Ergebnisse

Deutsche Meisterschaften der Junioren griechisch-römischer Stil

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Geschrieben von Egon Janz
Ramsin Azizsir überragte alle

Stark auch Coskun Efe. Südbaden sicherte sich die Länderwertung vor Bayern und Württemberg.

Bei der vom KSK Konkordia Neuss mit dem von Hermann-Josef Kahlenberg und Team wie gewohnt vorbildlich ausgerichteten Deutschen Juniorenmeisterschaften GR ging es neben der Vergabe der Meistertitel auch um eine Standortbestimmung unserer Athleten im Hinblick auf kommende internationale Einsätze. 124 Athleten aus 15 Landesverbänden gingen an den Start. Der DRB kann, was den Bereich der Grecos-Junioren angeht, durchaus zuversichtlich in die Zukunft blicken. DRB-Präsident Manfred Werner, Generalsekretär Karl-Martin Dittmann und auch DRB-Sportdirektor Detlef Schmengler konnten sich davon überzeugen, dass der DRB in diesem Altersbereich in fast jeder Altersklasse zumindest einen konkurrenzfähigen Athleten mit internationalen Perspektiven besitzt, einige sind sogar der Spitze in Europa zuzurechnen. 

Sechs internationale Medaillen im letzten Jahr bilden schon eine Basis, auf der man aufbauen kann.
Menekse — Kessel
Bundestrainer Jannis Zamanduridis formulierte es dann auch recht klar: “Bei dieser Meisterschaft wollen wir sehen, wie sich die Athleten fortentwickelt haben, die im letzten Jahr internationale Meriten sammelten. Sie sollten sich hier durchsetzen.“ Dabei dürfte er besonders an Lukas Höglmeier und Oliver Runge (beide 55 Kg), Ramsin Azizsir als Europameister (84 Kg) und Coskun Efe (EM Zweiter 96 Kg) gedacht haben.

Darüber hinaus ging es Zamanduridis auch darum zu sehen, wer sich aus den erstmalig bei den Junioren Startberechtigten für höhere Aufgaben anbietet. In diesem Zusammenhang genossen Peter Öhler (84 Kg) und Martin Otto (120 Kg) wohl seine besondere Aufmerksamkeit.
Höglmeier — Runge
Dadurch, dass Otto vernünftigerweise kein Gewicht gemacht hatte, kam es nicht zu dem von einigen erwarteten Vergleich mit Coskun Efe.

Voller Erwartungen konnte man sich auch auf die 74 Kg-Klasse freuen. Hier starteten mit Christopher Fersch, Jan Rotter, Timo Badusch und Florian Neumeier einige Hochkaräter.

Die Meisterschaft hielt sportlich, was man erwarten durfte. Es waren tolle Kämpfe zu sehen. Die Kampfrichterleistungen waren klar und gaben keinen Anlass zu Kritik, Kampfrichterreferent Utz Aißlinger hatte keinerlei Probleme.

50 Kg / 6 Deniz Menekse (SC 04 Nürnberg)
So ist das manchmal. Der Kampf, der es eigentlich verdient gehabt hätte, als Finale ausgetragen zu werden, fand bereits in Runde 1 statt. Andreas Herzog vom VfK Schifferstadt, spätere Dritter, forderte dem Nürnberger am meisten ab, unterlag aber in zwei Runden mit 0:1 und 0:2. Patrick Ganter vom KSV Furtwangen und auch im
Schmidhuber — Hug
Finale Moritz Kessel, der schon von seinen Hebeln her große Nachteile gegenüber Menekse hatte, mussten sich dem neuen Deutschen Meister technisch unterlegen geschlagen geben. Menekse dominierte seine Gewichtsklasse.
55 Kg / 13 Oliver Runge (RSV Hansa 90 Frankfurt/Oder)
Fünf gewonnene Kämpfe mit 35:1 Wertungspunkten für den Brandenburger drücken die Überlegenheit deutlich aus. Zu kämpfen hatte Runge aber im Finale gegen ebenfalls starken Lukas Höglmeier vom TV Gailbach. Hier musste der Deutsche Meister bei den Männern 2009 in einem taktisch stark geprägten Kampf über drei Runden gehen, bis er den Titel für sich verbuchen konnte. Dritter wurde der Niedernberger Ibrahim Fallacara.
Azizsir — Karkusov
60 Kg / 21 Oliver Hug (KSV Aalen 05)
Der Aalener war in dieser Gewichtsklasse das Maß aller Dinge. Fünf zum Teil enge Kisten führten Hug ins Finale. Insbesondere gegen Pascal Funk, den späteren Dritten (WKG Weitenau / Wieslet), hatte der Württemberger bei seinem 0:5, 1:0, 1:0 Dreirundensieg arg zu kämpfen. Dario Schmidhuber hingegen konnte im Finale den neuen Deutschen Meister bei seiner 0:7 und 0:2 Niederlage nicht ernstlich fordern.
66 Kg / 24 Benedict Pauli (SV Untergriesbach)
Pauli war dominierend. Keiner in seiner Gewichtsklasse konnte ihm nur einen technischen Punkt abknöpfen. 35:0 technische Punkte
Reiner — Pauli
für den Untergrießbacher im Turnier sprechen eine mehr als deutliche Sprache. Auch sein Finalgegner Fabian Reiner vom KSV Tennenbronn musste nach 0:7 in Runde 1 eine Schulterniederlage hinnehmen. Bronze ging an Kevin Mehlhorn vom RV Thalheim.
74 Kg / 25 Christopher Fersch (RWG Mömbris / Königshofen)
74 Kg war die heiß umkämpft. Christopher Fersch traf im Finale auf Timo Badusch vom KSV Köllerbach. Nach 4:0 in Runde 1 ging es in Runde 2 ratz-fatz. Fersch startete einen Angriff zur Hüfte, kam durch, gefährliche Lage Badusch, Schultersieg Fersch. So einfach ging das im letzten Kampf der Meisterschaft. Dabei hatte Badusch einen Kampf zuvor auf seinem Weg ins Finale Jan Rotter (SV Triberg) ausgeschaltet, den späteren Dritten. Eine attraktive Gewichtsklasse bei dieser Meisterschaft.
Fersch — Badusch
84 Kg / 19 Ramsin Azizsir (ASV Hof)
Azizsir war sicherlich der herausragende Athlet bei dieser Meisterschaft. Elegant, wie er sich auf der Matte bewegt. Toll, wie er mit seiner Taktik eine intelligente Kampfesführung offenbart. Da geht nur noch Zungeschnalzen. Robert Karkusov RSL Santhoven-Lampertheim war im Finale (0:7 / 0:7) chancenlos. Gefordert wurde Azizsir von Tom Linke (Stralsund); eine knappe Zweirundenniederlage (0:1 / 4:5) musste aber auch er hinnehmen. Den Kampf um Bronze entschied Peter Öhler vom RC Mühlenbach gegen Anatolij Judin (Luckenwalde) für sich.
96 Kg / 8 Coskun Efe (KSV Aalen 05)
Coskun Efe ist sicherlich auch ein Hoffnungsträger im DRB. Ihm genügten drei Kämpfe bis zum Gewinn des Titels. Im Finale traf er auf Patryk Kudla vom VfK Schifferstadt. 3:0 und 4:0 für Efe sprechen eine deutliche Sprache. Da hatte es der Aalener in seinen Kämpfen gegen späteren Bronzemedaillengewinner Gabriel Fix (KSV Haslach) und David Stumpe (SV Dürbheim) weitaus schwerer. Pech für den Hofstettener Markus Neumaier, der sich im kleinen Finale eine Armverletzung zuzog.
120 Kg / 8 Christian John (Eisenhüttenstädter RC)
Efe — Kudla
Der Eisenhüttenstädter landete bei seine 5 Kämpfen 2 TÜPS und 2 Schultersiege. Eine Schulterniederlage gegen John musste im Finale auch Eduard Popp - allerdings unglücklich nach Verletzung - hinnehmen. Schade, dass so etwas einem Athleten gerade in so einem entscheidenden Kampf passiert. Aufmerksam auf sich machte Martin Otto. Der im letzten Jahr noch in der A-Jugend startberechtigte Walheimer belegte einen beachtenswerten dritten Platz.

Zum Abschneiden der NRW-Athleten

Die Hoffnungen unseres Landesverbandes, was Titelambitionen bzw. Medaillengewinne betraf, lagen aus Sicht unseres Landesverbandes insbesondere bei Dennis Böddeker und Martin Otto. Bis auf Martin Otto stachen keine Trümpfe so richtig Landestrainer Günter Tabel zum Abschneiden der NRW-Athleten: „Ich bin frustriert.“

Von den 13 Teilnehmern aus unserem Landesverband erreichte Martin Otto in der Klasse bis 120 Kg als beste Platzierung eine Bronzemedaille. Patrick Schendzielorz vom AC Ückerath erreichte in der Gewichtsklasse bis 55 Kg Platz 6, Thomas Kurle vom RC Hürth wurde in 74 Kg Zehnter und Dennis Böddeker vom KSV Hohenlimburg landete auf Platz 9 in der 84 Kg-Klasse. Nils Schneider vom RC Hürth durfte in der 96 Kg-Klasse einen achten Platz verbuchen.

Alle waren sich einig, dieses Ergebnis hat erhebliches Steigerungspotential nach oben. Einig war man sich auch darüber, dass der KSK Konkordia Neuss eine Meisterschaft der kurzen Wege ausgerichtet hatte, in deren Mittelpunkt das Bemühen um den Athleten deutlich sichtbar wurde.

Anmerkung:
Der Verfasser ist in der ursprünglichen Fassung dieses Berichts einigen Fehlinformationen aufgesessen und hat vielleicht nicht mit der gebotenen Sorgfalt recherchiert. Sorry.
hier steht nix
Aus den Ligen