Ergebnisse

OL Mülheim (v) Merken

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Geschrieben von Oliver Stach
Mit 25:12 war der Sieg des AC Köln-Mülheim gegen die Oberliga Überraschung des Jahres 2011 am Ende doch eine sehr klare Angelegenheit. Immerhin 150 Zuschauer konnte der mit reichlich Spannung angegangene Mannschaftskampf am Freitag in die Halle am Bergischen Ring locken; der erste Vorsitzender Thomas Nettesheim konnte endlich mal wieder eine zweite Tribüne in der Halle nutzen, damit alle Zuschauer auch einen angemessenen Platz bekommen konnten.
Gut gefüllt war die Mülheimer Halle am Bergischen Ring
Bis zur Hälfte des Mannschaftskampfes konnten die Merkener Jungs in dem vom Mattenleiter Detlef Ewert gekonnt geleiteten Mannschaftskampf ihren Kölner Gastgeber noch das Wasser reichen; mit einer nur knappen Führung von 11:9 ging es hier in die Pause. Doch
Iranzad — Schmitz
danach war die Gastgeber die dominierende Mannschaft; die in dieser Saison von den Merkenern schon mehrfach gezeigte Bereitschaft zur Überraschungen blieb diesmal aus. Sehr routiniert beherrschten die Mülheimer Ringer ihre Gegner dann auf der Matte, sodass leider — trotz sehr hochklassiger Kämpfe — der Funke nicht ins Publikum überspringen konnte und damit der zweite Kampfabschnitt etwas trocken über die Matte ging. Ihr Kommen wird dennoch keiner der anwesenden
Moil Sarokalai — Anderson
Zuschauer bedauert haben; vor allem im Freistil gab es reichlich technisch Feines zu sehen; war also ein in Summe Klasse Kampfabend.

Recht klar war das zunächst Verhältnis auf der Matte in der 55 Kilo Klasse. Im Freistil traten Amir Iranzad und der Merkener Nachwuchsringer Tim Schmitz gegeneinander an. Iranzad brachte erwartungsgemäß seinen jugendlichen Gegner Schmitz gleich unter Kontrolle und beendete den etwas ungleichen Kampf bereits in der ersten Kampfminute mit einem Schultersieg.

Als dritter Ausländer und damit nicht Punkteberechtigt zeigte sich der Mülheimer Hatef Moil Sarokalai bei seinem Mattenauftritt wahlweise der deutschen Sprache oder den internationalen Ringkampfregeln unkundig. Im 120 Kilo Kampf griechisch-Römisch rammte Moil Sarokalai seinem Merkener Gegner
Vorononok — Ungureanu
Daniel Anderson gleich mehrfach den Kopf ins Gesicht. Leider konnte Mattenleiter Ewert dem Mülheimer Ringer nun nicht beibringen, dass diese Kampftechnik zwar für die Steinbockbrunft geeignet ist aber nicht den allgemeinen Ringkampfregel entspricht, sodass trotz Ermahnung des Mülheimer Ringers Mattenleiter Ewert bei erneuter Ausführung nichts anderes übrig blieb, als den Mülheimer Athleten mit der Roten Karte von der Matte zu stellen. Auch diesem Verweis zeigte sich Moil Sarokalai gegenüber Farbenblind und wollte noch weiter ringen, was natürlich nicht mehr möglich war. Der zweifachen Aufforderung zur Siegerklärung wollte er dann auch nicht folgen: reichlich überflüssiges Tam Tam das Ganze.

Mit einer Verletzung ging der Mülheimer Ringer Vladyslav Vorononok in der 60 Kilo Klasse gegen den bisher in der Oberliga ungeschlagenen Merkener Ringer Mihai Ungureanu. Entsprechend schwach war im
Batuyev — Enns
Bodenkampf die Abwehr des Mülheimers: das Merkener Kraftpaket drehte Vorononok nahezu nach Belieben. Mit sehenswerten Zweier und Dreier holte sich Ungureanu einen nie gefährdeten 0:7 0:7 0:6 technisch überlegenen Punktsieg.

Keine passenden Freistilhilfen hatte der Merkener Andreas Enns gegen den Mülheimer Azamat Batuyev in der 96 Kilo Klasse parat. Kaum dass Mattenleiter Ewert eine der drei Runden des Kampfes angepfiffen hatte, sprang Batuyev seinem eher greccophilen Gegner gleich fett an die Hüfte und schob mit einem Megaschub Enns von der Matte. Zwar versuchte Enns hierbei seinen Gegner noch mit zu drehen; doch diesem Versuch zeigte sich der Mülheimer gegenüber immun und lag damit in den drei
Sefidroudi — Maschidov
Kampfrunden wahlweise mit einer Eins oder Drei schnell in Führung. Hieraus lies sich der Kampf für Batuyev anschließend prächtig kontrollieren: Enns musste nun kommen und hierfür fehlte es an diesem Abend dem Merkener etwas an Ideen. Als Enns zudem beim Stand von 2:0 4:0 in der dritten Runde auch noch etwas die Kraft ausging, machte Batuyev dann Nägel mit Köpfen und holte von Enns in Runde drei dann noch mal sieben Punkte für einen technisch überlegenen Punktsieg.

Einen Kampf auf technisch hohen Niveau zeigten im abschließenden 66 Kilo Freistil Kampf David Sefidroudi und Adam Maschidov. Ohne Wertung blieben die ersten beiden Kampfrunden, zu sicher hatten die beiden Jungs sich gegenseitig in der Tasche. Mattenleiter Ewert erkannte in Runde eins den Mülheimer als den Aktivieren, welcher seinen Merkener Gegner Maschidov im Clinch gekonnt versenken konnte. In Runde zwei war Maschidov klar vorn und durfte daher das Bein von Sefidroudi fassen. (Für die nachfolgende Situation gibt es dann mal ausnahmsweise hier zwei Versionen) Kaum hatte Mattenleiter Ewert den Clinch angepfiffen, ...
MerkenMülheim
... packte sich der Merkener Maschidov das Bein des Mülheimers und fegte diesen unmittelbar zu Boden. Völlig unverständlich, dass Mattenleiter Ewert hierin eine Aktion des Mülheimer sehen konnte ...   ... setzte der Mülheimer Sefidroudi beim Merkener Maschidov einen Spaltgriff an und rollte hierüber seinen überraschten Gegner in die Matte. Völlig zurecht, dass Mattenleiter Ewert daher bei der Aktion den Mülheimer als ausführenden Ringer sah ...
... und damit die Punkte und die Runde an den Gastgeber gingen. (So jetzt haben wir sie alle wieder beieinander und weiter gehts ...) Auch die dritte Runde wurde per Clinch entschieden: hier trug Sefidroudi diesmal seinen Gegner lediglich ins Aus, was bekanntlich (also fast bekanntlich) eine Verwarnung für Sefidroudi und einen Punkt für
Judin — Cuzguneanu
Maschidov bedeutete. In Runde vier vermochte dann der Mülheimer zumindestens einmal um seinen Gegner zu kommen. Mit diesem errungenen Punkt erreichte Sefidroudi einen 3:1 Punktsieg.

Nur einmal Überraschen konnte der Merkener Gabriel Cuzguneanu seinen Mülheimer Gegner Anatolij Judin im griechisch-Römisch Kampf der 84 Kilo Gewichtsklasse: nach gut 15 Sekunden Kampfzeit blockte Cuzguneanu einen Angriff von Judin geschickt ab und konnte anschließend seinen Gegner beherrschen. Weitere Aktionen von Cuzguneanu lies der Mülheimer allerdings dann nicht mehr zu und konnte auch bereits in der nächsten Kampfsituation den Ausgleich erzielen. Judin kam daher in die Oberlage und drehte hier seinen Merkener Gegner noch einmal durch: mit 3:1 ging Runde eins an den Mülheimer Ringer. Die beiden noch folgenden
Kamke — Colling
Runden des Kampfes waren sich recht gleich: Judin kontrollierte seinen Gegner recht deutlich; mehr als einen Punkt lies Cuzguneanu jedoch nicht zu. In der Bodenlage wollte Judin nichts machen, sodass Mattenleiter Ewert diese Ruhelage bereits nach 10 Sekunden aufheben musste. Mit 1:0 ging Runde zwei und drei damit an dem Mülheimer.

Etwas schwach motiviert stellte sich der Merkener Justin Colling in den Kampf gegen den Mülheimer Alexander Kamke. Zwar dürfte man dem Merkener Jugendringer hier nur Außenseiter Chancen zuordnen, aber Colling machte an diesem Abend keine Versuche diese Chancen auch nur ansatzweise anzufragen. Recht schnell ging der Merkener dann in den
Hassan Pour — Kleer
drei Runden des im griechisch-Römisch Stil ausgetragenen Kampfes in die Bodenlage und zeigte hier recht wenig Widerstand, sich den Griffen von Kamke entziehen zu wollen. Der erfahrene Mülheimer lies sich dann auch nicht lange bitten und drehte sich so seine Punkte zum 6:0 6:0 6:0 technisch überlegen Punktsieg zusammen.

Fein ausgekämpfen Freistil zeigten im anschließenden 84 Kilo Kampf der Mülheimer Ali Hassan Pour und der Merkener Alexander Kleer den
Bagheri — Maschidov
anwesenden Zuschauern. In dem ausgeglichenen Kampf waren die Vorteile eher auf der Seite des Merkeners zu Suchen, welcher daher auch Runde eins und zwei mit 1:0 2:1 für entscheiden konnte. Dass Hassan Pour als Gegner nicht zu unterschätzen ist, zeigte sich in Runde drei, als der Merkener Kleer kurz unaufmerksam war und sich vom Mülheimer Beinpaar mächtig abklemmen lies. Hassan Pour erhielt hierfür von Mattenleiter Ewert eine Zwei und gewann damit diese Runde. Auch in der vierten Runde bekam der Mülheimer zunächst Oberwasser und drückte seinen Gegner aus dem Sitz in die Bodenlage: mit einer kleinen Wertung ging der Mülheimer zunächst in Führung. Doch Kleer war willensstark genug, das Kippen des Kampfes zu verhindern: kurz vor Ende der vierten
Khalil — Balaban
Runde rollte Kleer seinen Gegner noch mal über die Schultern ins Blaue und sicherte sich damit die Runde und den Kampf zum 1:3 Punktsieg.

Auch der Freistil Kampf in der 74 Kilo Klasse hatte einiges zu bieten. Hier trat der Mülheimer Mahammad Bagheri gegen den Merkener Ibragim Maschidov an. Recht leichtfüßig erwies sich der Mülheimer Bagheri hier im Standkampf: mit reichlich netten Finten vermochte er seinen Gegner in jeder Runde gleich mehrfach täuschen und brachte diesen so mit einer Eins in die Bodenlage. Hier war allerdings dann der Merkener zu stark, als dass Bagheri hier hätte Punkten können. Dieses versuchte der Mülheimer konsequenterweise dann auch nur in der ersten Runde; ab Runde zwei unterlies Bagheri alle Aktionen im Bodenkampf, sodass Mattenleiter Ewert die Beiden schnell wieder in den Stand schicken musste. Mit 2:0 2:0 4:1 konnte der Mülheimer diesen wirklich sehenswerten Kampf für sich entscheiden.

An seiner eigenen Unruhe scheiterte der Merkener Vladut Gheorghe Balaban im abschließenden 74 Kilo Kampf griechisch-römisch. Sein Mülheimer Gegner Rame Khalil machte gegen den ungestümen Balaban in den drei Runden des Standkampfes eine Form eines regelkonformen Gar Nichts, gegen dass der Merkener zum einen nichts im Technik Arsenal hatte und zum anderen diesen mehr und mehr hibbeliger machte. Statt dann in Ruhe für seinen verkehrten Ausheber im Bodenkampf erst mal den Fuß unter seinem Gegner genau so psychologisch gekonnt in Slomo zu platzieren, versuchte sich Balaban beim Grecco Spezialisten Khalil im Schnellzugriff: — was dann in Runde eins und drei mal voll in die Hose ging: Khalil drehte sich unmittelbar aus dem Griff in eine sehr stabile Bodenlage mit Haftgrund, aus dem Balaban Khalil nun mal gar nicht bewegen konnte. Auch die von Balaban in Runde zwei selbst gewählte Unterlage, erwies sich gegen die Drehbank Khalil als wenig überlegt: Der langarmige Mülheimer konnte hier den Merkener erfolgreich drehen. Mit 1:0 2:0 1:0 verlor Balaban zwar recht ambitioniert aber doch recht deutlich diesen Kampf.