Ergebnisse

BZL AC Ückerath (v) WKG Solingen/ Gerresheim

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Geschrieben von Oliver Stach
Mit 16:17 sich in der Bezirksliga West die Wettkampfgemeinschaft Solingen/ Gerresheim knapp gegen die zweite Mannschaft des AC Ückeraths durch. In dem Vorkampf zur Oberliga Begegnung blieben von den Acht Kämpfen gegenseitig drei Gewichtsklassen unbesetzt, sodass hier leider nur fünf Kämpfe über die Matte gingen. Hiervon gewannen die Ückerather zwar drei Kämpfe, liessen aber bei der Aufstellung mit Sedat Akman und Vladimir Ils auch die erfahreneren und in der Mannschaftsstatistik vorne liegenden Ringer der Kampfgemeinschaft leer laufen, sodass unterm Strich der Sieg der Gäste hier in Ordnung ging.
Ron Visser
In der Tabelle kletterten mit die Ringer aus Solingen/ Gerresheim mit 11:5 damit auf Platz drei und halten damit Kontakt zu den mit 14:2 führenden Mannschaften aus Walheim und Köln-Mülheim. Da die derzeitig führenden Mülheimer in der Hinrunde ihre Niederlage gegen die Wettkampfgemeinschaft kassierte, erhält sich die Wettkampfgemeinschaft
Vor ihrem Einlagekampf drehte Mattenleiter Ron Visser die beiden Solinger Steppkes mal schön in die Kamera: soll ja auch ein nettes Bild geben.
so die Chance noch in das Rennen um den Aufstieg zur Landesliga einzugreifen. Die knapp eine Stunde dauernde Bezirksliga Begegnung leitete Mattenleiter Ron Visser vom KSV Simpson Landgraaf in seiner angenehmen zuhaltenden und sympathischen aber wenns drauf an kam dennoch sehr präsenten Art ausgesprochen gut. Zum Kampfverlauf.

Erst sehr wenig Kampferfahrung kann der Solinger Konstantinos Papadopoulos vorweisen: in seiner ersten Saison auf der Matte gibt es dann noch einiges an Lehrgeld zu bezahlen. Seinen Obulus musste Papadopoulos (dessen Namen es übrigens bei uns im Verband glatt zweimal gibt! Dies für alle die noch mal vorhaben, mir den zwölfjährigen Güthersloher Ringer Konstantinos Papadopoulos mit der Lizenznummer 7943 in die RDB zu braten: der Solinger Ringer Konstantinos Papadopoulos hat die
Schendzielorz — Papadopoulos
Lizenz 9037, nee iss klar!) auch im Kampf gegen den 'erfahrenen' Dennis Schendzielorz latzen: Nach etwas Standkampf Geplänkel legte Schendzielorz seinen Gegner mit dem Kopf über das Hüfte auf die Matte. Papadopoulos brückte sich zwar noch einmal hoch hinaus, doch der Kopf und die Schultern blieben am Boden, sodass Mattenleiter Visser nach knapp einer Minute in der ersten Runde den Kampf abklopfte.

Im Superschwergewicht konnten die Gäste diese Führung der Ückerather aber gleich wieder ausgleichen. Hier trat der Gerresheimer Mattenpater Wolfgang Sieffert gegen den Ückerather Mathias Meixner an. Da keiner der beiden das volle Gewicht auf die Matte bringen konnte — beide hatten keine 100 Kilo auf der Waage — war der Kampf recht flüssig und beide Ringer sparten auch nicht an
Meixner — Sieffert
Technik. Meixner konnte im ersten Ansatz seinen Gegner im Standkampf aus den Tritt bringen und legte Sieffert gleich mit dem Rücken auf die Matte. Doch halten konnte Meixner seinen erfahrenen Gegner hierbei nicht: im Gegenteil: Sieffert drehte sich mit Meixner im Gepäck aus der gefährlichen Lage wieder heraus und konnte so Meixner selbst kurzfritig fixieren; was dem Gerresheimer allerdings erst nur Punkte brachte. Im weiteren Verlauf der Runde konnte Meixner keine weiteren Akzente in den Kampf einbringen: Sieffert dominierte und holte die erste Runde mit 4:7. Auch in der Runde zwei bliebt Sieffert die entscheidende Kraft auf der Matte: Beim Rückstand von 0:3 konnte Meixner zudem nicht verhindern, dass Sieffert ihn aus der Bodenlage über den rechten Arm überwinden konnte und kurze Zeit später Meixner schulterte.

Den spannensten Kampf des Abends lieferten sich dann in der 60 Kilo Klasse griechisch-römisch Enes Özcan und der Ückerather Tim Kalek. Özcan — als Gastringer vom RC Ehrenfeld in die Wettkampfgemeinschaft gekommen — zeigte eine recht überzeugende Kampfführung, in der er schlagartig zwischen zwei
Kalek — Özcan
Kampfgeschwindigkeiten recht zackig umschalten konnte. Gegen den Greccophoben Ückerather Kalek konnte sich Özcan so im Kampfgang entsprechende Wertungen ziehen, machte dann aber die Konditionskiste sorgsam dicht und kam anschließend im Schleichgang dann ganz gut über die Runden. In der ersten Runde konnte sich Özcan einmal an Kalek im Standkampf vorbeibringen: Kalek verhinderte dann aber ganz gut, dass Özcan ihn in der Bodenlage mit Ankippern weitere Punkte abnehmen konnte. Die waren dann aber in der angeordneten Bodenlage fällig: Der bisher eher im ersten Gang schleichende Özcan packte kräftig zu und drehte Kalek kantig über die Matte, um dann wieder den Rest der Runde auszutrudeln. In Runde zwei ein anderes Konzept: im Stand schlummerten die beiden in ihren Armen ein, Özcan schlummerte mehr sodass sich Kalek die Oberlage wünschen durfte. Nun wenig überraschend hinsichtlich meiner Einleitung war hier dann Schluss mit Schlummern: Özcan stemmte sich kräftig auf und sitzt/drehte sich bei der ersten Gelegenheit aus den Armen des Ückerathers. Dieser hatte mit der Aufstehgeschwindigkeit von Özcan nun mal gar nicht gerechnet: ergo kam der Özcan so über den Kopf von Kalek, drückte diesen kurzerhand nach unten und drehte sich so hinter seinen Gegner. Noch bevor Kalek hierauf reagieren konnte, war er schon gepackt und einmal durchgedreht. Denke die Nummer ist gut ein geübt — immerhin hat sich Özcan bisher sechs Jahre vor meiner Kamera in der Trainingshalle verstecken können :-) In der dritten Runde kam der Speeddump von Özcan dann aber zu spät: beim Standkampfziehen ging dem Ehrenfelder zunächst einmal die Matte aus, sodass Kampfrichter Visser Kalek mit einer Eins mit Vorteil brachte. Özcan schaltete wieder um auf Kampfgang, brachte seinen Gegner unter Kontrolle und drehte ihn auch durch: doch zu spät: die ersten 90 Sekunden der Runde waren da schon vorbei. Kalek lies nun nichts mehr anbrennen und erzwang somit die Runde vier. Hier
Suling — Wiendl
erwischte nun Kalek Özcan auf dem Falschen Fuß und brachte Özcan zu Fall: Nur sehr knapp entkam der Ehrenfelder hier der Schulterniederlage. Also machte Özcan nun ordentlich Druck und drehte auch kurze Zeit später Kalek noch einmal durch: doch mehr als zwei Punkte lies der Ückerather jetzt nicht zu und erhielt hierdurch auch die Oberlage im Bodenkampf. Özcan wiederholte nun die Grifffolge aus Runde zwei; allerdings gleich mit zwei Durchdrehern entriss er Kalek diese Runde, holte mit 0:3, 0:3, 1:0, 3:6 einen 1:3 Punktsieg und damit auch den entscheidenden Mannschaftspunkt für die Wettkampfgemeinschaft in der Endabrechnung.

Kurz und knackig machte es im nachfolgenden 96 Kilo Kampf der Ückerather Andreas Suling im Kampf gegen Alexander Wiendl. Der Solinger Wiendl fand im den zwei Runden Kampf keine Antwort auf die Doppelbein Angriffe seines hoch geschossenen Gegners und musste bereits
Adolph — Isikkan
nach knapp 30 Sekunden die erste Runde mit 6:0 an Suling abgeben. Auch die zweite Runde war nicht wesentlich länger: wieder über die Beine brachte Suling seinen Gegner zu Fall war aber anschließend hier eher auf ein schnelles Ende aus: Beim Ansatz rettete Wiendl noch der Mattenrand: beim zweiten Mal konnte sich Suling hier in den Weg bringen und schulterte Wiendl beim Stand von 8:0 in der Roten Zone.

Nachdem der Solinger Vladimir Ils für seinen Antritt vier Punkte für die Wettkampfgemeinschaft erhalten hatte, ging mit dem 84 Kilo Kampf griechisch-römisch dann bereits der letzte Kampf des Abends über die Bühne. Hier traten Josef Adolph für Ückerath und Metin Isikkan für die Wettkampfgemeinschaft gegeneinander an. Der jüngere Adolph kam gegen den sehr bestimmend ringenden Isikkan in den ersten beiden Runden überhaupt nicht zurecht: Zwar gab es nichts wirklich spektakuläres von Isikkan zu sehen, aber bei fast allen Duellen behielt Isikkan die Oberhand und sammelte sich so die Punkte und mit 0:4, 1:4 auch die Runden zusammen. Auch in der dritten Runde lag der Isikkan zunächst mit einer kleinen Wertung vor, kassierte aber dann von Mattenleiter Visser kurz vor Ende der Runde noch eine Verwarnung mit Punktabgabe, sodass Adolph hierdurch in die vierte Runde kommen konnte. Nun setzte sich die Jugend durch: Isikkan hatte nicht mehr die Kraft wie noch in den ersten beiden Runden umsetzen; auch verletzte sich der Solinger mit blutender Wunde an der Augenbraue, sodass der Kampf durchaus länger unterbrochen werden musste. Dies war nicht unbedingt zum Nachteil von Isikkan, welcher nach dem 2:0 Verlust von Runde Vier in der Fünften Runde seinem Gegener Adolph noch einmal die Stirn zeigen konnte. Doch Adolph wischte seinen Gegner mit einer Kopfklammer und warf Isikkan so über sich hinweg: diese Drei konnte der Solinger nicht mehr wechseln und verlor den Kampf in der fünften Runde an Adolph.

Die abschließenden beiden Armheber — Gabriel Cuzguneanu für Ückerath und Sedat Akman für Solingen — konnten an dem Gesamtresultat nichts mehr ändern: mit einem Punkt mussten sich die Gastgeber hier geschlagen geben.