Ergebnisse

BZL KSV Jahn-Marten II (v) KSV Gütersloh II

Drucken
Geschrieben von Oliver Stach
Mit 16:11 auf der Matte und mit 12:11 durch den Ligenreferenten gewann die zweite Mannschaft des KSV Jahn-Marten in der Bezirksliga Ost den Mannschaftskampf gegen die zweite Garnitur des KSV Güterloh. Da in beiden Mannschaften jeweils ein Ringer bereits Stammringer der jeweiligen ersten Mannschaften der beiden Vereine waren, wanderten hier jeweils vier Punkte von rechts nach links. Da aber Marten die 60 Kilo Klasse jedoch nicht besetzen konnte, verloren die Jungs aus Dortmund hierbei vier Punkte und gewannen daher den Vergleich nur sehr knapp mit einen Punkt Vorsprung.
Zettel — Fieber
Fünf Kämpfe brachte daher die Bezirksligabegegnung leider nur hervor — einen 55 Kilo Ringer (im richtigen Alter) konnte keiner der Vereine an diesem frühen Samstag Abend auf die Matte locken — welche recht sachlich durch Detlev Ewert vom ASV Westerfilde sauber über die Matte gebracht wurde.

Tja, leider habe ich weder ein Kampfprotokoll in Papier noch enthält das Online Protokoll irgend welche Punktwertungen — Rüge! :-) Na, dann macht das Schreiben mal wieder so richtig Spaß — oder eher doch nicht. Beschwerden hinsichtlich "war nicht so" gehen daher bitte direkt an den KSV Marten ...

Keinen Ringer stellte die 55 Kilo Klasse, sodass der Mannschaftskampf direkt mit dem Superschwergewicht begonnen wurde. Hier ging Andreas Fieber vom KSV Gütersloh gegen Silvio Zettel im freien Stil aus die Matte. Gegen den erfahrenen Zettel hatte der Ringerjährling Fieber noch nicht die Mittel auf gleicher Augenhöhe mitringen zu können und war somit auch flott in der Defensive. Nach unter einer halbe Minute Standkampf konnte Zettel seinen Gegner mit einer in dieser Gewichtsklasse doch eher selten gesehen Kopfschleuer von der Matte bringen und im anschließenden Bodenkampf seinem Gütersloher Gegner noch einen Ankipper aus dem Trikot ziehen. Danach stabilisierte sich Fieber so einigermaßen, sodass Mattenleiter Ewert hier die Beiden
Faber — Stockmeyer
wieder in den Stand brachte. Hier konnte Zettel Kontrolle über den linken Arm von Fieber bringen und drehte sich mit Fieber im Arm in die Bodenlage. Der Gütersloher konnte diese Technik noch abfangen, bekam aber seinen Arm nicht zurück. Der Martener zog daher in der Bodenlage seinen Gegner mit dem Arm unter sich hinweg und legte sich anschließend mit vollem Gewicht auf seinen Gegner. Fieber lag damit auf den Schultern: 4:0 Führung für Marten.

Kurz und bündig war der Kampf in der 60 Kilo Klasse. Hier stellte Marten keinen Gegner sodass Eric Thoms hier kampflos zu seinen Punkten kam. Da Thoms jedoch Stammringer in der ersten Mannschaft war, fielen diese Punkte für Gütersloh unter den Teppich.

Weiter ging es in der 96 Kilo Klasse griechisch-römisch zwischen dem Martener Christopher Faber und dem Gütersloher Nils Stockmeyer. Auf dem Papier war dies eine scheinbar klare Sache: im Vergleich zu dem erst in diesem Jahr ringenden Faber kann Stockmeyer DM Teilnahme als auch zahlreiche erfolgreiche Verbandsligakämpfe vorweisen. Doch Papier ist bekanntlich geduldig und Faber war es offensichtlich nicht. Der B Jugendliche griff beherzt und ohne weitere Scheu hier Stockmeyer an und stahl seinen älteren aber auch gut um eine Gewichtsklasse leichteren Gegner durchaus die Show. Stockmeyer gab erst einmal einen Punkt ab und musste sich anschließend richtig strecken gegen das Bewegungstalent Faber die erste Runde noch knapp für sich entscheiden zu müssen. Besonders brenzelig wurde es für den Gütersloher dann in Runde zwei, als ihn Faber im Bodenkampf der Länge nach auskontern konnte, dabei Stockmeyers Kopf unter Achsel und Arm einfangen und in diesem Griff seinen Gegner in die gefährliche Lage drehen konnte. Da
Winkelhaus — Ladwig
fehlten dem jungen Martener nur noch ein halber Zentimeter für den Schultersieg. Stockmeyers knüppelte sich noch mal auf die Knie und konnte auch hier den Rückstand noch einmal aufholen. In Runde drei musste dann Faber seinen bisher sehr hohen Kampftempo Tribut zollen und schaltete daher zwei Gänge zurück. Stockmeyer nahm dies wohl recht dankbar zur Kenntnis: auch ihm lagen die 96 Kilo Kampfgewicht seines Gegners schon schwer auf den Armen. Daher bliebt auch diese Runde recht offen: Mehrfach packte sich Faber Stockmeyer zum Wurf unter die Arme. Doch der Gütersloher hatte stets den rechten Stand, konnte den Wurfversuch von Faber hierdurch vereiteln und holte sich so jeweils Punkt für Punkt. Einen weiteren Durchdreher konnte Faber dann nicht mehr verhindern, sodass Stockmeyer die dritte Runde recht sicher und damit den Kampf mit einem 0:3 Punktsieg für sich entscheiden konnte.

Danach gingen in der 66 Kilo Klasse griechisch-römisch für Marten Robin Winkelhaus und für Güterloh Dmytro Ladwig auf die Matte. In einer farbenfrohen ersten Runde der beiden Jugendringer ging der Güterloher Ladwig etwas sorglos auf seinen Martener Gegner Winkelhaus ein und lies sich erst einmal von der Matte schieben. Auch im nächsten Angriff hatte Ladwig nicht gerade das Glück auf seiner Seite. Beim Versuch den größeren Winkelhaus mit so etwas ähnlichem wie einem halbliegend angesetzten Kopfhüftdings über die Schultern ziehen zu können, kam Winkelhaus einen kurzen Tick schneller wieder auf die Knie und konnte so Ladwig im einen Griff in die gleiche Lage bringen. Auch ein eilig von Ladwig nachgesetzter Bauchstoß schüttelte zwar Winkelhaus von der Brust, brachte aber noch einmal den Martener nicht über die 90° Marke. Wie ein Brett lag der ausgestreckte Winkelhaus auf der Matte, hielt seinen Griff und beförderte Ladwig so wieder zurück in die Brücke. Der Güterloher musste daher über die andere Seite drehen und bekam nun endlich einen festen Griff um den Kopf seines Martener Gegners. Winkelhaus versuchte durch Aufstehen sich diesem Zugriff zu entziehen: doch zu spät: Ladwig hing bereits klettig an ihm dran und beförderte ihn rücklings auf seine vier Buchstaben. Pech nun für den Gütersloher Ladwig, dass ihm hierbei die Matte bereits ausgegangen war. Glück daher für Winkelhaus die Runde nun im
Sternkopf — Lübking
Stand fortführen zu können. Hier blieben beide recht aktiv, wobei der Martener wohl so langsam auf Betriebstemperatur kam und deutlich den Kampf machte. Ladwig musste somit eher zurück und konnte auch nicht verhindern hierbei noch aktiven Schub mit Punktverlust von Winkelhaus mitzunehmen: Runde eins ging so (afair) technisch überlegen an den Dortmunder. Das Ende des Kampfes kam dann bereits vorzeitig in Runde zwei. Hier konnte Winkelhaus im Standkampf die Abwehr von Ladwig wegbügeln, schloss die Arme fest und hoch um seines Gegners Rücken und zog so Ladwig den Boden unter den Füßen hinweg. Gut 20 Sekunden hing nun Ladwig im Griff von Winkelhaus und versuchte sich der drohenden Schulterniederlage noch entziehen. Doch Winkelhaus konnte seinen sich schwer hin und her windenden Gegner dann doch noch fixieren und gewann diesen Kampf in der zweiten Runde bei (vermutlich) 3:0 mit einem Schultersieg.

Kurz, schnell und rot gelb war der anschließende Kampf zwischen dem Gütersloher Fabien Lübking und dem Martener Michael Sternkopf. In dem im freien Stil ausgetragenen Kampf der 84 Kilo Klasse war der Martener Sternkopf nicht punkteberechtigt und gab daher die vier Punkte bereits an der Waage an Lübking ab. Dennoch machte Sternkopf mit seinem Gegner recht wenig Federlesen und holte Lübking in knapp 10 Sekunden mit einem leicht geschleuderten Schulterwurf auf den Boden der Tatsachen. Sternkopf behielt hierbei einen Arm und Bein von Lübking am Mann und hatte daher zwei passende Argumente hierüber seinen Gegner auch weiterhin in der Bodenlage zu halten. Lübking versuchte sich noch unter Sternkopf hinweg zu drehen, doch bei dem Griff gab es eigentlich nicht viel Optionen. Sternkopf kam so über seinen Gegner und stempelte Lübking kurz über die Schultern. Zwar schnellte der
Barnfeld — Wolf
Gütersloher unmittelbar hiernach mit Köperspannung mit dem Oberkörper wieder nach oben und hatte so die Schultern in recht luftiger Höhe über der Matte, doch Kampfrichter Ewert erkannte in dem Sternkopfschen Abstempeler bereits einen Schultersieg und kopfte den Kampf ab. Lübking fühlte sich hiermit ungerecht bewertet und wetterte breit und frank drauf los, was ihm von Mattenleiter Ewert eine dezente Kombination einer rot/gelben Karte brachte. Nutzreim aus der Geschichte: ins Klo schreien ist meistens die bessere — wäre in diesem Fall aber in jedem Fall die preiswerte Alternative gewesen. Übrigens: Lübking lag auf den Schultern, doch war auch zwischen Schultern und Matte war noch eine Hand von Sternkopf, was vermutlich dann doch kein Schultersieg gewesen wäre. Nur das war für Ewert auch nicht zu sehen, und das hat Lübking auch nicht abgewettert.

Ebenfalls nur eine Runde dauerte der Kampf zwischen dem Martener Felix Barnfeld und dem Gütersloher Frederic Wolf. Im Kampf 74 Kilo Freistil zeigte sich der Gütersloher ausgesprochen gut aufgelegt und rang gegen
Sternkopf — Zurlo
Barnfeld durchaus auf gleicher Augenhöhe mit. Zwar ging ein schöner Beinagriff von Wolf in einem Ausheber von Barnfeld unter, sodass dieser recht fix mit drei Punkte sich in den Vorsprung bringen konnte. Doch im auch in den nachfolgenden Bodenkämpfen blieb Wolf an Barnfeld dran, welcher sich dabei nur sehr knapp an Ankipper Verlustpunkten vorbeibringen konnte. Lediglich einen Punkt brachte der Gütersloher so an Land. Das Ende des Kampfes in dem bis dahin recht offenen Kampfes kam etwas überraschend. Kurz vor Ende der 2 Minuten Kampfzeit lief ein sich aufrichtender Wolf voll in die Arme des ihn gerade anspringenden Barnfelds. Bei der instabilen Lage von Wolf hatte Barnfeld nun wenig Probleme mit Wolf einmal die Pirorette zu machen und so Wolf mit den Schultern in Richtung Matte zu drehen. Auch wenn es nur noch vielleicht 5 Sekunden Kampfzeit gab, konnte sich der völlig überraschte Gütersloher hieraus nicht mehr über die Zeit bringen. Mit seinem Schultersieg hatte Barnfeld den Mannschaftskampf für Marten entschieden.

Im lezten Kampf dieser Bezirksliga-Ost-Begegnung standen dann für Marten Stefan Sternkopf und für Gütersloh Lino Zurlo auf der Matte. Gegen den dreifachen Top Scorer der Gütersloher zweiten Mannschaft und Top 74kg Grecco Ringer der Bezirksliga — meinen vollen Respekt für diese Leistung im ersten Jahr auf der Matte — konnte Sternkopf die erste Runde offen halten und hielt sich Zurlo mit 0:0 gut vom Leib. Ewert erkannte im Gütersloher den Aktivieren und der schickte Sternkopf erst einmal in die Bodenlage. Hier griff sich Zurlo seinen Gegner mit einem 1A Verkehrten von der Matte ab und der Martener musste schwer rudern hieraus nicht noch auf die Schultern zu müssen. Ewert belohnte diese saubere Technik mit einer vollen Fünf. In Runde zwei liess sich Sternkopf in hinsichtlich der Körperkräfte von Zurlo auf eine recht riskante Brust-an-Brust Kampflage ein. Zurlo konnte Sternkopf auch gut in den Griff bringen, doch Sternkopf löste diese Situation zunächst recht gut und brachte Zurlo durch Druck von Oben schwer aus dem Tritt. Der Gütersloher musste seinen Griffansatz lösen, was Sternkopf veranlasste hieraus sich kurzentschlossen in was Schleudrigem zu versuchen. Doch viel zu stark ist der Gütersloher um bei so was den Griff zu lösen, sodass Sternkopf sich mit der Aktion Zurlo selbst auf den Bauch legte. Zwei Ansätze von Zurlo Sternkopf hieraus zu schultern konnte nun aber der Martener gut abwehren und brachte Zurlo sogar selbst in die Defensive: Noch bevor der sich in der Banklage befindliche Gütersloher sich aus der Reichweite von Sternkopf zurückziehen konnte, hatte sich dieser bereits Kopf und rechten Arm gepackt und drehte Zurlo mit einer zackigen Kopfklammer und mit einer Zwei über die Matte. Zurlo kam schnell wieder auf den Bauch sodass Mattenleiter Ewert hier den Kampf im Stand fortführen lies. Die zweite Runde ging dann aber vorzeitig an den Gütersloher: nach einmal Mattenverdrängung legte Zurlo noch einen Freiflug (Bild betrachten!) eine zweite Drei bei Sternkopf nach, sodass die Runde an den Gütersloher ging. In der dritten Runde konnte Sternkopf sich nicht mehr mit Punkten in den Kampf einbringen. In Folge eines Verstolperers musste sich Sternkopf einmal Zurlo mit vollen Kräften vom Bauch schütteln und lag so recht flott mit Punkten zurück. Aber auch im nächsten Kampfansatz hatte Sternkopf nicht viel Fortune. Zurlo kam recht schnell in die Oberlage und war dann in seinem Element. Mit Ankippern und trotz versuchtem Sit-Out von Sternkopf sammelte sich der Gütersloher die restlichen Punkte zum vorzeitigen Rundengewinn zusammen. Mit (durch-oliver-nach-bild-bewerteten) 0:5, 2:7, 0:6 ging der Kampf an den Gütersloher.