Ergebnisse

LL VfK Lünen-Süd (v) SU Annen

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Geschrieben von Oliver Stach
Einen mit neun Einzelsiegen bespickten 35:4 Mannschaftssieg konnte der Tabellenführer der Landesliga West, der VfK Lünen Süd am vergangenen Sonntag gegen die Mannschaft der Sport-Union Annen erzielen. Hierbei gingen die Lünener nicht in ihrer Bestbesetzung auf die Matte, mit einigen Umstellungen und Anleihen aus der zweiten Mannschaft schloss der Lünener Mannschaftsführer Udo Stucht hier seine Reihen und konnte so dennoch eine schlagkräftige Truppe auf die Matte bringen: die hauptsächlichen jugendlichen Annener Ringer rund um Trainer Birol Karapinar mussten sich zum größten Teil bereits in der ersten Runde auf Schultern geschlagen geben; auch in den offeneren Gefechten griff Annen dann auch noch ins Klo und gab eingesackte Mannschaftspunkte auf Grund einer späten Schulterniederlage ab — womit sich die hohe Niederlage in Summe am besten zusammenfassen läßt: Pech war auch dabei.
Obst — Ceylan
Ohne Fehl und Tadel hingegen der Bönener Mattenleiter Daniel Keim, welcher mit dem sehr fairen Auftreten seiner Jungs keine Probleme auf der Matte hatte.

Einen Kampf zweier Newbies hatte die 55 Kilo Klasse auf der Matte: hier ging der mit satten zwei Kämpfen gestählte Ulrich Obst gegen den ultimativen Ersttäter Enre Ceylan in den Kampf. Während sich der Annener Ceylan noch von der Größe der Matte beeindruckt zeigte, stellte sich Obst schon seinen Gegner passend für die Bodenlage hin, schloss seine Arme um den Oberkörper seines Gegners und drückte mit diesen frisch erlernten Griffansatz seinen Gegner auf die
Zimmermann — Karli
Matte. Ceylan zog auch noch netterweise vor lauter Schreck den Kopf ein: Schultersieg für Obst nach nur 5 Sekunden. Da Ceylan allerdings Übergewicht hatte, hatte der Lünener die gleiche Punktzahl bereits an der Waage gewonnen.

Ähnlich flott aber etwas erfahrener machte es der Lünener Jörg Zimmermann in der 120 Kilo Klasse gegen seinen Jugendlichen Gegner Sefa Karli. Zimmer zog sich seinen Gegner kurz auf, legte den rechten Arm um den Kopf von Karli und wickelte sich anschließend seinen 10
Oruc — Celik
Kilo leichteren Gegner einmal um die Hüfte. Aus der gefährlichen Lage konnte sich Karli nicht mehr befreien: Schultersieg von Zimmermann.

Den eindeutig farbigsten Kampf des Abends lieferten sich in der 60 Kilo Klasse griechisch-römisch der Annener Umut Celik und Cihan Oruc. Wenig Risiko scheute dabei der Annener Celik: Oruc hatte eine so recht große Auswahl an Kontern und mehr als einmal legte sich Celik selbst in die Nähe der Schulterniederlagen — Oruc konnte ihn sogar einmal platt auf die Schultern legen: Glück für den Annener, dass dies ausserhalb der Kampffläche passierte. Somit gab es im Kampf viel
Kreps — Yilmaz
für's Auge und mit 10:2 eine furiose erste Runde für den Lünener. Ähnlich die Runde zwei aus der Sicht des Anneners: Celik ging wieder volles Risiko, nur das diesmal Oruc einen Tick langsamer auf die Matte musste und damit Celik nun Oberwasser bekam: Celik brachte sich nun im Standkampf hinter Oruc und der Lünener versuchte sich diesem Zugriff mit einem großen Ausfall Schritt nach Vorn zu entziehen. Da allerdings Celik bereits seinen Griff hatte schließen können, war diese Instabilität recht fatal für den Lünener: Celik hatte recht leichtes Spiel den so nur auf einer halben Socke balancierenden Oruc als der Laufdrehung herauszuziehen und mit einer eigenen Körperdrehung unter dem Lünener, sich diesen auf die Matte zu legen. Mit sehr viel Kraft holte sich Oruc noch einmal zurück in den Kampf, musste aber dennoch in die Unterlage. Auch hier blieb der Annener recht bissig und Oruc musste abermals seine Reserven aktivieren um Schlimmeres zu verhindern. Die nun folgende Pause war für den so schon recht
Bieber — Weber
erschöpften nun offensichtlich zu kurz; schon reichlich eingeklappt kam Oruc zurück in die dritte Runde. Der Annener Celik hatte nun ein gutes Gespür und stutzte Oruc kurzerhand ein, legte einen Hebel über den Kopf des Lüneners und zog seinen Gegner hiermit aus dem Stand in die gefährliche Lage. 10 Sekunden konnte sich Oruc gegen den Andruck seines Gegners wehren: dann hatte Celik den Kampf mit einem Schultersieg gewonnen.

Nicht wirklich Beschreibbares lieferte der Kampf in der 96 Kilo Klasse: keine Chance hatte hier der Annener Jugendliche Tolga Yilmaz gegen den Lünener Vladimir Kreps: Yilmaz versuchte sich tapfer an einem eigenen Angriff, welchen Kreps mit einem kurzen Rückzug auskonterte und sich anschließend so über den ins Leere laufenden Yilmaz drehen
Kriewald — Kizkaban
konnte. Auf dem Rücken seines Gegners sitzend brachte Kreps nun seine Arme unter seinen Gegner und setzte zu einem Durchdreher an. Yilmaz ging hier ganz gut mit, verpasste aber die Stelle, an der Kreps auf halber Strecke anhielt sodass Yilmaz nun die Schultern auf der Matte hatte: Mattenleiter Keim klopfte den Kampf an dieser Stelle ab.

In die 66 Kilo Klasse rückte der Lünener Frank Bieber auf und traf hier auf den Jugendringer Sebastian Weber. Zwar war Weber glatt um einen Kopf größer als sein Gegner Bieber, doch der Lünener machte dies mit seiner Mattenerfahrung mehr als wett. In der ersten Runde konnte Bieber sein bewährtes Kampfkonzept 'UUD' — untertauchen, umlaufen und durchdrehen — wie gewohnt in die Tat umsetzen: schnell war hier die Runde mit 6:0 für den Lünener entschieden. Doch in Runde Zwei und und Drei strickte sich Weber um einiges breiter auf die Matte, sodass Bieber hier vergeblich an einem Durchdreher nagte. Seine Versuche Weber über einen Hammerlock in die Rückenlage zu befördern, pfiff Mattenleiter Keim zudem wegen Unsauberkeit ab, sodass Bieber sich seine Punkte übers Kontrollieren erarbeiten musste. Zwar stand am Ende mit 6:0 4:1 4:0 die nie gefährdete technische Überlegenheit auf der Anzeigetafel, doch Weber konnte immerhin hier die vollen Minuten in Runde zwei und drei ausnutzen und dem Altmeister zudem noch einen Punkt aus den Schuhen ziehen.

Eine sehr klare Angelegenheit war dann wieder der erste Kampf nach der Pause zwischen Deniis Kriewald und dem Annener Ugur Kizkaban. Mit einem Oberarmschwung legte Kriewald seinen Gegner nach kaum 10
Arendt — Akdemir
Sekunden Standkampf auf die Matte. Ebenso lange wehrte sich Kizkaban dann gegen die drohende Niederlage, doch gegen den Modellathleten Kriewald gab es hier kein Entrinnen: Mit seinem Schultersieg stellte Kriewald bereits zum 20:4 Zwischenstand nach dem sechsten Kampf ein.

Ins griechisch-römische hatte es die Aufstellung den Lünener Alex Arendt bereits das zweite Mal in dieser Saison gebracht. Gegen seinen eher kompakten Annener Gegner Tamer Akdemir zeigte Arendt unter hoher Anteilnahme des Publikums dann auch den ein oder anderen schönen Wurf — nur jeweils knapp entkam Akdemir zweimal über den Mattenrand: Arendt holte sich die erste Runde vorzeitig mit 7:0 Punkte. Dass aber auch Akdemir ähnlich schön werfen kann, bekam dann der Lünener Arendt in der zweiten Runde zu spüren: Mit einer krassen Drei legte Akdemir seinen Gegner im geschlossenen Griff auf die Matte: Allerdings viel zu weit im Blauen, als dass der Annener hieraus hätte mehr machen
Gülec — Karapinar
können. Den Kampf der schönen Würfe entschied Arendt dann mit etwas unfreiwilliger Beinarbeit: Akdemir drehte sich im Zuge einer Rettungsschleuder praktisch unter die Beine von Arendt, sodass Akdemir sich hierdurch selbst die notwendige Beinfreiheit für eine vollständige Drehung nahm. Kampfrichter Keim pfiff diese Aktion daher nicht ab, auch wenn es aus dem dieser Lage nun folgenden Bodenkampf für Akdemir keinen Ausweg mehr gab: Immerhin 15 Sekunden hielt Akdemir seine Schultern von der Matte fern: nicht lang genug für noch über 60 Kampfzeit: Beim Stand von 7:0, 7:4 konnte Arendt diesen Kampf mit einem Schultersieg für sich entscheiden.

Einen sehr schönen Freistilkampf lieferten sich in der 84 kilo Klasse der Lünener Murat Gülec und Birol Karapinar. Der Annener Trainer Karapinar startete mit einigem Untergewicht — ein Nachteil, welche Gülec gut für sich nutzen konnte: zwar war Karapinar etwas spritziger auf der Matte und brachte sich durchaus gut in
Uzun — Taskiran
Position. Doch Gülec konnte sich die Punkte in den üblichen Freistil Wackelpositionen über sein mehr an Gewicht holen und kontrollierte nach diesen Punktgewinnen seinen Gegner ohne Probleme auf der Matte. Karapinar versuchte drei Runden vergeblich sich an Gülec vorbei zu mogeln: Gülec gewann den Kampf recht soverän mit 1:0 3:0, 1:0 nach Punkten.

Fett Gewicht machte der Lünener Harun Uzun für den Kampf in der 74 Kilo Klasse Freistil gegen den Annener Tayfun Taskiran. Gegen seinen ebenfalls nicht gerade als Langsamstarter bekannten Gegner Taskiran ging Uzun wie gewohnt im Sturzflug los: fix hatte Uzun sich von Taskiran das linke Bein von der Matte gepfückt, zur Brust gezogen und fällte den nun einbeinigen Taskiran gleich in die gefährliche Lage. Taskiran hing zwar recht gut in den Fängen von Uzun, doch allerdings viel zu früh um sich mit diesem Griff auf die Schulter legen zu lassen. Der kräftige Taskiran konnte sich nicht nur gut aus dieser Lage befreien, sondern stellte sich hieraus noch Uzun auf der Matte. Diesem war in
Tautz — Taskiran
Zonenrandlage ein wenig die Rückzugsmöglichkeit ausgegangen und so konnte Taskiran beide Beine von Uzun schnappen und brachte seinerseits Uzun zu Boden. Der Lünener konnte dies dann recht bequem aussitzen, doch letztendlich war nun beiden klar: einfach wird das nicht. Punkt für Punkt nahmen sich die Jungs nun ab: Uzun brachte so seine frühe Führung nach Haus: mit 6:3 ging die erste Runde an Uzun. In Runde zwei setzten die Beiden ihren offenen Kampf fort — beide hatten hierbei recht vielversprechende Möglichkeiten, welche der jeweils andere ebenso spektakulär verhindern konnte. Knapp konnte sich Uzun hier mit 2:1 behaupten. In der dritten Runde fehlte dann Uzun spürbar die Kraft: bei vielen Kampfsituation musste sich Uzun vorzeitig in die Bodenlage retten: Taskiran konnte daher hier nichts Spektakuläres bei Uzun unterbringen. Da Kleinviech bekanntlicherweise auch Mist macht, ging so die dritte Runde in Einpunktverfahren mit 1:5 an den Annener. Somit gingen beide in Runde vier, in dem sich Taskiran gleich mit einem Doppelbeinangriff an den Oberschenkeln von Uzun andockte. Nur kurz brachte dies Uzun aus dem Gleichgewicht — Uzun streckte sich durch und brachte so sich über seinen Gegner. Mit einem Spaltgriff zog Uzun so den Annener über sich hinweg, welcher viel zu langsam auf die geänderte Mattenlage reagierte: einen kurzen Tick zu spät drehte sich der Annener nun nach rechts aus der Rückenlage heraus, allerdings hatte sich an dieser Stelle bereits der Lünener positioniert und empfing seinen Gegner mit ausgebreiteten Armen. Taskiran hatte nun aller Rückzugsmöglichkeiten beraubt und musste nach guten Kampf dennoch noch seine Schulterniederlage hinnehmen.

Zu klein und zu leicht war im letzten Kampf in der 74 Kilo Klasse der Annener Tufan Taskiran für den Lünener David Tautz. In dem 60 Sekunden dauernden Kampf gab es daher eigentlich nur zwei Aktionen: nach kaum 5 Sekunden Kampfzeit hatte sich Tautz seinen Annener Gegner bereits mit einem Kopfhüftzug auf die Matte gelegt und Taskiran hing mit einem Meter Abstand zum Mattenrand in der Brücke. Zwanzig Sekunden benötigte nun Taskiran um von seinem Bruder eingewunkenen Weg zufolgen und seinen Kopf über den rettenden Mattenrand zu schieben. Wäre bestimmt schneller gegangen, hätte sich nicht der Lünener Tautz mit seinen vollen Gewicht auf die Brücke gelegt. Allerdings half dieser Kraftakt dem Annener nur bedingt, denn Grecco Spezialist Tautz schickte den Annener nach der Wiederaufnahme des Kampfes unmittelbar mit der gleichen Technik in die Brücke zurück — nur diesmal mit dem Kopf krass zur Mattenmitte: da half nun mal gar nichts: Taskiran musste sich Tautz einige Sekunden später auf Schultern geschlagen geben.