Ergebnisse

VL KG Rheinhausen/ Dörpen (v) RC Merken

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Geschrieben von Oliver Stach
Mit 23:19 gewann die Kampfgemeinschaft Rheinhausen/ Dörpen den Verbandsligavergleich gegen die Mannschaft des RC Merkens. In einem recht spannenden Vergleich konnten beide Teams jeweils die Hälfe der 10 Einzelkämpfe für sich entscheiden, aber die Merkener Jungs überliessen bei ihren Siegen ihren Gegnern satte fünf Mannschaftspunkte. Rheinhausen — in diesem Vergleich zum größten Teil ohne die Jungs aus Dörpen auf der Matte — zeigte sich hier effizienter und rückte nur einen solchen Punkt heraus, sodass die Verlierer der Gastgeber in der von Mattenleiter Georg Neumayer gut über die Matte gebrachte Partie unter dem Strich in der Gesamtabrechnung Rheinhausen den Sieg im Mannschaftskampf bescherten.
Anselm — Herold
Hinsichtlich des Rennens um die Spitze der Verbandsliga bringt sich Rheinhausen/ Dörpen durch diesen Sieg wieder in eine Aussichtsreichere Lage, da Mitkonkurrent Heros am Achten Kampftag auf eigener Matte gegen den KSV Simson Landgraaf eine knappe 18:19 Niederlage bezog und damit das Rennen um dem Aufstieg wieder offener wurde.

Eine recht deutliche Angelegenheit war der Kampf in der 55 Kilo Klasse zwischen dem Rheinhausener Viktor Anselm und dem Merkener Ingo Herold. Vor allem in der Bodenlage war der in dieser Saison noch sehr sparsam auf der Matte anzutreffende Anselm deutlich überlegen und konnte sich mit allerlei Durchgedrehten die erste Runde recht flott 6:0 technisch überlegen für sich entscheiden: Herold musste sich zudem deutlich strecken bei diesen Aktionen die Schulterniederlage abzuwehren. Auch in der zweiten Runde war Anselm klar der Dominierende, allerdings nicht im gleichen Tempo. Herold konnte sich so die Oberlage
Kolak — Enns
erarbeiten, doch auch aus der Unterlage zeigte Anselm seine Klasse und holte sich deinen Gegner vom Buckel auf den Buckel und sammelte sich flott die Punkte zusammen. Das vorzeitige Ende des Kampf wurde dann von Herold selbst eingeleitet. Mit einer recht zackigen Kopfklammer versuchte Herold seinen Gegner Punktebringend auf die Matte zu legen, doch der Rheinhausener hielt gut genug dagegen und konnte den in Halbbodenlage ausgeführten Angriff abfangen. Statt hier nun den Griff zu lösen und sich so aus der Rückenlage zu befreien, lies sich der Merkener nun auf ein Doppelarmdrücken ein, welches er eigentlich auf
Skrypka — Treffer
Grund der besseren Beinfreiheit des Rheinhausener nicht gewinnen konnte: und so blieb Herold fett in der Brückenlage gefangen, welche Anselm kurze Zeit später eindrücken konnte. 4:0 für Rheinhausen.

Viel Respekt zeigte in der 120 Kilo Klasse der junge Rheinhausener Mehmet Kolak gegen seinen Merkener Gegner Andreas Enns. Zwar war Enns um einige Kilo leichter als sein Gegner, doch hinsichtlich Kraft und vor allem Kampferfahrung lag Enns um einige Meilen voraus. Entsprechend diesem Respekt ging es für Ringerrookie Kolak eher im Rückwärtsgang über die Matte, während Enns sich in der ersten Runde nicht ganz schlüssig war, wie er mit der Unterklassigkeit seines Gegners hier umgehen sollte: da sich Kolak nicht richtig packen lies und zudem noch eher Stocksteif auf der Matte stand, gestaltete sich das hinsichtlich eines sportlichen und fairen Umgangs auch nicht ganz
Klipel — Barilov
so einfach. Eher unabsichtlich stolperig gewann Enns so Runde eins technisch überlegen mit 0:7. In Runde zwei konnte dann der Merkener seinen Gegner stellen und recht sauber mit einem schönen Kopfhüftzug in die gefährliche Lage legen und kurze Zeit später schultern.

Wesentlich anspruchsvoller war dann der Kampf in der 60 Kilo Klasse zwischen Alexey Skrypka und dem Merkener Marc Treffer. Das Treffer seinem wenig kleinlichem Gegner ebenbürtig sein konnte, zeigte der Merkener in der ersten Runde des im griechisch-römischen Stil ausgetragenen Kampf: Mehrere Versuche von Skrypka sich mit Angriffe über den rechten Arm von Treffer mit Punkten bedienen zu können, konnte Treffer abwehren und konnte so auf Grund der letzten Wertung diese Runde mit 1:1 für sich. Allerdings ging so mit dem Kampf auch die Kondition und damit brach dann Treffer bereits in der zweiten Runde. Zwar brachte Skrypka nichts wirklich spektakuläres auf die Matte: doch der Merkener erwies sich im Kampf als zu flexibel und musste mehrfach die Matte verlassen: Mit seinen Singlepoints bekam Skrypka so in den nachfolgenden drei Runden auch die Oberlage, in der
Akyildiz — Ullner
der Rheinhausener aber nicht viel gegen den kräftigen Merkener ausrichten konnte. Mit 3:1 ging der Kampf so an Rheinhausen.

Nicht viel mit Freistil im Sinn hat der Merkener Denis Barilov und ging mit einer satten Armlänge Abstand in den Kampf gegen den Rheinhausener Andrej Klipel: war schon was an schwierig die beiden gemeinsam auf ein Bild zu bekommen. Klipel machte allerdings aus dieser Lage eine Tugend: mit einem jeweils durch Kontrolle gewonnenen Punkt hatte er in den Runden relativ schnell die Führung übernommen und lies dem Ganzen so freien Lauf. Viel zu sehen gab es daher nicht; erst als sich Barilov in der dritten Runde näher an seinen Gegner ging, drehte Klipel etwas auf und demonstrierte ganz gut, warum Barilov zuvor den Abstand wählt hatte: mit 1:0, 1:0, 2:0 ging der Kampf an Klipel.

Richtig was los war dann im Kampf in der 66 Kilo Klasse zwischen dem Merkener Mario Ullner und Mustafa Akyildiz. Aus der Sicht von Ullner packte Akyildiz in den ersten beiden Runden derartig kräftig in seine Finger, dass Ullner kurz davor war, auf Grund der beigefügten Schmerzen den Kampf von seiner Seite abzubrechen. Nur mit viel Zureden der Merkener Bank war Ullner bereit hier sich seinem Gegner zu stellen: Dies war eine gute Entscheidung denn der Merkener konnte den Kampf am Ende mit 2:3 für sich entscheiden. Danach sah es aber in den ersten beiden Runden überhaupt nicht aus: Zwar leitete Ullner den Kampf mit einer knackigen Drei sein, doch nachdem sich Akyildiz aus dieser Lage berappelte, war dieser in Folge durchaus überlegen und hatte Ullner in der ersten Runde gleich mehrfach in kitzeligen Lagen: nur recht knapp entkam so der Merkener einer Schulterniederlage in Runde eins; 9:3 ging diese vorzeitig an Akyildiz. Auch in der zweiten
Wegner — Azmoudeh
Runde waren die Vorteile beim Rheinhausener: wie in der ersten Runde kam Akyildiz hier im Bodenkampf über Einsteiger zu seinen Punkten. Doch ab der dritten Runde drehte sich der Kampf deutlich. Dies lag sicherlich zum einen daran, dass Akyildiz deutlich zwei Gänge zurückschalten musste aber auch zum anderen, dass Ullner sich dem Freistilgriffen seines Gegners entziehen konnte und besser aus dem gestreckten Standkampf seine Vorteile einbringen konnte. So lag nun plötzlich Akyildiz nun mehrfach in den gefährlichen Lagen und gab seinerseits fett die Punkte an Ullner zurück. Mit 1:6 und 2:4 glich der Merkener nach Runden aus. Runde fünf musste also entscheiden. Hier legte Ullner seinen Gegner gleich mit einer Drei auf die Matte, wobei Akyildiz in Rückenlage Ullner im Griff halten und diesen trickreich mit dessen eigenem Schwung selbst in die gefährliche Lage legen konnte. Um diese Aktion allerdings mit einem Schultersieg abschließen zu können fehlte es dem Rheinhausener allerdings nach 12
Winke — Heuser
Minuten Kampfzeit allerdings die Kraft. Ullner konnte sich aus der Lage somit wieder befreien und auch alle Versuche von Akyildiz vereiteln, sich noch einmal mit einem Einsteiger bei ihm bedienen zu können. Ullner bliebt somit in Führung und konnte diese nun in Folge der auslaufenden Runde noch ausbauen: mit 3:6 ging diese fünfte Runde als auch der Kampf an Ullner.

Zwei Nichtdrehbare gingen dann im ersten Kampf nach der Pause in der 84 Kilo Klasse griechisch-römisch auf die Matte. Der Rheinhausener Dimitri Wegner und Ayoub Azmoudeh erweisen sich in der Bodenlage jeweils für den anderen als komplett unüberwindlich — der Unterschied war, dass sich Azmoudeh sich es gleich zweimal zeigen lassen musste und so Wegner wertvolle Mannschaftspunkte den Gästen entreissen konnte. Beschreibbares im Standkampf gab es nur in der ersten
Makkai — Kleer
Runde aufzuzeigen: der kompakte Azmoudeh konnte Wegner nach gut einer 1/4 Minute Kampf auf dem falschen Bein erwischen und holtes sich so eine Drei womit er auch in den Bodenkampf ging. Azmoudeh suchte die Oberlage und stetzte einen Durchdreher an. Doch gegen den beinlangen Rheinhausener war gelang dies nur zum Teil: Wegner konnte übersteigen und so Azmoudeh kurzfristig in der Rückenlage fixieren: mit 2:5 ging die erste Runde an den Merkener. In den nachfolgenden vier Runden ging keine Aktion mehr vom Standkampf auf: jeweils bei 0:0 musste Mattenleiter Neumayer hier entschieden lassen: in der zweiten Runde war der Merkener zweifelsfrei aktiver und wählte abermals die Oberlage. Ähnlich wie in der ersten Runde ging der Durchdrehversuch voll in die Hose: der Rheinhausener konnte ausgleichen. In Runde drei entschied sich Neumayer für Wegner, welche die für ihn günstigere Unterlage sich aussuchte. Einen weiteren Übersteiger von Wegner wollte Azmoudeh sich nun allerdings nicht mehr zeigen lassen. Somit ging es in Runde vier und fünf, in der der Merkener jeweils im Standkampf unbepunktet die Akzente setzte um sich dann in der Unterlage von Wegner nicht drehen zu lassen: mit 0:1 gingen diese Runden und der Kampf an Azmoudeh.

Ein schnelles Ende hatte der nachfolgende Kampf in der 66 Kilo Klasse zwischen Valeri Winke und dem Merkener Mario Heuser. Der um etwa einen halben Kopf größere Winke liess sich von Heuser zweimal in ein aufziehendes Brust-Drücken ein, bei dem Heuser seinen Gegner glatt umdrücken konnte. Glück hatte Winke hier beim ersten Versuch, bei dem Heuser seinen Gegner zwar aufreiben konnte und diesen im hohen Bogen in die Brücke brachte, hierbei allerdings gut 30 Zentimeter ausserhalb der Matte befand und damit die Aktion selbst entwertete. Beim zweiten Mal blieb Heuser zentraler auf der Matte, sodass dieser seinen Gegner mit gebürenden Abstand aus der gleichen Situation in die Brücke legen konnte. Einmal bekam Winke seinen Kopf noch aus der Schlinge und
Braun — Kraus
drehte sich aus den Armen von Heuser; doch der Merkener zog seinen Gegner wieder zurück und schulterte Winke kurze Zeit später beim Stand von 1:4 in der ersten Runde.

Nur in der ersten Runde konnte sich in der 84 Kilo Klasse griechisch-römisch der Rheinhausener Daniel Makkai gegen den Merkener Alexander Kleer behaupten. Gegen den körperlich überlegenen Makkai tat Kleer es zunächst ganz gut daran, etwas Abstand zwischen sich und seinem Gegner zu lassen und mit seiner Schnelligkeit seinem Bulligen Gegner ordentlich zuzusetzen. Und Kleer hielt sich gut: gegen den doch eher wohl im griechischen zu Hause ringenden Dörpener brachte es der Merkener dann auch noch fertig sich bei einem Durchdreher in den Händen von Makkai halb um die eigen Achse zu drehen, bekam hieraus damit das Knie von Makkai in Griffweite und liess sich nicht zweimal Bitten: plötzlich hing der Dörpener in einem eigenen Griff in der gefährlichen Lage und musste schon einiges Rudern, um sich hieraus wieder zu befreien. Dies gelang und auch im weiteren Verlauf der Runde war Makkai der bestimmende, sodass Runde eins mit 7:3 noch sicher an Makkai ging. Doch der Dörpener konnte das Kampftempo nicht mehr lange halten. Kaum eine Minute in Runde zwei kam dann ein riesen Einbruch bei Makkai, welcher ab diesem Zeitpunkt nun mal gar nichts mehr auf der Matte umsetzen konnte: so fiel ausser einigen halbherzigen Beinhakelner — welche zudem alle dazu führten, dass Kleer die Oberlage erhielt — dem Dörpener im Standkampf nichts mehr ein. Im Bodenkampf konnte Kleer zudem Makkai gleich vier mal ankippen (wobei zu meiner allerhöchsten Begeisterung Mattenleiter Neumayer gleich vier mal sich davor hinsetzten musste, sodass ich hiervon nichts zeigen kann ... Grrr ;) sodass der Dörpener es nicht verhindern konnte, dass Kleer beim Stand von 7:3, 0:4, 0:6, 0:8 noch einen technisch überlegenen Punktsieg erzíelen konnte und die Führung der Gäste wieder auf 15:19 aufstocken konnte.

Der Mannschaftskampf musste somit in den beiden Kämpfen der Weltergewichtler entschieden werden. Hier trat für Rheinhausen in seinem ersten Kampf in dieser Saison der Jugendringer Arnold Braun gegen Viktor Kraus auf die Matte. Arnold liess sich vom Altersunterschied nicht besonders beeindrucken und machte einen prächtigen Kampf. Auch wenn Kraus gleich zweimal im Kampf beim einem Ausfallschritt stolperte und sich selbst zum Abschultern auf den Präsentiertteller legte, brachte Braun noch genügend Speed auf die Matte, sodass Kraus eigentlich durchgehend in der Defensive und weitete Teile des Kampfes sich zudem in der Nähe einer Schulterniederlage befand. Diese konnte Kraus jedoch
Bechthold — Brück
verhindern, die Abgabe von vier Punkten jedoch nicht: mit 5:0, 6:0, 6:0 holte Braun einen technisch überlegenen Punktsieg und egalisierte vor dem letzten Kampf beim Zwischenstand von 19:19 die bisherige Führung der Gäste.

Damit war aus Merkener Sicht der Mannschaftskampf nur noch mit viel Optimismus zugewinnen: stand doch für den jungen Patrick Brück Altmeister Leo Bechthold auf der Matte, welcher sich wie zu erwarten als zu große Hürde erweisen würde. Schnell war Brück in der ersten Runde in der Unterlage: drei mal (mit Neumayer davor, kein Bild ... :) durchgedreht und die erste Runde war mit 7:0 für den Rheinhausener gewonnen. Auch die zweite Runde dauerte nicht wesentlichen länger: Brück musste relativ schnell vom Stand in die Bodenlage, doch Bechthold ignorierte diesen angebotenen Punkt gleich stehen und griff Brück stattdessen über den Kopf an. Brück versuchte sich diesem Angriff durch eine Drehung zu entziehen. ohne Chance: Bechthold hatte nun Arm und Kopf von Brück im Schwitzkasten und drückte den jungen Merkener so auf die Schultern. Keine drei Sekunden später war der Kampf mit einem Schultersieg für Bechthold entschieden.