kurz und bündig legte Steffen Jeschke auf die Schultern und sicherte sich so vier weitere Punkte zum abschließenden 10:28.
KSV Krefeld


TKSV Duisdorf


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