Ergebnisse

BL KSK Konkordia Neuss (v) ASV Mainz 88

Drucken
Geschrieben von Super User
Neuss mit tollem Start

Das war der Auftakt nach Maß. Der KSK Konkordia Neuss gewann nach seinem 22:20 Auftaktsieg gegen Mömbris-Königshofen auch seinen zweiten Kampf in der Bundesliga mit 25:14 gegen den ASV Mainz 88 und steht damit nach dem zweiten Kampftag mit dem SV Weingarten punktgleich an der Tabellenspitze. Mattenleiter Peter Pimpl hatte dabei keinen leichten Abend. Hermann Josef Kahlenberg, Ringer-Boss aus Neuss, äußerte noch vor dem Kampf erhebliche Zweifel, ob die Begegnung aus Neusser Sicht erfolgreich gestaltet werden könnte: „Das wird eine knappe Kiste. In der Liga sind der SV Weingarten und der KSV Köllerbach für die Plätze 1 und 2 gesetzt. Danach aber ist alles offen. Daher ist ein Sieg heute enorm wichtig.“

Karahan — Halib
Kahlenberg sagte es und kümmerte sich unmittelbar vor dem Kampf um seine Hallenbeschallung. Der bisherige Hallensprecher hatte kurzfristig abgesagt. Die Lautsprecher taten es nicht. Es fehlten Kabel, purer Stress. Aber irgendwie schaffte es der Neusser, pünktlich um 19.30 Uhr konnten die Mannschaften mit Mikro vorgestellt und die Paarungen bekannt gegeben werden.

Eng sollte es werden, so die Prognose.

Süleyman Karahan, 23 Jahre alter türkischer Meister dieses Jahres, ging für die Neusser in 55 LL auf die Matte. Er traf auf Erhan Feiz Halib. Ein Kampf, in dem nicht gemauert wurde. 5:1 für den Neusser in Runde 1, die zweite gab er mit 0:6 ab, lag in Runde 3 zurück und brachte dann einen Beinangriff durch. Ruck-zuck ging das und der Mainzer lag auf dem Ast. Mit 3:5 hatte Süleyman zwar die Runde verloren, aber wen störte das. Schultersieg für den Neusser (MK 4:0).

Banak — Timoncinci
Lukasz Banak, polnischer Nationalität, sollte den Vorsprung ausbauen (120 Kg GR). Das schien auch so gut wie sicher, war er doch in diesem Jahr auch international bei Turnieren gut platziert. Sein Gegner Daigoro Timoncinci bracht zudem noch rd. 10 Kilogramm weniger auf die Matte.

Skrypka — Garcia
Zu Beginn lief auch alles planmäßig. 4:0 in Runde 1 für den Neusser, nachdem es diesem gelungen war, den Mainzer aus der Bodenlage auszuheben. Dann aber gab Banak die nächste Runde mit 1:1 ab, um in Runde 3 mit 0:2 zurückliegend verletzt aufgeben zu müssen. Was war los? Banaks Knieverletzung war wieder aufgebrochen. Meniskus links, eingeklemmt, keine Chance weiter zu ringen. Für denjenigen, der solche Verletzungen kennt, waren die Schmerzen an der Matte spürbar. (MK 4:4)

In der Klasse bis 60 Kg GR musste Sergiy Skrypka versuchen, verlorenen Boden für die Neusser wieder gut zu machen. Er tat das mit Bravour, wobei man wissen muss, dass Sergiy im letzten Jahr eine schwierige Knie-OP zu überstehen hatte. Mit 6:0 brachte er die erste Runde souverän auf sein Konto. Dann in der zweiten gab es einen satten Bumms. Sergiy hatte seinem Kontrahenten trocken einen Hüftzug angedreht. Ein fürchterliches Ding, wie aus der Pistole geschossen. Eine Möglichkeit des Entrinnens gab es nicht. Schultersieg für den Neusser. (MK (8:4)

Vaillant-Cantero — Cakici
Jackson Vaillant-Cantero (96 LL) hatte es mit dem Oldie Cengiz Cakici zu tun. Beide rangen überwiegend griechisch römisch. Insbesondere der Mainzer zeigte enormen Einsatz und Ehrgeiz. Da setzte es schon einmal eine schallende Ohrfeige auf der Matte.

2:0 und 3:2 hatte der Neusser die ersten Runden für sich entschieden. In der dritten führte er noch 7 Sekunden vor Schluss mit 1:0. Cakici, den man von vielen Deutschen Meisterschaften her kennt, machte dann aber 2 Sekunden vor Kampfende den entscheidenen Punkt zum Rundengewinn.

Dülger — Bucur
Mehr als zwei Runden scheinen derzeit für den für Neuss ringenden italienischen Meister in der Bundesliga noch zu viel. Die Folgerunden gab er mit 1:1 und 0:6 ab, der ausgebuffte Cengiz Cakici hatte somit verdienterweise das bessere Ende für sich. Schade für den Neusser Modellathleten. Noch blieb die Leistung für die Endabrechnung des Mannschaftskampfs unerheblich, aber, das kann auch einmal anders ausgehen. Hier besteht für den Neusser Trainer Ayhan Aytemiz, der während des Kampfes äußerst emotional das Kampfgeschehen verfolgte, erheblicher Handlungsbedarf. (MK 10:7)

Kartenspiel
Im letzten Kampf vor der Pause 66 Kg LL) gab es das mit Spannung erwartete Aufeinandertreffen zwischen Samet Dülger für Neuss und George Bucur. Herrliche Auftaktphase. Zwei dynamische Athleten, offen ringend, jeder suchte die Wertung für sich zu machen. Da gab es kein Gemauere, beide Athleten wollten ringen. Runde 1 ging mit 5:2 an den Neusser, der dann in Runde 2 einen Schultersieg für sich verbuchte.

Emil Müller, alter Mainzer und mehrfacher Deutscher Meister, regte sich über das Abklopfen von Mattenleiter Peter Pimpl höllisch auf. Er sah seinen Athleten in dieser Situation nicht mit beiden Schultern auf der Matte fixiert. Wütend rannte er auf das Sportgerät. Er griff Peter Pimpl verbal an, der ihn daraufhin der Halle verwies. Ihm sollte später noch Mannschaftsführer Dirk Ostehoff mit Roter Karte folgen. (MK zu Pause 10:7)

Schwindt — Engel
In der Pause wurde diskutiert, ob den der Vorsprung für die Neusser zum Gesamtsieg ausreichen würde.

Max Schwindt (84 Kg GR) baute den Vorsprung der Neusser dann erwartungsgemäß aus. Runde 1 standesgemäß mit 4:0 an den Neusser. Dabei war Dominik Engel, für Mainz ringend, dem Neusser physisch durchaus gewachsen. Runde 2 ging daher nur recht knapp an Schwindt, wobei man allerdings sagen muss, dass er zu keiner Zeit Gefahr lief, den Kampf zu verlieren.

Es wurde aber härter auf der Matte. In der dritten Runde dann eine runden- und damit kampfentscheidende Verwarnung gegen den Mainzer. Mattenleiter Pimpl hatte auf Kopfstoß erkannt. Das bedeutete den Dreirundensieg für Schwindt. Die Entscheidung im Mannschaftskampf war damit aber noch längst nicht gefallen. (MK 17:7)

Cavusoglu — Berenhardt
Mahmut Cavusoglu hatte es danach in der Klasse 66 Kg GR mit Wladimir Berenhardt zu tun, dem Zweiten der diesjährigen Deutschen Meisterschaften. Dabei räumte man dem Neusser keine große Chance ein, überhaupt einen Punkt zu erringen. So gesehen ging es auch planmäßig los. Mit 6:0 und 2:0 gingen die ersten beiden Runden an den Mainzer. Dann aber kämpfte der Neusser, und siehe da, Runde 3 ging mit 2:1 an ihn.

Loes — Gheorghita
Dirk Osterhoff, Mannschaftsführer der Mainzer, kritisierte wieder lauthals die Entscheidungen des Referees. Folgerichtig sah er die Gelbe Karte. Die Meister des Reklamierens konnten sich immer noch nicht beruhigen. Peter Pimpl zeigte Rot. Schade eigentlich, ein an sich auf der Matte fairer Mannschaftskampf hatte seinen unrühmlichen Höhepunkt gefunden. Gut, dass sich die Ringer von dem von ihren Betreuern am Mattenrand verzapften Theater nicht anstecken ließen.

Durdischew — Gottschling
Da geriet es fast zur Nebensächlichkeit, dass Berenhardt Runde 4 mit 3:0 für sich entschied. (MK 18:10)

Patrik Loes war in der Klasse bis 84 Kg gegen Stefan Gheorghita dann chancenlos. Er unternahm in Runde 1 eine Runde Karusselfahren, indem ihn Gheorghita abhob, ihn aus seine Schultern legte und drehte. Fair setzte er ihn ab, Schultersieg, ein schnelles und klares Ende in diesem Kampf. (MK 18:14)

Todorow — Rosengren
Hamberd Durdischew sollte es dann in 74 Kg LL für die Neusser richten. Um es vorweg zu nehmen. Er enttäuschte nicht. Drei Runden, jeweils mit 3:0 für den Neusser, der eindeutig Chef auf der Matte war und das Geschehen risikolos kontrollierte. Blitzschnell die Beinangriffe und griff Gottschling an, schien er die Angriffe zu erahnen und brachte technisch brillant seine Verteidigung seine effektive Verteidigung zu Geltung. Damit war Neuss durch: (MK 21:14)

KSK Konkordia Neuss
Emilyan Todorow blieb konnte dann ohne sonderliche nervliche Anspannung den letzten Kampf gegen Robert Rosengren (74 Kg GR) bestreiten. Der Neusser nutzte die Gunst der Stunde, gewann die erste Runde mit 2:0 und landete in Runde 2 einen Schultersieg. (MK 25:14)

Damit hatten die Ringer vom Niederrhein einen tollen Saisonstart hingelegt. Lässt sich die Siegermentalität noch weiter in die nächsten Kämpfe tragen, darf man gespannt sein, wo sie am Ende der Saison landen werden. Und sollte sich der Zuschauerzuspruch in Neuss noch erhöhen ...., unvorstellbar was dann noch möglich sein könnte.
KSK Konkordia Neuss


ASV 88 Mainz


Bundesligen


Aus den Ligen