Mattensplitter

DM in Dormagen: Gold für Türker, Silber für Englich

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Geschrieben von Thomas Meyer

Nach der WM-Silbermedaille von Nina Hemmer stand der weibliche Ringkampf beim AC Ückerath an diesem Wochenende erneut im Fokus. Die Dormagener nämlich waren Ausrichter der Deutschen Meisterschaften für die weibliche Jugend. Einmal mehr hatte sich die nationale Elite in der Sporthalle der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Nievenheim eingefunden, um ihre Meisterinnen zu ermitteln. Und es wurde attraktiver Sport geboten: In überwiegend voll besetzten Gewichtsklassen zeigte der Nachwuchs, dass das Mädchenringen längst den Kinderschuhen entwachsen ist. Die Situationen wurden routiniert und verbissen ausgekämpft, das technisch-taktische Verhalten sowie die Griffaktionen ließen das Herz des Ringkampffreundes höherschlagen. Die Athletinnen schenkten sich nichts und zeigten eine ganze Reihe mitreißender Kämpfe. Exemplarisch sei eine Poolbegegnung von Amy Allgaier (AC Ückerath) genannt, in der die Lokalmatadorin während Runde zwei schon mit 0:8 in Rückstand lag. Angetrieben von enormem Siegeswillen kam sie jedoch zurück, glich durch zwei hohe Wertungen zum 8:8 aus, um am Ende dann doch mit 8:9 den Kürzeren zu ziehen. So unglücklich diese Niederlage für Amy auch war: Solche Kämpfe möchte man sehen. Schade nur, dass keine Zuschauer zugelassen waren, denn ihnen ist mit dieser Veranstaltung eine Werbung für den Ringkampfsport verborgen geblieben.

Das Team des RV NRW konnte am Ende zwei Medaillen gewinnen. Zeynep Türker (B-Jugend/38 kg) vom AC Mülheim 92 war problemlos durch die Vorrunde marschiert und somit die logische Finalistin. Auch im Endkampf behielt sie beim 4:2 die Oberhand und sicherte sich verdient den einzigen Meistertitel, den der RV NRW an diesem Wochenende holen sollte. Zeynep ist zudem die erste Titelträgerin, die aus den Reihen der Domstädter hervorgegangen ist, und hat damit auch für einen Meilenstein in der Geschichte ihres Vereins gesorgt.

Den Sprung auf das Treppchen schaffte zudem Lotta Englich (KSV Witten 07), die als B-Jugendliche in der höheren Altersklasse angetreten war und trotzdem nur hauchdünn den Titelgewinn in der 69 kg-Klasse verpasst hatte. Eine knappe 4:5-Niederlage gegen die spätere Goldmedaillengewinnerin bescherte ihr Rang zwei. Ein überzeugendes Turnier von Lotta bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft. Und es dürfte wohl niemand daran zweifeln, dass wir in den kommenden Jahren noch mehr von ihr hören werden.

Die übrigen Platzierungen:

A-Jugend:

53 kg: 7. Lisa-Marie Kamper (AC Ückerath), 15. Lilli Titze (AC Ückerath); 57 kg: 6. Amy Allgaier (AC Ückerath), 11. Emily Kramarczyk (KSV Witten 07); 61 kg: 6. Norah Röttgen (AC Ückerath).


B-Jugend:

47 kg: 4. Hilal Emine Türker (AC Mülheim 92); 52 kg: 9. Tiara Majer (AC Ückerath); 58 kg: 4. Alisha Yavuz (AC Mülheim 92), 5. Leni Seelig (AC Ückerath).


Zeynep Türker (AC Mülheim 92) kurz vor einem Schultersieg

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