Ergebnisse

OL KSK Konkordia Neuss (v) AC Ückerath

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Geschrieben von Oliver Stach
Nichts anbrennen liess im Oberligakampf der KSK Konkordia Neuss den mit einigem Lokalkolorit angehauchten Vergleich gegen den AC Ückerath und gewann den Kampf auf der Matte deutlich mit 22:14. Allerdings nur auf der Matte: da Neuss Erich Marjalke als auch Rouzbeh Khoshbin-Nazdik gegen Weingarten auf Grund eines grippalen Infekts von Loés und Vaillant-Cantero in der Bundesliga antreten liessen, werden vermutlich 8 der Punkte über den grünen Tisch auf das Konto der Gastmannschaft wandern; was das Ergebnis genau spiegeln würde und den Ückerathern zwei unverhoffte Mannschaftspunkte bringen wird.

Detlev Ewert
Dabei stellte am Freitag um ganz sicher zu gehen der Neusser Mannschaftsführer Alexander Jurk mit Sergij Skrypka noch einen Ringer der Bundesligamannschaft mit auf die Matte, was aber bei den verletztungsgeschwächten Ückerathern vermutlich nicht notwendig gewesen wäre und auch zur Folge hatte, den Neusser Grecco Ringer Serhat Sezegen auf 60 Kilo reichlich eingekocht in den Freistil zu verbannen, wo dieser gegen den Ückerather Lukas Czechanowski nicht bestehen konnte. Ein ähnliches eindeutiges Mattenergebnis hätte
Hitschke — Burghartz
Neuss vermutlich daher auch ohne Skrypka erringen können; so waren die Neusser allerdings vollständig auf der Matte und schonten die Mannschaftskasse. Somit gingen zehn Kämpfe in Summe recht eindeutige Kämpfe über die Matte; kein Kampf ging länger als drei Runden — daher auch kein Verlierer einen Punkt mitbringen konnte. Das waren somit 10 recht handliche Aufgaben für Mattenleiter Detlev Ewert, welcher den fairen Mannschaftskampf auch souverän und sehr sicher über die Matte brachte.

Los ging es mit dem vorgezogenen Kampf in der 96 Kilo Klasse: hier rang für Neuss Thorsten Hitschke und für Ückerath Frank Burghartz. In dem im griechisch-römischen Stil ausgeführten Kampf waren die Vorteile klar auf der Hand des Ückerathers. Nur in der zweiten Runde konnte sich Hitschke eine kleine Wertung erarbeiten; ansonsten dominierte Burghartz seinen Gegner sowohl im Stand- als auch im Bodenkampf. Nachdem Burghartz Runde Eins und Zwei mit 0:3, 1:6 gewinnen konnte, kam der Ückerather noch in den letzten Kampfsekunden zu einem Schultersieg: Hitschke konnte sich zwar in der Unterlage seinen Gegner vom Buckel schieben, verlor aber beim schnellen Aufstehen einen kurzen Moment und bot seinen Ückerather so kurzfristig die Möglichkeit sich
Ahrweiler — Schendzielorz
in verkehrtem Griffansatz von vorn bei ihm an der Hüfte anzudocken und ließ sich hierüber auf den Rücken zu drehen. Für eine Brücke war es zu spät und Hitschke lag auf den Schultern.

Seine vier Punkte hatte sich der Ückerather Patrick Schendzielorz bereits an der Waage verdient; sein Neusser Gegner Timo Ahrweiler hatte zwei Kilo zu viel auf den Rippen und gab daher schon hier die Punkte an Ückerath ab. In dem griechisch-römischen Freundschaftskampf konnte der Neusser Ahrweiler sich dann von Schendzielorz so einiges an Grecco Techniken abschauen; Mit reichlich Durchdrehern und einigen schönen Überwürfen holte sich Schendzielorz so Punkt für Punkt, sodass er alle drei Runden vorzeitig und damit den Kampf technisch überlegen gewinnen konnte.

(Super)Schwergewicht stand nur auf dem Anzeige, auf der Waage fehlten dann in Summe fast 60 Kilo; sowohl der Neusser Erich Marjalke als auch
Marjalke — Meurer
der für Ückerath startende Stefan Meurer hätte daher auch gut und gerne eine Gewichtsklasse tiefer antreten können. In dem im Freien Stil ausgeführten Kampf gab es nicht viel an den Kräfte Verhältnissen zu deuteln: der Neusser Freistil Profi Marjalke lies Meurer wenig Platz auf der Matte und holte sich den Kampf mit 8:0, 2:0, 7:0 technisch überlegen nach Punkten. Einige Aufregung auf der Böcken gab es als Mattenleiter Ewert den Kampf bei aussichtsreicher Lage für den Neusser Marjalke abbrach, da Meurer ersichtlich in der Körperhaltung abschlaffte und so einen schwer angeschlagenen Eindruck machte. Auch wenn hier die Fürsorge von Ewert zum Glück unbegründet war — Meurer hatte sich wohl an irgend etwas verschluckt — war dies eine Entscheidung im Zweifelsfalle für die Gesundheit der Aktiven und daher stets als richtig zu bewerten ist. Auch wenn sich derartig Vernüftiges im Hitze des Gefechts i.d.R. schlecht verkaufen läßt.

Im ungeliebten Freistil stellte sich der Neusser Serhat Sezegen in der 60 Kilo Klasse gegen den Ückerather Lukas Czechanowski, welcher in dieser Stilart schon eher zu Hause ist. In dem Kampf machte dann Sezegen auch schlauerweise erst einmal zu, sodass dass sich trotz
Sezegen — Czechanowski
einigem an Griffarbeit des Ückerathers der Kampf auf einige wenigen Aktionen beschränkte. In Runde eins war dies ein Beinangriff von Czechanowski, welcher zunächst seinen Gegner im Standkampf zusammenfalten und hierdurch sich von Unten Zugriff auf rechten Arm und Bein des Neusser sichern konnte. Sezegen zog seinerseits auch kräftig mit, was die Neusser Bank lauthals hierfür eine Zwei einfordern lies; doch Mattenleiter Ewert gab hierfür nur dem Ückerather eine Drei, was auch gleichsam das Ergebnis von Runde Eins war. Auch die zweite Runde war hinsichtlich Aktionen eher sparsam: diesmal ging die Aktion vom Neusser Sezegen aus, welcher über Czechanowski greifen konnte und selbstfallend nun zu Punkten kommen wollte. Hierfür gab es auch eine Zwei von Mattenleiter Ewert. Da jedoch Czechanowski sich bei dem Wurf fest an den Beinen und damit auch seinen Gegner kurzfristig in der gefährlichen Lage halten halten konnte, bekam Czechanowski die gleiche Punktezahl und damit auch diese Runde in die Hand. Schneller zu Potte ging es dann in Runde drei; praktisch mit dem Anpfiff konnte Czechanowski mit einem Beinangriff seinen Neusser Gegner zu einer Zwei über die Schultern kippen; den Ansatz einer anschließenden Beinschraube entzog sich der Neusser allerdings recht geschickt und verhinderte so einen weiteren
Skrypka — Spilko
Punktabfluss. Mit den entsprechenden Vorsprung in der Tasche hatte es nun Czechanowski nicht mehr ganz so eilig; Sezegen mauerte sich auch gut ein und liess nicht viel zu. Einmal kam Czechanowski noch hinter den Neusser; zum Einsteigen bot ihm der Neusser allerdings keinen Platz an, sodass es bei den drei Punkten für den Ückerather blieb.

Trotz noch nicht ausgeheilter Armverletzung ging der Ückerather Dmitro Spilko in den Kampf gegen den Neusser Serjiy Skrypka. Spilko wollte unbedingt für eine Runde auf die Matte und hatte wohl im Vorfeld des Kampfes um Schonung gebeten; Skrypka traute sich kaum seinen Gegner mit mehr als zwei Fingern anzufassen, so weich gestaltete der Neusser
Khoshbin-Nazdik — Sintschenko
seine Aktionen. Nach dreimal Abflauschen hatte dann Skrypka die Runde gewonnen und Spilko gab den Kampf auf: Beim Stand einer 8:11 Führung für Ückerath ging es somit in die Pause.

Wenig Möglichkeiten liess der Neusser Rouzheh Khoshbin-Nazdik seinem Ückerather Gegner Alexander Sintschenko. Khoshbin-Nazdik gestattet seinem Gegner nur eine einzige technische Wertung, als er in Runde Zwei den Balance Akt "Synchron Standwaage mit einharkten Knie" gegen Sintschenko verlor und statt auf den Rücken zu fallen, sich lieber in die Bodenlage flüchtete. Aus dieser konnte Sintschenko nichts gewinnen. Trotz eines fulminanten Beinbeinangriffes hielt
Efremov — Barman
Khoshbin-Nazdik sauber einen Rücken in Richtung Decke und gab so keine weitere Punkte ab. Der Kampf endete mit einem Schultersieg für Khoshbin-Nazdik in Runde drei: Im Standkampf konnte Khoshbin-Nazdik Kopf, Hüfte und Bein des Ückerather einsammeln und setzte über das verbleibende Bein Sintschenko auf die Matte. Mit der Hand im Nacken verhinderte Khoshbin-Nazdik, dass sich Sintschenko aus der Falllinie drehen konnte, ein kurzer Andruck und der Kampf war mit einem Schultersieg für Khoshbin-Nazdik entschieden. Klasse gemacht!

Um die Runden kämpfte der Ückerather Bünjamin Barman im nachfolgenden 66 Kilo Freistil Kampf. Gegen den favorisierten Anatolij Efremov gab es für den Jugendringer außer Kampfzeit eigentlich nichts zu gewinnen; entsprechend wurde jede von Barman überstandene Runde von seiner Mannschaft unterstützend gefeiert. Auf der Matte ging es dann für Barman weniger lustig zu: der Neusser Efremov dominierte den Kampf zu jedem Zeitpunkt hatte in jeder der drei Runden seinen Gegner mindestens einmal in der gefährlichen Lage; nur arbeitete sich Barman
Soto Alvarez — Sterzik
jedesmal wieder auf den Bauch und kam so um die Schulterniederlage herum. Vier Punkte gab es dennoch für Neuss in diesem Kampf: mit 7:0, 8:0, 6:0 holte sich Efremov den höchsten technischen Punktsieg an dem Kampfabend.

Schöne Würfe zeigte der Neusser Yoany Soto Alvarez im Kampf gegen den Ückerather Rene Sterzik. Ähnlich wie im Kampf zuvor, rechnete sich die Gastmannschaft in dem in griechisch-römischen Kampf geführten 84 Kilo Kampf recht wenig aus; zumal Sterzik in der letzten Zeit nicht wirklich häufig in der Trainingshalle anzutreffen gewesen war. Doch der Ückerather hielt sich gegen den favorisierten Soto Alvarez recht gut und holte sich zur Freude der Ückerather per Mattenverdrängung den ersten Punkt und damit auch die Oberlage. Hier klebte der Neusser zwar am Boden, was Sterzik seinerseit nicht ganz so gut gelang und so für Drei Punkte bei Soto Alvarez einen Hallenrundflug buchte. Runde Eins ging so an den Neusser. Runde zwei begann wie in die erste; Sterzik drängte seinen Gegner einmal von der Matte. Wieder im Stand harkte sich Soto Alvarez bei Sterzik unter den rechten Arm; Sterzik ging links mit und die Beiden stürzen über den Mattenrand. Hierbei kam die Drehung des Ückerathers erst ausserhalb zur Wirkung — sodass die Aktion von Mattenleiter Ewert nur mit einer Drei für den Neusser belohnt wurde. Soto Alvarez holte sich so die Oberlage und versuchte nun mit einem Fünfer die Runde für sich zu entscheiden. Hoch hinaus hob der der Neusser Sterzik über die Matte und um diesen über den Kopf überschlagend wieder auf diese hinab zubefördern. Doch Sterzik war
Sel — La Greca
gut eingestellt und lief, sobald seine Hände die Matte wieder in Griffweite hatten, auf den Händen dem Neusser aus seinen Fängen und gestattete Soto Alvarez so nur einen einzigen Zähler. Doch so richtig unter Kontrolle bekam der nun rotzonig stehende Neusser seinen Gegner nicht; Sterzik sah seine Chance und brachte seinen Gegner noch einmal von der Matte. Bis auf 4:2 war Sterzik so an seinen Gegner herangekommen, doch in eigener Oberlage ging dann aber nichts. Auch Runde zwei ging so nach Neuss. In Runde Drei erkämpte sich Soto Alvarez mit einer kleinen Wertung die Oberlage; hier hob der Neusser seinen Gegner Sterzig schön aus der Bank und legte diesen nach hoher Amplitude flach auf den Rücken ab — Sterzig hatte Glück hier mit zwei Punkten und zusätzliche dreissig Sekunden Kampfzeit geschenkt zu bekommen. Und fast hätte es der Ückerather noch geschafft aus diesem Geschenk noch den Kampf zu drehen. Doch mehr als einen Durchdreher war dann für Sterzig nicht drin. Mit 4:2 gewann der Neusser auch die dritte Runde und mit seinem Punktsieg drei weitere Punkte für seine Mannschaft.

Als zu drehfreudig erwies sich der Ückerather Giancarlo La Greca im Kampf gegen den Neuser Gökalb Sel. Vor allem in der zweiten Runde konnte sich La Greca den zwingend auf der Matte agierenden Sel nicht beherschen und gab nach drei Durchdrehern diese Runde mit 6:0 ab. Da der Neusser Sel Runde Eins bereits mit 3:1 für sich entscheiden konnte, sah es so nach weiteren Vier Punkten für die Gastgeber aus. Doch La Greca ging mit viel Kampfgeist in die dritte Runde, konnte seinen Neusser Gegner überraschen und ging mit zwei Punkten Führung in
Efremov — La Greca
die Oberlage. Hier grub sich Sel wie schon in den Runden zuvor tief in die Matte ein, sodass La Greca hier nichts bewegte und einen weiteren Punkt abgab. Somit war Sel am Zug und musste La Greca bewegen. 25 Sekunden verteidigte der Ückerather seine Runde und gefährlich weit unter seinen Gegner musste sich Sel schieben bevor er La Greca dann doch noch drehen konnte. La Greca verpasst hierbei die Gelegenheit mit einem schnellen Übersteiger den Kampf für sich entscheiden zu können; mit 2:3 ging so die dritte Runde und der Kampf nach Neuss.

Ein heisses Gefecht lieferten sich im letzten Kampf Patrick La Greca und der Neusser Michael Efremov. In dem Kampf zweier an diesem Abend durchaus gleichwertiger Ringer konnte sich La Greca insgesamt vier kleine Wertungen erarbeiten, indem er Efremov wahlweise von der Matte oder sich hinter den Neusser brachte. Geschickt statistisch verteilt brachten diese vier Punkte La Greca einen 0:1, 0:2, 0:1 Punktsieg und damit drei Mannschaftspunkte.