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BZL Mülheim (v) Stommeln

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Geschrieben von Oliver Stach
Als anspruchsvolle Geocaching Aufgabe entpuppte sich der Kampfabend beim AC Köln-Mülheim am vergangenen Samstag Abend. In der Bezirksliga West hatten die Kölner aus der Nachbarschaft die Jungs vom Stommelner RV eingeladen. Da allerdings die Stammhalle am Bergischen Ring noch reichlich mit Kleberausdünstungen kämpfte und damit für den Ringkampfsport nicht freizugeben war, mussten die Gastgeber mit Sack und Pack in eine Ersatzhalle in der Ferdinandstrasse ziehen.
Detlev Ewert
Nun, das ist nicht besonders außergewöhnlich, wenn man denn weiß, dass die offizielle Adresse der Montessouri Hauptschule zwar Ferdinandstrasse ist und dass sich da zwar auch eine neu errichtete Turnhalle befindet wird — nur ist diese eben nicht die richtige Halle für das Ringen.

Wer das nicht weiß — und wer weiß das schon? — steht da erst mal reichlich dämlich vor einer verschlossenen Turnhalle und tapert anschließend über durch Horden von Schülern per Pedes erschlossener, nicht beleuchteter Trampelpfade durch die Gegend. Auch vor witziges Streetgeviewe, welches hinzukommende und genau so dämlich rum tapernde Pressereferenten i.d.R. bei Neuhallengebiet zur Rate ziehen, bringt hier nicht wirklich weiter. Wurde doch bei der Montessouri Schule gar kräftig in Neubauten investiert und gleich zwei neue Hallen gebaut, welche sich nun mal noch nicht auf einschlägigen Webseiten finden
Höttgen — Schymonski
lassen ... :-) Kleiner Tipp daher für den Fall, dass sich die Halle am Bergischen Ring weiterhin als zu toxisch erweisen sollte: die Halle ist eher vom Pfälzischen Ring zu erreichen, wobei man hier eher keine Parkplätze zu erwarten hat. Für alle demnächst ebenso dämlich durch die Gegend tapernden, hier in etwa ein Hinweis, wo die Halle liegt.

Trotz einiger Wirrungen schafften es die Ringer aus Stommeln und auch Kampfrichter Detlef Ewert pünktlich über die Waage und der Bezirksliga Kampf konnte daher trotz alledem pünktlich beginnen: Zwölf der angesetzten Vierzehn Kämpfe waren hier besetzt. Über 21 Runden ging der erste Durchlauf; 18 Runden zählte der Zweite: gut 2,5 Stunden dauerte daher der Bezirksligakampf; mit 20:33 gewann der Gast aus Stommeln. Für Mattenleiter Ewert bedeuteten die 12 Kämpfe richtig
Arslan — Katzek
viel Arbeit, welche sich zwar von der Dauer als grenzwertig aber in Summe als beherrschbar erweisen sollte. Weniger zufrieden waren aber die wartenden Oberligamannschaften mit der Dauer des Bezirksligakampfes: es setzte deutliche Kritik hinsichtlich der zeitlichen Unwägsamkeit der aktuellen 2x7 Ausführung.

Keinen Gegner hatte der Stommelner Daniel Heinz in der 55 Kilo Klasse: zwei mal Antreten bedeuteten Acht Punkte für das Konto des Stommelner Ringervereins.

Aufs Freistil Ringen aboniert war der Stommelner Robin Schymonski. Gerade über das Gewichtslimit der 55 Kilo Klasse gerutscht, trat der Stommelner Ringer wahlweise in der 60 Kilo Klasse bzgl. in der 66 Kilo Klasse an. Gegen den Mülheimer Dennis Schmitter in der 60 Kilo Klasse war der Gewichtsunterschied nicht so groß. Zudem hatte der erst kürzlich in die Ringerstiefel geschlüpfte Mülheimer Schmitter noch nicht viel seinem Gegner entgegen zusetzen, sodass der Kampf mit 0:6 0:7 0:5 an den Stommelner Ringer ging.

Genau anders herum war das Kräfteverhältnis in der 66 Kilo Klasse im Kampf von Schymonski gegen Erik Höttgen: 10 Kilo Gewichtsunterschied waren hier auf der Waage zu verzeichnen. Also rang Schymonski eher verhalten und
Schmitter — Schymonski
versuchte möglichst wenig Punkte seinem Gegner zu lassen. Etwa 60 Sekunden ging das Konzept des Stommelner Ringers auf, dann konnte sich Höttgen hinter Schymonski bringen und damit war dann aber auch der Stommelner Strategie Drops gelutscht: mit 7:0 drehte Höttgen seinen Gegner von der Matte. Besser lief es dann für Schymonski in Runde zwei: zwar passierte bei der passiven Vorgehensweise von Schymonski nicht gerade viel auf der Matte: doch nicht gerade viel bedeuteten nur einen Punkt für Höttgen und damit Hoffnung auf eine Drei für den
Schmitter — Hamian
Gastringer. Doch der Mülheimer dachte gar nicht daran, Schymonski derart günstig von der Matte gehen zu lassen: in der dritten Runde hingen Schymonskis Arme zudem schon schwer auf den Beinen, sodass Höttgen hier ordentlichen Zugriff hatte. Nach vier angegebenen Punkten versuchte Schymonskis sich noch einmal risikoreich an einer Kopfklammer. Hierbei rutsche dieser ab und lag fast auf den Schultern: Nur knapp drehte sich Schymonskis noch mal aus der gefährlichen Lage heraus. Höttgen gewann so die Runde mit 7:0 und den Kampf damit technisch überlegen.

Die Gegner Schmitter und Höttgen teilte sich Schymonski mit seinem Mannschaftskameraden Jean-Michel Harmian. Auch hier war der Kampf gegen den Mülheimer Schmitter stark von dessen Unerfahrenheit getrieben. In der ersten Runde vermochte Schmitter sich noch aus den Griff von Harmian zu befreien, in der zweiten Runde gelang dies nicht. Beim Stand von 0:8 0:8 musste sich Schmitter auf Schultern geschlagen geben.

Ausgeglichener war da schon das Duell gegen Erik Höttgen in der 66 Kilo Klasse griechisch-römisch. Höttgen rang hier stilartfremd und beschränkte sich im Standkampf wohl auf das Nötigste. Harmian durfte
Höttgen — Hamian
sich daher die Oberlage wünschen, in der sich Höttgen allerdings als wenig flügge erwies. Runde eins ging an den Mülheimer. In der zweiten Runde zeigte dann Höttgen die einzige bepunktete Aktion des Kampfes: Über den Kopf brachte Höttgen seinen Gegner aus der Bank in die gefährliche Lage und versuchte den Kampf an dieser Stelle zu beenden: der körperlich trotz Gewichtsunterschied ebenso starke Stommelner hielt sich auf Halb-Acht recht wacker, bekam seinen Kopf schließlich aus der Schlinge und konnte anschließend Höttgen beherschen. Die Bodenlage nutzte der Mülheimer nicht: mit 2:1 ging diese Runde an Höttgen. Auch die dritten Runde brachte keine Wertung im Standkampf: in der Bodenlage erwies sich Höttgen abermals als unbeweglich, sodass hierdurch der Kampf als Punktsieg an den Mülheimer ging.

10 Runden gönnte der Stommelner Hubert Schmeier in der 120 Kilo Klasse sich und seinen beiden Gegnern Eduard Smolewski und Aslan Bisanov. Beide Kämpfe gewann der Stommelner jeweils mit 2:3,
Meurer — Zirwes
zumindestens der jeweils eine gewonnene Mannschaftspunkt könnte hier man für die Dauerbelastung als Schmerzensausgleich gelten lassen. Im Kampf gegen seinen in etwa gleich leichtfüßigen Gegner Smolewski passierte in den ersten Runden nicht besonders viel: Erfolgreich entzog sich der Mülheimer der Clinch Situation in Runde zwei; sodass er hier hier nach zwei Kampfrunden ausgleichen konnte. Runde drei und vier sind ebenso flott beschrieben: zweimal versuchte Schmeier hier eine Drei; diese gelang jedoch nur in der dritten Runde, sodass Smolewski mit seinem Abfänger mit 3:0 0:2 die fünfte Runde erzwang. Auch hier passierte während der regulären Kampfzeit erst mal nüscht. Mattenlieter Ewert erkannte in Schmeier den Aktiveren: diesmal brachte der Stommelner seinen Griff erfolgreich an den Mann: mit 0:3 gewann Schmeier den Kampf nach Punkten.

Etwas anders aber auch nur in der ersten Runde ereignisreich war hingegen der Kampf gegen den gut 20 Kilo leichteren Aslan Bisanov. Dieser vermochte nur in der erste Runde seinen Schnelligkeit für sich zum Vorteil zu bringen: mit 5:2 brachte Bisanov seinen Gegner in
Smolewski — Schmeier
Bedrängnis. Allerdings liessen bei Bisanov bei dem dicken Brocken bereits in der zweiten Runde die Kräfte nach: ein Versuch von Ihm seinen Gegner mit einem Armzug zu bezwingen ging in die Hose, die abgefangene Zwei sicherte Schmeier diese Runde. Für die nun folgenden drei Runden musste jeweils Mattenleiter Ewert die kniffelige Aufgabe bewältigen einen aktiven Ringer zu sehen: Schmeier freistilte zudem mächtig an Bisanov Knie rum. Anstatt Mattenleiter Ewert hier walten zu lassen, regte Bisanov mächtig darüber auf: i.d.R. keine besonders gute Strategie: die Puste hätte der Mülheimer wohl besser in den Kampf investiert. Wie dem auch sei: von den letzten drei Runden gingen zwei an den Stommelner, welcher den Kampf so mit 5:2 0:2 0:1 1:0 0:1 für sich entscheiden konnte.

Nur für in Summe vier Runden Puste hatten im Freien Stil Kemal Arslan und Tim Katzek in der 84 Kilo Klasse. Sehenswert die Schleuder von Arslan in Runde eins: fast hätte der Mülheimer den Kampf bereits an dieser Stelle entscheiden können: Katzek brachte noch so eben seine Brücke über die Zeit und gab die erste Runde mit 4:0 ab. Allerdings
Bisanov — Schmeier
war damit bereits für den Mülheimer kräftetechnisch der Kampf beendet: Arslan beschränkte sich nur noch aufs Halten. Katzek kam so besser in den Kampf und holte sich Runde zwei und drei mit 0:2 und 1:2. In Runde vier passierte nichts; der aktivere Katzek durfte beim Clinch fassen. Allerdings verschluckte Mattenleiter Ewert beim Anpfiff seine Pfeife, sodass Arslan sich dem Griff entziehen und so die fünfte Runde erzwingen konnte. Hier erwies sich der Stommelner als der willensstärkere der beiden: Arslan bekam im Bodenkampf deutlich einen Griff am linken Bein und unter dem rechten Arm und versuchte hierüber seinen Gegner Katzek in die gefährliche Lage zu drehen: Doch Katzek bekam noch rechtzeitig seinen Arm aus dem Hebel sodass beide Ringer ohne Punktabgabe nur auf Seite fielen. Katzek zog sich noch kurz zurück und bekam so Arslan mit Punktgewinn unter Kontrolle: mit 0:1 gewann der Stommelner damit seinen fünf Runden Kampf.

Recht platt war dann Katzek in seinen zweiten Auftritt für die Stommelner Mannschaft: im griechisch-römischen Stil ging es in der gleichen Gewichtsklasse gegen Roman Kübler auf die Matte. Kübler beschränkte sich in dem stark durch Blocken geprägten Kampf auf das Nötigste: Als 3x aktiverer Ringer wählte Kübler nur in der ersten Runde die Oberlage und drehte seinen Gegner Katzek einmal zur
Kübler — Katzek
Vollverpunktung durch. In Runde zwei und drei wählte der Mülheimer die nun etwas bequemere Unterlage: Katzek hatte nicht mehr die Kraft hier etwas bewegen zu können: der Kampf ging daher mit 2:0 1:0 1:0 an den Ringer der Gastmannschaft.

Als technischer Lichtblick erwiesen die Kämpfe in der 96 Kilo Klasse. Hier trat zweimal für Stommeln Marco Zirwes auf die Matte. Für den griechisch-römischen Vergleich stellte Mülheim im ersten Kampf Roman Adam auf die Matte. Im Standkampf konnte sich der um 10 Kilo leichtere Mülheimer Ringer seinen Gegner noch vom Hals halten; allerdings rang hier Zirwes auch recht zurückhaltend. Eine Chance sah wohl der Stommelner im Bodenkampf: unmittelbar nach Anpfiff musste
Adam — Zirwes
Adam sich bereits durchdrehen lassen. Auf Grund der recht laschen Abwehr seines Gegners sah Zirwes nun seine Chance und stoppe die zweite Drehung auf halber Strecke. Ohne weiteren Druck sackte Adam auf die Schultern.

Auf Augenhöhe war hingegen der zweite Kampf gegen Thorsten Meurer im Freien Stil. Auch wenn der Mülheimer vermutlich auch das Gewicht für die 84 Kilo Klasse hätte bringen können, ging er dennoch in den Kampf gegen seinen noch aus alten Worringer Zeiten gut bekannten ehemaligen Mannschaftskameraden. In dem recht sportlich geführten und mit dem ein oder anderen anerkennenden Augenzwinkern geführten Kampf waren die
Brück — Dannhauer
Vorteile auf Seiten des Stommelners: der drohenden Schulterniederlage entging Meurer nur auf Grund der auslaufenden Wettkampfzeit in Runde zwei. Mit 0:3 0:2 2:5 ging der Kampf in drei Runden an Zirwes.

Recht wenig Aufschreibares hatte der 74 Kilo Kampf griechisch-römisch zwischen Jan Dannhauer und Patrick Brück. In keiner der fünf Runden des Kampfes konnte einer der beiden Ringer erfolgreich eine Wertung anbringen. Da in allen fünf Runden Brück der Aktivere war, entschied sich der Kampf somit aus den von Brück gewählten Lagen. Hierbei erwies sich die Oberlage für Brück als nicht besonders hilfreich: Beim Versuch eines Aushebers platzierte sich Brück seinen Gegner mit dem Allerwertestens auf seiner Brust; nur
Picklapp — van Berkum
knapp entging Brück hierbei der Schulterniederlage. Auch der Versuch seinen Gegner in Runde zwei mit einem Durchdreher zu bezwingen war für den Stommelner nicht besonders erfolgreich, sodass auch diese Runde an den Mülheimer ging. Besser beraten war Brück dann mit der Unterlage in den nachfolgenden Runden: Dannhauer vermochte hier keinen Hebel anzusetzen, sodass diese die nachfolgenden Runden an Brück geben musste.

Kurz und heftig war hingegen das zweite Duell in der 74 Kilo Klasse zwischen Dominik Picklapp und Erik van Berkum. Im Kampf der Jugend gegen die Erfahrung konnte sich zunächst van Berkum durchsetzen. Den knackig angesetzten Kopfhüftzug konnte Picklapp nur zweimal aushüpfen, dann musste Picklapp doch noch vom Stand in den Boden; hatte sich aber bereits so weit gelöst, dass van Berkum den Kampf an dieser Stelle nicht beenden konnte. Einen nun von Picklapp vorschnell angesetzten Doppelbeinangriff wich van Berkum anschließend geschickt aus: Picklapp griff ins Leere und musste noch einen weiteren Punkt abgeben. Doch was beim ersten Mal nicht klappte, klappte beim zweiten Mal: Der Mülheimer Picklapp konnte van Berkum an der Hüfte greifen und fällte diesen hierüber sauber in die Bodenlage. Der Stommelner konnte nur noch eine ganz tief gelegte Brücken bilden, über die sich der Mülheimer locker nach oben arbeiten konnte. Picklapp bekam nun so vollen Druck auf die Schultern von van Berkum und beendete den Kampf mit einem Schultersieg in der ersten Runde.