Ergebnisse

VL TKV Oberforstbach (v) KSV Simson Landgraaf

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Geschrieben von Oliver Stach
Eine kurze und knackige Partie erlebten am vergangenen Freitag die rund 100 Zuschauer im Verbandskampf zwischen dem TKV Oberforstbach und unseren holländischen Freunden dem KSV Simson Landgraaf. Etwas über eine Stunde — incl. der Pause — dauerten der Mannschaftskampf, wobei die gastgebenden Oberforstbacher sich zwar tapfer schlugen. Doch gegen die mit einigen Bundesligatauglichen Granaten auftretenden Landgraafler hatte Oberforstbach letztendlich nur minimale Chancen und verlor den Kampf daher auch recht eindeutig mit 13:27.
Riedel — Paulanyi
Eindeutig war auch der Verlauf aller zehn ausgetragenen Kämpfe — die Quersumme von 40 deutet es schon an: bei neun der zehn kämpfe lautete das Ergebnis 4:0 bzw. 0:4 — sodass Mattenleiterin Daniela Ewert mit ihren Jungs keinerlei Probleme hatte und ohne Fehler hier den Mannschaftskampf über die Matte brachte.

So gerade der C Jugend entronnen und so gerade mit Gewicht über die Waage geschluckert, ging für Oberforstbach in der 55 Kilo Klasse Pascal Riedel auf die Matte. Zwar gehört sein ebenfalls jugendlicher Landgraafer Gegner Alex Paulanyi auch noch der Nicht-Bart Klasse an, kann aber im Vergleich zu Riedel bereits fast zwei durchgerungene Mannschaftssaisons aufs Erfahrungskonto zahlen. Entsprechend kurz war daher auch der Kampf. Beim ersten Ansatz konnte sich Riedel noch
Komuth — Hamaker
leichtfüßig dem Griff von Paulanyi entfleuchen, verließ aber dabei die kleine Oberforstbacher Matte. Beim zweiten Ansatz erwischte Paulanyi dann seinen Gegner mit einem klassisch ausgeführten Kopfhüpfzug und beendete den Kampf unmittelbar aus dieser Technik mit einem Schultersieg.

Mit einmal Tilt! begann der Kampf im Superschwergewicht zwischen Markus Komuth und dem Landgraafer Frederick Hamaker. Hamaker erwischte seinen Oberforstbacher Gegner bei einer bereits ausserhalb ausgeführten Kopfrolle derartig unglücklich am Hals, dass dieser benommen auf der Matte liegen blieb. Nun wer nun dachte, dass damit der Kampf beendet sei, wurde durch Komuth eines Besseren belehrt. Nach einmal Durchschütteln und Durchhusten ging Komuth nicht nur zurück in den Kampf, sondern holte sich gegen den nun mal überhaupt
Karlowitsch — Goyguereev
nicht Freistil befähigten Hamaker mit netten Angriffen auf die Fesseln auch noch die erste Runde mit 3:0. Etwas besser belehrt durch den Landgraafer Bock, kam der Landgraafer dann aber in Runde zwei besser in den Kampf: Komuth musste seinen Gegner einmal aufsitzen lassen und konnte gegen das Kraftpaket Hamaker nicht verhindern mehrfach angekippt zu werden. Vorzeitig ging die Runde so mit 0:6 an Hamaker. In der dritten Runde bekam Hamaker einfach seinen Gegner nicht vom linken Fuß: Komuth machte sich sehr lang und hing dann wie besagter Klotz am Bein, sodass der Landgraafer stets viel Kraft und Zeit abgeben musste, um sich dieses Anhängsels zu entledigen. Zwar war Hamaker klar im Vorteil, gab aber hier einen Punkt an Komuth ab, welcher sich im Endergebnis noch auswirken wird. Denn auch in Runde vier konnte Hamaker seinen Gegner Komuth nicht wirklich abschütteln: der Oberforstbacher zeigte sich von seiner klettigsten Seite und gab wohldosiert nur einen Punkt alle dreissig Sekunden ab. Hamaker konnte sich zwar noch einmal hinter den Oberforstbacher bringen und bemühte sich zwar noch recht kräftig diesen anzukippen, doch Komuth hielt gut
Fürst — de Vos
dagegen und verteidigte so seinen Mannschaftspunkt. Denn mit 3:0 0:6, 1:4 0:4 hatte Hamaker nur 10 Punkte Differenz sich erarbeiten können: Ein Punkt fehlte hier für die technische Überlegenheit und somit "nur" 1:3 Punktsieg für den Landgraafer Ringer.

Als recht granatig stellte sich der Landgraafer Arslanbek Goyguereev in der 60 Kilo Freistil Klasse gegen den Oberforstbacher Elmar Karlowitsch auf die Matte. Der gewiss nicht schlechte Oberforstbacher hatte gegen den praktisch ansatzlos ansprintenden Goyguereev eigentlich keine Schnitte; Goyguereev beherrschte den Kampf und seinen Gegner praktisch nach Belieben — gegen Goyguereev würde vermutlich selbst mancher Bundesliga Ringer des Verbandes genau so alt aussehen. Entsprechend eindeutig war der Verlauf: mit 0:6 0:5 0:7 holte sich Goyguereev einen technisch überlegenen Punktsieg und damit vier Punkte für Landgraaf.

Auch im nächsten Kampf stellte Landgraaf mit Fred de Vos durchaus bundesligataugliches auf die Matte. Sein Oberforstbacher Gegner Christian Fürst konnte sich in dem im griechisch-römischen Stil ausgetragenen Kampf gut eine Kampfminute Abstand von von de Vos halten, vermochte de Vos zudem auch einmal von der Matte zu locken und kam mit 1:1 Punkten erst einmal recht glimpflich davon. Kritischer wurde es dann aber für Fürst als sich der Landgraafer de Vos dann hinter Fürst bringen konnte. Denn einmal zugepackt, liess de Vos
Waauff — Harutunian
seinen Gegner nicht mehr aus dem Griff. Nach zwei in aller Seelenruhe vorgeführten Ankippern drehte de Vos seinen Gegner bei 88 Sekunden (Respekt für das Zeitgefühl) in die gefährliche Lage und beendete beim Stand von 1:31 den Kampf mit einem Schultersieg.

Den ersten Sieg für Oberforstbach erzielte nun im nächsten Kampf in der 66 Kilo Klasse griechisch-römisch Antoine Waauff. Sein Landgraafer Gegner David Harutunian konnte sich nicht gegen den sehr dominant auf der Matte auftretenden Waauff behaupten und musste gleich den ersten Punkt mit einem Tritt ins Blaue abgeben. Der Kampf fand dann bereits mit dem nächsten Anpfiff sein Ende. Waauff konnte Harutunian unmittelbar nach Anpfiff am Kopf einfangen und drückte nun den Landgraafer Stück für Stück in Richtung Matte. Harutunian
Jansen — Baitazev
versuchte noch diese Lage auszukämpfen, ging aber hierdurch immer mehr in die Knie, sodass am Ende der Platz für eine Drehung fehlte. Waauff saß nun sehr komfortabel bei einer verbleibenden Kampfzeit von noch über 90 Sekunden auf seinem Landgraafer Gegner und hatte auch die notwendige Ruhe Harutunian hieraus nicht mehr ziehen zu lassen. Gut 10 Sekunden Andruck konnte Harutunian entgegenhalten, danach lag der Landgraafer mit den Schultern auf der Matte und Mattenleiterin Ewert kopfte beim Stand von 4:0 in der ersten Runde zum Schultersieg von Waauff ab.

Im ersten Kampf nach der Pause ging für Oberforstbach Lutz Strack und für Landgraaf Hubertus Kessel auf die Matte. Trotz Freistil vermochte Kessel seinen Gegner in der ersten Runde gleich zweimal mit einem
Hunds — Gumulijo
Kopfhüftzug auf die Matte in die gefährliche Lage legen, wobei allerdings Hubertus keine Chance hatte Strack auch nur annähernd hierin auch nur mehr als 1 Sekunde zu halten. Mit der ihm gegebenen Kraft drehte Strack sich gleich aus der Rückenlage mit Kessel in seinem eigenen Griff wieder auf Knie, wobei Kessel gut daran tat, schnellstens von Strack loszulassen um nicht hierdurch unter Strack begraben zu werden. Für die erste Runde reichte das aber durchaus aus, denn nach der zweiten Drei war die halt für Hubertus im Sack, auch wenn die Mehrheit des Publikums gerne noch sonst fällige Zwei für Strack gesehen hätte, war hier bereits die Runde Schluß: Mit 2:7 konnte Hubertus diese für sich entscheiden. Runde zwei begann genau so augenfreundlich mit allerei feiner Technik, allerdings verzog sich Strack dann übel die Schulter, sodass der Oberforstbacher an dieser Stelle den Kampf aufgeben musste. Eigentlich sehr schade, war dies doch der ausgelichenste Kampf des Abends.

Recht eindeutig verteilt waren die Karten hingegen wieder im nächsten Kampf zwischen dem Landgraafer Imran Baitazev und dem Oberforstbacher Sascha Jansen. Baitazev war hier deutlich überlegen, nutze aber gegen
Nadenau — Bos
den Jugendringer wohlwollend auch nicht alle Register. Zweimal musste so Jansen in der ersten Runde in die gefährliche Lage. Insbesondere der Einsteiger saß ganz gut, doch Jansen schaufelte sich recht ordentlich hieraus wieder heraus; beim Stand von 0:6 war die Runde allerdings für Jansen verloren. Ähnlich der Verlauf von Runde zwei: aus dem von Baitazev nun angesetzten Paketgriff konnte sich Jansen jedoch nicht mehr herausstrecken. beim Stand von 0:3 klopfte Mattenleiterin Ewert den Kampf ab.

Ähnlich kurz aber mit umgedrehten Vorzeichen war der nachfolgende Kampf in der 84 Kilo Klasse zwischen Andreas Hunds und dem Landgraafer Rochel Gumulijo. Zwar holte sich Gumulijo bei einem Mattenzonen Trampler durch einen geschickten Lufttritt den ersten Punkt in diesem Kampf, da dem zur Folge Hunds einen Tick eher von der Matte musste. Gut eine halbe Minute brauchte nun der Oberforstbacher Hunds bis er sich im Standkampf hinter Gumulijo bringen und den Landgraafer mit den Armen an der Hüfte umschließen konnte. Gumulijo versuchte nun durch Spurt nach vorn sich einer kostenintensiven Flugeinlage noch zu entziehen. Dies gelang in so fern ganz gut, dass der Landgraafer hier
Ismailov — Bos
nur zwei Punkte lassen musste. In Summe reichte dies aber nicht: denn unmittelbar nachdem Mattenleiterin Ewert den Kampf wieder im Stand ansetzten lies, konnte Hunds seinen Gegner mit einem Kopfhüftzug auf die Matte fällen und entließ den Landgraafer Jugendringer nicht mehr aus dieser Lage. Kaum 2 Sekunden später war der Kampf dann bereits für Hunds entschieden.

Zwei Runden benötigte der Landgraafer Mick Bos im ersten Weltergewichtskampf um ein gleiches Mannschaftskampfergebnis zu erzielen. Der Landgraafer Jugendringer Bos tastete sich erst einmal an seinen Oberforstbacher Gegner Bernd Nadenau. Der Oberforstbacher — mit deutlich weniger Kampferfahrung ausgestattet als sein Gegner Bos — versuchte sich ganz gut auf der Matte zu verkaufen, kam aber dennoch gegen die Erfahrung von Bos nicht an und musste daher auch in der ersten Runde in die Unterlage. Hier konnte sich Bos seinen Gegner jedoch nicht gut genug packen, sodass Nadenau sich per Beinkringler dem verkehrten Ausheber des Landgraafers gut entziehen konnte. Bos musste somit neu ansetzen, konnte Nadenau noch mal fassen und anschließend sauber durchdrehen. Diese Zwei brachte Bos den 0:5 Rundengewinn. Runde zwei brachte das gleiche Bild: Bos machte die Punkte und erhielt daher auch die Oberlage. Diesmal setzte Bos aber gleich einen Durchdreher an und hielt Nadenau auf halber Strecke an: Nadenau konnte sich hier nicht halten und musste seine Schulterniederlage hinnehmen.

Somit war das Oberforstbacher Ergebnis vor dem letzten Kampf zwischen Seyhan Remziev Ismailov und dem Landgraafer Tom Bos noch einstellig. Entsprechend brüstig stellte sich Ismailov gegen den Landgraafer Jugendringer auf die Matte. So richtig zu beneiden war nun Bos nicht hinsichtlich dieses Kampfes, in jeder Runde konnte Ismailov nun eine Zange bei seinem Gegner ansetzen und Bos hing blöde im Griff. Doch Bos bewiess Kampfmoral, biss die Zähne zusammen und wurstelte sich wieder aus den Griff von Ismailov heraus. Fürs Ergebnis tat sich hier nichts — Ismailov gewann den Kampf technisch überlegen mit 7:0 7:0 5:0 — fürs persönliche Ego tat's wohl ganz gut.