Mattensplitter

Nur 45 Teilnehmer bei LM Männer

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Geschrieben von Thomas Meyer
Lange Gesichter dürfte es sowohl bei den Verantwortlichen des ausrichtenden TuS Bönen als auch bei denen des Ringerverbandes NRW gegeben haben, als am 28. Februar lediglich 45 Männer bei den Landesmeisterschaften im gr.-röm. Stil über die Waage gegangen waren. Diese Teilnehmerzahl ist einer Veranstaltung dieser Art alles andere als würdig. War die Resonanz im freien Stil mit 53 Kämpfern enttäuschend, so war sie im Greco dagegen schon erschreckend bis katastrophal.

Man muss sich fragen, weshalb nur noch so wenige Athleten Interesse an den Einzelmeisterschaften haben. Eigentlich sollten die Titelkämpfe einen Höhepunkt im Sportbetrieb des Landesverbandes darstellen, für alle ambitionierten Ringer gewissermaßen den „Tag des Herrn“, wie Ex-Landestrainer Peter Nettekoven die Wettkämpfe im Rahmen des Stützpunkttrainings einst genannt hatte. Schließlich geht es ja nicht nur um Meisterehren, sondern auch um die mögliche Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften. Und diese sollte doch eigentlich genügend Anreiz sein, um anzutreten und wettzueifern.

Die Gründe für die schwache Beteiligung, welche vielschichtig sein dürften, sollten analysiert werden. Es lediglich auf die lange Mannschaftssaison und den Rückgang an Aktiven zu beschränken, wäre sicher zu einfach. Hier sollten sich auch die Vereine und deren Athleten mehr in der Pflicht fühlen, denn wenn man bedenkt, dass Spitzenclubs der LO oft nur mit ein bis zwei Ringern an einem solchen Turnier teilnehmen, ist eine derartige Resonanz letztlich kaum verwunderlich.

Die Entscheidungen in den einzelnen Klassen im Überblick:

59 kg: Ravil Imanbekov vom TKV Hückelhoven war der dominante Mann in der leichtesten aller Gewichtsklassen. Er beendete seine drei Kämpfe allesamt vorzeitig bei einem Schultersieg sowie zwei technisch überlegenen Punktsiegen (u.a. 12:2 gegen Vizemeister Nazri Komilov vom KSV Jahn Marten 05). Damit errang er nicht nur für sich, sondern auch für den sympathischen Bezirksligaclub, der sich wieder mehr und mehr zu etablieren scheint, einen schönen Erfolg. Bronze ging an Aram Arshakyan von Olympia Utrecht.

66 kg: Immerhin neun Teilnehmer starteten in dieser Kategorie, in der sich mit Robin Pelzer (RC Ehrenfeld) der Favorit durchsetzte. Er hat im Verlaufe des Turnieres keine technische Wertung abgeben müssen und auch im Finale Pascal Wittke (KSV Witten 07) geschultert. Timo Golz (KSV Hohenlimburg sicherte sich Bronze gegen Pietro Sabatino (AKS Rheinhausen).

71 kg: Der Sieger Peter Mass (KSK Neuss) musste ganz schön schwitzen, wurde es doch gegen den späteren Vize Temur Abashidze (SU Annen/PS 10:7) und den Drittplatzierten Michael Zimmer (ASV Heros Dortmund/PS 7:4) richtig eng. Schön, dass so trotz der geringen Zahl von nur vier Teilnehmern ein spannender Wettkampf entstehen konnte.

75 kg: In der stark besetzten 75 kg-Klasse war Ardalan Karsiri (TV Eintracht Walheim) eine Klasse für sich. Vier technisch überlegene Punktsiege aus vier Kämpfen demonstrieren eindrucksvoll seine Dominanz. Zumindest schaffte es Finalgegner Stefan Obst (VfK Lünen-Süd) als Einziger, ihm beim 3:14 technische Punkte abzunehmen. Leo Bechthold (AKS Rheinhausen) landete nach einem Sieg gegen Bryan Cremers (KSV Simson Landgraaf) ebenfalls auf dem Treppchen.

80 kg: Die Goldmedaille holte sich Wladislaus Eirich vom AKS Rheinhausen, der sich lediglich beim 3:3-Erfolg gegen den späteren Dritten Szabolcs Hatos (TSG Herdecke) sehr schwer getan hatte. Igor Wiens (TuS Bönen 01), der Hatos ebenfalls nach Punkten bezwingen konnte, holte Silber, war beim 0:10 gegen Landesmeister Eirich jedoch chancenlos.

85 kg: Trotz einer 1:12-Niederlage gegen Nico Brunner (KSV Witten 07) sicherte sich Nils Holk (TSG Herdecke) den Titel. Da Vizemeister Brunner dem späteren Dritten Moein Mohseni mit 3:4 unterlag, letzterer jedoch von Holk nach einer Punkteführung geschultert wurde, gab es am Ende drei mit jeweils einer Niederlage belastete Athleten. Hier hatte Holk aufgrund des Schultersieges die Nase vorne.

98 kg: Routinier Björn Holk (TV Essen-Dellwig) beherrschte seine Klasse fast nach Belieben und sorgte somit für einen Familien-Doppelerfolg. Auch das Finale, das Holk mit 13:3 gegen Simeon Stankovich (KSV Witten 07) gewann, war eine einseitige Geschichte. In der Entscheidung um Platz drei schlug Freistilspezialist und Nachwuchstalent Justin James (TKSV Bonn-Duisdorf) Siegfried Sitner vom RC Merken.

130 kg: Nur zwei Athleten bewarben sich in der höchsten Klasse um den Titel des Landesmeisters. Nazim Hamza Aras (TV Eintracht Walheim), Bruder des Spitzenringers Mehmet Kasim Aras und verletzungsbedingt erstmals seit Jahren wieder angetreten, schlug in einem Kampf zweier starker Schwergewichtler den Wittener Mattaios Engonidis mit 11:1.
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