Ergebnisse

BL KSK Konkordia Neuss (v) SV Germania Weingarten

Drucken
Geschrieben von Super User
Neuss zeigte gegen Weingarten eine gute Leistung

Es war ein denkwürdiger Tag für den KSK Konkordia Neuss, der erste Heimkampf der neuen Saison. Erstmalig nach dem 29:5 Auftaktsieg bei der RG Hausen-Zell ging man als Tabellenführer auf die heimische Matte in der Stadionhalle an der Jahnstraße. Gegner war der SV Germania Weingarten, der von Frank Heinzelbecker gecoacht wurde.

Eindeutiger Favorit war natürlich Weingarten. „Weingarten gehört zu den ersten Drei in unserer Liga, da kommen wir derzeit noch nicht dran“, so die realistische Einschätzung von Hermann Josef Kahlenberg, Vorsitzender der Quirinusstädter, vor dem Kampf. Wie so oft sollte er Recht behalten.

Doch was er nicht wusste, der Verein, konkret der zweite Vorsitzende Peter Kröll und Horst Faller, hatte vor dem Kampf eine Gratulation vorbereitet, bei der Hermann Josef zur 50-jährigen Mitgliedschaft in seinem KSK gratuliert werden sollte. Karl-Martin Dittmann überbrachte die Glückwünsche des Ringerverbandes. Mit anspielender Feststellung, Kahlenberg habe ja oftmals viel zu tragen und sollte deshalb die Hände immer frei haben, übergab er dem Neusser Vereins-Boss einen Rucksack mit Ringerverbandsemblem. Kahlenberg war, trotz seiner Knieverletzung, sichtlich amüsiert. In der Pause traf er sich mit Ulrike Dittmann und Karl Bongers, dem Vorsitzenden der Stiftung Sport in Neuss, zu einem Geh-Hilfen-Foto.

Zum Wettkampfgeschehen:

Tellez-Zamora — Ewald
Der KSK Konkordia Neuss präsentierte seinen Neuzugang Eduarnis Tellez-Zamora, der gegen Christoph Ewald anzutreten hatte. Tellez-Zamora, Kubaner mit schwedischem Pass, Schwedischer Meister 2008 und Sieger des Grand-Prix in Dortmund 2007, rang in 55 LL. Er ist ein Knaller. Es entwickelte sich von Beginn an ein toller Kampf zweier Spitzenathleten. Wie eine Katze huschte der Neu-Neusser über die Matte. Körperlich stark, Dynamik und Technik auf höchstem Niveau zeichnen den Wirbelwind aus. Tellez-Zamora gewann in vier Runden in einem Kampf, der für sich allein genommen schon das Eintrittsgeld wert war. An dem Kubaner werden die Neusser noch viel Freude haben.

Björn Holk traf in 120 Kg GR auf Rene Zimmermann. Der robust wirkende Zimmermann, Medaillengewinner bei vielen Deutschen Meisterschaften, brachte 7 Kg weniger als Holk auf die Matte. Dabei war dieser
Holk — Zimmermann
Kampf kurios, was die Wertung für den Mannschaftskampf anging. Holk gewann in vier Runden. Er gab die erste Runde sogar mit 0:2 (Durchdreher) ab. Die Folgerunden entschied er allesamt nach Bodenlagen für sich, ohne dabei einen einzigen technischen Punkt zu erzielen. Im Mannschaftsprotokoll findet sich deshalb lediglich ein 1:0 für Neuss. 4:2 für die Neusser.

Vaillant-Cantero — Kessel
Sergiy Skrypka 60 GR baute den Vorsprung nach seinem Punktsieg gegen Florin Gavrila (3:1) auf 7:2 aus. Skrypka zeigte eine clevere und taktisch hervorragende Leistung. Nach Verlust der ersten Runde (0:4) stellte er sich geschickt auf seinen Gegner ein und siegte in den kommenden 3 Runden sicher. Im Mannschaftskampf stand es somit: 7:3 für Neuss.

Dülger — Prizeni
Jackson Vaillant-Cantero war für viele in der Halle leichter Favorit gegen Johannes Kessel. Letzterer ist erst 20 Jahre alt und noch Junior. Dabei wäre Vaillant-Cantero in der ersten Runde fast auf die Kachel gegangen. In den folgenden Runden war es dem Neusser nicht möglich, eine Wertung zu erzielen. Er zeigte dabei erhebliche konditionelle Schwächen. 0:6 Punktniederlage in 3 Runden, nur noch 7:6 für Neuss.

Auch Samet Dülger 66 LL musste gegen Sahit Prizeni eine Niederlage in 3 Runden hinnehmen. Prizeni, Fahnenträger seiner albanischen Mannschaft bei Olympia in Peking, hat einen großen Namen in seiner Heimat. Dülger muss nach seiner Knieverletzung noch Defizite aufarbeiten. Er konnte nicht wie gewohnt
Schwindt — Shatskikh
seine Angriffe durchbringen. Verständlich bei einem Kampf auf diesem Niveau. 0:3 Niederlage. Zur Pause damit erste Führung für Weingarten mit 8:7. Dülger, und da waren sich alle in der Halle einig, wird noch eine gewisse Zeit brauchen, um sein altes Leistungsvermögen wieder zu erlangen.

Max Schwindt 84 GR hatte es im ersten Kampf nach der Pause mit Vladimir Shatskikh zu tun. Schwindt stand bärenstark wie ein Baum. Kontrolliert und clever seine Art, einen Kampf zu gestalten. Er geriet nie in Gefahr, sicherer Sieg in drei Runden (5:0). Neuss ging wieder mit 10:8 in Führung.

Loes — Völk
Mahmut Cavusoglu traf in 66 GR auf Oleg Boikov. Klarer Dreirundensieg für den Mann aus Weingarten. Unglücklicher Kampfverlauf für den Neusser. Zuerst ein Stolperer in Runde 1, der ihn die Runde kostete. In Runde 2 verpennte er den Kampfauftakt völlig. Die entscheidende Wertung in dieser Runde war damit weggeschenkt. Cavusoglu sollte den ganzen Kampf unter „Dumm gelaufen“ abhaken. Er kann wesentlich mehr, als er an diesem Tage auf der Matte zeigte. 11:10 für Weingarten.

Harth — Laszlo
Als dann Patrick Loes 84 LL gegen den Russen Konstantin Völk nach engem Kampf mit 2:3 unterlag, war der Mannschaftskampf so gut wie entschieden. Runde 1 ging nach Clinch an den Mann aus Weingarten, die Runden 2 und 3 an Loes. Entschieden wurde der Kampf letztlich in Runde 5, als Mattenleiter Georg Goczol auf Clinch zugunsten des Mannes aus Weingarten entschied. 14:12 im Mannschaftskampf für Weingarten.

Juretzko — Özdemir
Georg Harth 74 LL, Neuzugang aus Köllerbach, war gegen den Achten der EM 2009 Szabolcs Laszlo bei seiner Dreirundenniederlage chancenlos. Dies war im Vorhinein erwartet worden. Harth ist ein junger Athlet, dem man Zeit geben muss, sich in Neuss zu entwickeln. Er ist ehrgeizig und wird sicherlich seinen Weg machen.

Zum Abschluss dann eine Wiederholung des diesjährigen Finales bei den Deutschen Meisterschaften in 74 GR. Adam Juretzko für Weingarten traf auf Ilyas Özdemir. Und was zu befürchten war, es fiel nicht eine Wertung in dem Kampf. Am Ende stand ein 1:0 zugunsten Juretzkos für die Mannschaftswertung und damit eine 12:18 Niederlage für die Neusser.

Der erste Heimkampf in der Ersten Liga war damit für Neuss beendet. Für die Zuschauer hatte sich das Kommen gelohnt. Eines ist sicher: Von den Rheinländern darf man in diesem Jahr noch einiges erwarten.
KSK Konkordia Neuss


SV Germania Weingarten


Bundesliga


Aus den Ligen